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Der 72-Jährige Eberhard Steiner kandidiert in Bad Bayersoien für die Gruppierung GUD bei der Kommunalwahl. Seine Nachfolgerin Gisela Kieweg tritt nicht mehr an. Steiner war bereits Bürgermeister bis 2014.
Eberhard Steiner weiß, worauf es als Bürgermeister ankommt. Zwölf Jahre lang, von 2002 bis 2014, hat er die Amtsgeschäfte in Bad Bayersoien geführt. Ende 2013 hatte sich der „Bull“, wie ihn viele im Ort nennen, dazu entschieden, nicht mehr für eine dritte Amtszeit anzutreten. „Jetzt ist ein guter Augenblick, um aufzuhören“, mit diesen Worten hatte er die Entscheidung seinerzeit begründet. Doch jetzt, knapp zwölf Jahre später, könnte es zu einer unerwarteten Rückkehr kommen. Steiner bewirbt sich bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 für das Amt des Bürgermeisters, lässt sich für die Gruppierung Gemeinsam für unser Dorf (GUD) aufstellen. Am 5. Januar soll der 72-Jährige offiziell zum Anwärter auf das Amt gekürt werden.
Das dürfte wohl einmalig sein. Nachdem die Amtsinhaberin Gisela Kieweg, seit 2014 im Amt, nicht erneut antritt, könnte Steiner seiner Nachfolgerin wiederum nachfolgen. Doch der designierte Bürgermeisterkandidat spielt das herunter. „Das war alles relativ unspektakulär“, beteuert Steiner. Nachdem die Gruppierung keinen anderen Kandidaten gefunden hatte, kam sie auf den ehemaligen Bürgermeister zurück. Er habe um Bedenkzeit gebeten, mit verschiedenen Personen aus seinem Umfeld gesprochen. Und dann den Entschluss getroffen: Ja, ich mache es.
Name Eberhard Steiner fiel schnell bei den Vorberatungen
Listenbeauftragter Maximilian Drexler bestätigt das. Er selbst wurde lange als Kandidat gehandelt. „Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wen wir uns vorstellen können“, schildert er die Ereignisse der vergangenen Wochen. Schnell fiel der Name Eberhard Steiner. Im Gespräch merkte er schnell: „Beim Thema Kommunalpolitik brennt da immer noch ein Feuer.“ Eines, das inzwischen regelrecht lodert. „Er verspürt sehr viel Lust auf das Amt, ist sehr engagiert“, lobt Drexler.
Das Alter – Steiner wird im Februar 73 Jahre alt – sehen beide nicht als Hürde. Ganz im Gegenteil. „Das ist ein Vorteil“, betont Drexler und verweist auf die Erfahrung des ehemaligen Bürgermeisters. Der Kandidat selbst sieht‘s gelassen. Für den Posten als Bürgermeister hätte er mehr Zeit, ganz ohne Hauptberuf, sagt der ehemalige Gymnasiallehrer. Dass seine mögliche dritte Amtszeit zwölf Jahre nach der zweiten folgt, dazu sagt er: „Es ist jetzt ein gewisser Abstand da.“ An Kieweg hatte er 2018 lautstark Kritik geäußert, sogar eine Aufsichtsbeschwerde beim Landratsamt eingelegt, nachdem die Gemeinde das Kurhausareal an die Familie Lage-Roy verkauft hatte. Doch das sei für die Entscheidung „völlig unerheblich“ gewesen, sagt er.
Im Wahlkampf möchte Steiner keine leeren Versprechungen machen, vor allem auf eine solide Haushaltslage setzen. Dann werde man sehen, welche Projekte möglich seien. Ob er im Rennen um das Bürgermeisteramt einen Gegenkandidaten bekommt, steht noch nicht fest. Drexler hält es für „durchaus möglich, dass noch jemand anderes kandidiert. Ich rechne sogar damit.“
