Teilen macht glücklich

Drillinge teilen alles: Bei Familie Dietz aus Lenggries ist jeden Tag ein bisschen Sankt Martin

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Bereit für den Martinszug: Anna Dietz mit ihrer ältesten Tochter Melina und den dreijährigen Drillingen (vorne von li.) Leonie, Marinus und Amelie.
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Teilen ist nicht nur an Sankt Martin ein Thema in der Familie Dietz aus Lenggries. Die Drillinge kennen es seit der Zeit im Mutterleib nicht anders. Trotzdem – oder gerade deshalb – entwickelt sich die Rasselbande prächtig.

Lenggries – Großzügig verteilt Marinus Mini-Butterkekse an seine drei Geschwister. Die gibt es als Belohnung nach dem Fototermin für die Heimatzeitung. Alle vier Kinder von Anna und Marco Dietz haben stolz ihre selbst gebastelten Laternen in die Kamera gehalten. Die dreijährigen Drillinge und Zweitklässlerin Melina freuen sich schon sehr auf den Martinszug, der an diesem Montag um 17 Uhr am Pfarrheim in Lenggries startet. Dabei ist in der Großfamilie quasi jeden Tag ein bisschen Sankt Martin.

Alle Kinder sind es von Klein auf gewöhnt, alles mit den anderen Familienmitgliedern zu teilen – die Drillinge quasi seit der Zeit im Mutterleib. Und auch Mama Anna Dietz kennt es nicht anders: Sie ist ebenfalls mit drei Geschwistern groß geworden. „Teilen ist wichtig“, sagt die 34-Jährige. Wer etwas gibt, bekommt es in anderer Form zurück. Das will die gebürtige Jachenauerin ihren Kindern vermitteln. Bei Süßigkeiten klappe das schon sehr gut. Bei den Spielsachen gebe es manchmal Streit. Vor allem die große Schwester Melina findet es oft „ein bisschen nervig“, dass nichts vor den Drillingen sicher ist. Einmal, erzählt die Siebenjährige, haben die drei ihre Perlensammlung auf dem Wohnzimmerboden verteilt. Aber ohne ihre Geschwister wäre es auch „blöd“, gibt die Grundschülerin zu.

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Melina teilt aber nicht nur ihre Spielsachen, sondern vor allem viele schöne Momente mit ihren Geschwistern, seit die Drillinge am 27. Mai 2016 das Licht der Welt erblickten (wir berichteten mehrfach). Inzwischen haben sich Leonie, Marinus und Amelie zu fröhlichen Kleinkindern entwickelt, die ihre Eltern ordentlich auf Trab halten. Inzwischen gehen sie an drei Vormittagen pro Woche zu einer Tagesmutter, ab kommenden Herbst besuchen sie einen Kindergarten. „Ich schaffe sonst gar nichts im Haushalt“, sagt Anna Dietz und lacht. Und ein bisschen Zeit für sich selbst braucht die vierfache Mama ebenfalls ab und zu – auch, wenn sie die Zeit mit ihrer Rasselbande sehr genießt. „Es ist ein schönes Alter.“ Das Motto von Anna Dietz war schon immer: „Ist doch schön, wenn sich was rührt.“

Mehr Teilen geht nicht

Und das tut es. Die Drillinge jagen sich lachend durch die Küche, hängen sich an die Beine ihrer Mama, plappern munter vor sich hin oder „helfen“ Papa Marco beim Bau eines Zaunes. Vorbei die Zeiten, in denen die Drillinge bis zu 25 Windeln am Tag brauchten und die übermüdeten Eltern ein Fläschen nach dem anderen zubereiteten. „Gott sei Dank ist auch die Phase vorbei, in der sie alles ausräumen“, sagt Anna Dietz und grinst. Einmal rissen die drei sämtliche Unterlagen der Eltern aus dem Schrank, ein andermal warfen sie jede Menge Seife in die Toilette.

Nur Marinus hinkt in der Entwicklung seinem Alter leicht hinterher, vor allem motorisch. Ansonsten ist den Drillingen nicht anzumerken, dass sie bereits in der 33. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen sind. Das ging nicht anders: Trotz eines Bauchumfangs von 117 Zentimetern hatten die drei kaum noch Platz im Bauch ihrer Mutter. Mehr Teilen geht nicht. Vielleicht auch deshalb gibt es einen Punkt, wo die Toleranz der Drillinge ein Ende hat: Die Mama teilen sie nur ungern. Aber das müssen sie auch nicht.

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