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Dubai-Schokolade ist heißt begehrt. Darauf haben sich auch die Läden im Landkreis eingestellt. In einigen ist die begehrte Süßigkeit auch tatsächlich noch zu haben.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Eine exklusive Süßigkeit aus Dubai erobert seit Wochen die Sozialen Medien. Ob Instagram oder TikTok: Dubai-Schokolade ist der Renner im Netz. Das hat auch Auswirkungen auf die Ladengeschäfte im Landkreis. Immer mehr Kunden fragen nach der Pistazien-Schokolade und deren Zutaten. Doch sowohl die fertigen Tafeln als auch die Zutaten zum Selbermachen sind aktuell meist vergriffen – aber nicht überall.
An Nachschub zu kommen ist schwierig
„Ich habe von dem Trend erst durch die Kunden mitbekommen“, sagt Barbara Amberger von „Der Pralinenladen“ in Bad Tölz. „Vor allem viele junge Mädchen haben im Geschäft danach gefragt, daher habe ich versucht, die Schokolade zu bekommen. Bei einem guten Hamburger Händler, bei dem wir sonst auch einige Schokoladen bestellen, hatte ich Glück.“ Doch lange hielt die erste Fuhre nicht. „Die Tafeln waren sofort ratzeputze weg.“ Nun versucht Amberger, Nachschub zu bekommen. „Aber das ist nicht so einfach“, habe sie festgestellt. „Sobald wir wieder drankommen, bestellen wir natürlich nach.“
Im Damaskus-Supermarkt gibt es gleich drei Fabrikate
Große Nachfrage stellt auch Ramiz Haskilo fest. Im Damaskus-Supermarkt an der Badstraße, den er mit seinem Bruder Majdi Haskilo betreibt, gibt es aktuell drei verschiedene Fabrikate der beliebten Schokolade. „Wir haben das Original aus Dubai hier. Aber auch in der Türkei wird die Schokolade mittlerweile hergestellt“, sagt Ramiz Haskilo. Je nach Größe kostet die Süßigkeit zwischen 8 und 30 Euro. „Das ist schon irre“, findet der Ladenbetreiber selbst. „Aber die Leute wollen es trotzdem unbedingt haben.“ Mit gehypten Lebensmitteln kenne er sich aus. „Das kommt oft aus Social Media. Vor einem Jahr waren es die Takis, extrem scharfe blaue Chips. Es kommt immer wieder was Neues.“
Viele machen Schokolade selbst
Ambergers Tochter hat zu Hause die Schokolade schon selbst hergestellt. „Das hat auch super funktioniert, allerdings kommt man nun an keine Pistaziencreme mehr.“ Auch im Damaskus-Supermarkt fragen immer mehr Kunden nach den Zutaten für die beliebte Schokolade, berichtet Haskilo. „Ich verstehe das auch, von einer Tafel hat man als Familie ja wirklich nicht viel. Und wenn man es selbst herstellt, ist es deutlich günstiger.“ Allerdings ist es nicht nur eine Herausforderung, an die Schokolade zu kommen, sondern auch an die Zutaten. Vor allem die Nusscreme sei aktuell vergriffen. „Bei der letzten Lieferung haben wir fünf große Kisten bekommen, die waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft“, so Haskilo.
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Anders sieht es in Lenggries im Café Strehler aus. Eine Mitarbeiterin sagt auf Telefonanfrage, dass man bisher kein bemerkenswertes Kundeninteresse an der Schokolade festgestellt habe. „Das ist bei uns überhaupt kein Thema.“
Oktober war definitiv der Dubai-Pralinen-Monat.
Georg und Chris Bernhofer betreiben die „Chocoladenmanufaktur Bernhofer“ in Wolfratshausen: „Unsere Stammkundschaft zeigte schon im September Interesse an der Dubai-Schokolade und wir machten uns im Sommer Gedanken, ob wir unserer neuen Pralinenkreation mit Pistazie einen Cruncheffekt verleihen“, erklärt Georg Bernhofer. Man habe sich für Engelshaar, also Kadayif, entschieden. Das kam an. „Unsere Choco & Pistazie mit Engelshaar wurde recht schnell als Dubai-Praline bestellt“, so Bernhofer. Die „Chocoladenmanufaktur“ ging mit der neuen Pralinenkreation auch online. „Auf unserer Instagramseite bescherte uns die erste Story dazu viele Herzen und interessierte Kunden im Laden. Oktober war definitiv der Dubai-Pralinen-Monat.“
Dubai-Schokolade dürfte ein beliebtes Weihnachtsgeschenk werden
Der Wunsch einiger Kunden nach den klassischen Tafeln wurde laut Bernhofer immer lauter. So fertigten sie die Süßigkeit auch in Tafelform. Der Ansturm sein enorm gewesen. Bereits am ersten Tag, an dem die Tafel erhältlich waren, seien am frühen Nachmittag alle Dubai-Schokoladen ausverkauft gewesen. Die Nachproduktion erfolge seither kontinuierlich. Mittlerweile gebe es eine Bestell-Liste. Er sei darauf eingestellt, dass die Dubai-Schokolade ein beliebtes Weihnachtsgeschenk werden könnte. Aber: „Trotz Hype bleibt es bei uns immer noch Manufaktur. Jede Tafel wird per Hand gefertigt“, betont Bernhofer. (feb)
Rubriklistenbild: © Arndt Pröhl


