Er wäre danach vorbestraft

Jérôme Boateng muss heute erneut vor Gericht – er soll seine Freundin geschlagen haben

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Jérôme Boateng spielte bei Olympique Lyon sportlich nur eine Nebenrolle.
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Er reifte beim FC Bayern zum Weltstar: Von 2011 bis 2021 kickte Jérôme Boateng (35) in München. Hier muss er jetzt erneut vor Gericht, weil er seine frühere Lebensgefährtin brutal attackiert haben soll.

München – Zum dritten Mal muss Jérôme Boateng (35) heute in München vor Gericht. Der frühere Fußball-Nationalspieler sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, seine frühere Lebensgefährtin geschlagen und verletzt zu haben. Zweimal wurde Boateng bereits verurteilt und hat gegen sein Urteil jeweils Rechtsmittel eingelegt. Nun ist das Bayerische Oberste Landesgericht am Zug und soll den Fall abschließend klären.

Laut Staatsanwaltschaft soll der frühere Profi des FC Bayern München (2011 bis 2021, gewann u.a. die Champions League) seine frühere Lebensgefährtin mit der Faust in Gesicht geschlagen haben, als beide 2018 mit Freunden in der Karibik Urlaub machten. Das Münchner Amtsgericht verurteilte Boateng im Herbst 2021 wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von insgesamt 1,8 Millionen Euro (60 Tagessätze à 30.000 Euro).

Prügel-Vorwürfe: Jérôme Boateng muss zum dritten Mal in München vor Gericht

Im Oktober 2022 rollte das Landgericht München I den Fall dann erneut auf. Diesmal stand unter dem Strich eine Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro. Entscheidend hier ist aber die Zusammensetzung: Denn im Berufungsprozess lag die Geldstrafe zwar rechnerisch niedriger, durch die 120 Tagessätze à 10.000 Euro wäre Boateng rechtlich aber vorbestraft. Was ihn empfindlich treffen würde.

Prozess in München: Ex-Bayern-Star soll seine Freundin geschlagen haben

Deshalb legte der derzeit vereinslose Kicker Revision ein, so wie auch die Münchner Staatsanwaltschaft. Nun wird erneut verhandelt – zum mittlerweile dritten Mal. Eine erneute Beweisaufnahme, zu der alle Zeugen erscheinen müssen, wird es aber nicht geben. Das Bayerische Oberste Landesgericht muss lediglich prüfen, ob es im Urteil des Landgerichts Verfahrens- oder Rechtsfehler zum Nachteil von Boateng gegeben hat. Der frühere Nationalspieler muss dazu nicht mehr erscheinen.

Er hatte die Vorwürfe stets bestritten und muss seit mehr als fünf Jahren mit der strafrechtlichen Aufarbeitung des Falles leben. Was aber auch deshalb so lange dauerte, weil er selbst die Urteile gegen sich nie akzeptieren wollte. Der heutige Prozess am Bayerischen Obersten Landesgericht könnte nun abschließend für Boateng sein. Aber: Wenn das Gericht das vorherige Urteil aufhebt, würde der Prozess zum Landgericht zurückverwiesen werden. Dort müsste dann erneut verhandelt werden - zum insgesamt vierten Mal.

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