Landratsamt muss entscheiden

Eberlhof bei Peißenberg: Zweiter Anlauf für Jausenstation – Gibt es doch das „kühle Getränk mit Weitblick“?

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Auf dem Eberlhof hergestellte Lebensmittel und Getränke sollen in dem Hofladen verkauft werden.
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Die Weidegenossenschaft als Eigentümerin respektive Pächter Rainer Butschal nehmen einen zweiten Anlauf, um am Eberlhof in Rapoltskreut bei Peißenberg eine Jausenstation zu eröffnen.

Peißenberg – Es ist ein Projekt, das von der örtlichen Kommunalpolitik ausdrücklich gewünscht wird, weil es eine Bereicherung für das touristische Angebot und die Wanderweginfrastruktur in Peißenberg wäre. Doch ob es eine ausschließlich fußläufig zu erreichende Jausenstation am Eberlhof geben wird, hängt letztlich vom Wohlwollen des Landratsamts ab.

In der jüngsten Sitzung des Peißenberger Bauausschusses stand ein Tekturantrag zur Erstellung einer Freifläche mit Sitz- und Erholungsmöglichkeiten auf der Tagesordnung. Er bezog sich auf einen bereits im Januar gestellten Antrag zur Umnutzung eines Holzlagers in einen Hofladen für regionale Produkte. Selbiger wurde vom Landratsamt positiv beschieden. Allerdings nicht so der anfangs ebenfalls gewünschte Gastgarten.

Jausenstation soll „ideale Stärkung für den weiteren Weg auf den Hohen Peißenberg“ liefern

In der Betriebsbeschreibung hieß es, dass „für den Direktverzehr ein Gastgarten mit Tischen und Bestuhlung geplant ist. Dieser öffnet je nach Wetter und Jahreszeit an schönen Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Ein kühles Getränk mit Weitblick – die ideale Stärkung für den weiteren Weg auf den Hohen Peißenberg.“ Das Landratsamt jedoch hat diesen Passus aus der Betriebsbeschreibung genommen. Damit war unter dem Strich lediglich der Hofladen genehmigt.

Für Pächter Rainer Butschal ist das aber zu wenig. Die notwendige Kundenfrequenz für den Hofladen, so lautet seine Argumentation, würde sich nur in Verbindung mit einer Jausenstation ergeben. Deshalb nun der Tekturantrag für eine Sitz- und Erholungsmöglichkeit im unmittelbaren Eingangsbereich des geplanten Hofladens an der Süd-West-Spitze des Eberlhofs.

Eberlhof bei Peißenberg: Nun muss das Landratsamt entscheiden

Die Kapazität wird in den Planunterlagen mit 20 Plätzen beschrieben. Die Geländebeschaffenheit soll nicht angetastet werden. Inhaltlich war für den Ausschuss die Angelegenheit klar: Da man bereits der Planung mit Gastgarten zugestimmt habe, würde man folgerichtig auch für die reduzierte Freifläche mit Sitz- und Erholungsmöglichkeiten das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Nun müsse das Landratsamt entscheiden.

Auch Rudi Mach (Peißenberger Liste) gab sein Plazet, obwohl er in der vorausgegangenen Debatte Bedenken geäußert hatte. Zum Hintergrund: Butschal respektive die Weidegenossenschaft liegen im Clinch mit einem Anlieger. Der Zufahrtsweg zum Eberlhof über die Sulz gehört zwar der Gemeinde beziehungsweise im oberen Teil der Genossenschaft. Aber der Weg verläuft an den Randstreifen auch über Grund und Boden des Anliegers. Der befürchtet, dass der motorisierte Verkehr zum Eberlhof durch den Hofladen und eine Jausenstation zunehmen könnte.

Diskussion um Wanderwege - Bürgermeister bemüht sich um moderate Töne

Auch besteht die Sorge, dass die Ausflügler auf seinem Gelände parken könnten. Offenbar wurde gegenüber der Gemeinde eine Drohkulisse aufgebaut. Zumindest deutete dies Rudi Mach an: „Ich bin nicht dagegen, aber wir sollten erst den Zugangsbereich klären. Wir kriegen sonst Ärger ohne Ende. Er (gemeint ist der Anlieger; Anm. d. Red.) sperrt uns sonst die Wege.“ Das Problem: Beliebte Wanderwege wie der „Zick-Zack-Weg“, die „Spitzweg-Wanderroute“ und der Weg über den Mittelstollen Richtung Hoher Peißenberg verlaufen über den Grund des Anliegers.

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Machs Bedenken teilten seine Ausschusskollegen allerdings nicht: „Wir wollen Peißenberg voranbringen und sollten nicht vor jemandem Angst haben und kuschen. Wir müssen jetzt Stärke zeigen“, erklärte Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung).

Ins gleiche Horn stieß Jürgen Forstner (Freie Wähler): „Gegen das Projekt kann man nichts haben – außer man hat immer was dagegen.“ Auch Bernd Schewe (SPD) plädierte dafür, „nicht in Ehrfurcht zu erstarren“. Eine gütliche Einigung mit dem Anlieger wäre zwar die bessere Lösung, aber bei einer Sperrung von Wanderwegen müsse man sich dann eben juristisch zur Wehr setzen. „Da kommt er nicht so einfach durch“, mutmaßte Schewe. Bürgermeister Frank Zellner (CSU) bemühte sich um moderate Töne: „Der Hofladen ist ja schon genehmigt. Und die Terrasse dazu hätte eigentlich keine großen Auswirkungen.“

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