VonJosef Ametsbichlerschließen
Neue, scharfe Kritik an den Gleisbau-Plänen der Bahn äußert die Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg. Der Konzern kontert merklich angesäuert.
Landkreis – Obwohl die Bahn offenbar nun mit einem längeren Tunnel plant, lässt die „Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg“ (BI) nicht locker: Wieder übt das Bündnis heftige Kritik an Trassenbau-Vorhaben der Deutschen Bahn zwischen Aßling und Grafing. Es fordert statt einer gänzlich neuen Strecke zwei zusätzliche Gleise entlang dem Bestand.
Die DB hatte den Bürgervorschlag Türkis für zwei neue Gleise durch Aßling, das Atteltal und Elkofen geprüft, aber als nicht sinnvoll zurückgewiesen. Der Aßlinger Ingenieur Andreas Brandmaier, Impulsgeber für diese Trasse Türkis, hat laut der BI nun bei der Planung zur von der Bahn favorisierten Variante Limone im Westen der Gemeinde „erneut massive Fehler entdeckt“.
Bürgerinitiative sagt: Bahn benachteiligt den bestandsnahen Ausbau
Sowohl das Trassenauswahlverfahren als auch der anschließende Stresstest, mit dem die Bahn die Kritik der Trassengegner entkräften wollte, seien „voll von gravierenden Fehlern, Unstimmigkeiten und Widersprüchen (...), da wichtige Daten, Fakten und Erkenntnisse – wissentlich oder unwissentlich – schlichtweg nicht berücksichtigt wurden“.
Als Beispiel nennt die Bürgerinitiative das viel diskutierte Thema Lärmschutz. Dort habe die Bahn bei der Bewertung der fünf zur Auswahl stehenden Trassen mit zweierlei Maß gemessen und den Bürgervorschlag benachteiligt – etwa durch unterschiedliche Dimensionierung von Schallschutzwänden bei vergleichbaren Planungsabschnitten.
Um den Druck auf die Bahn hochzuhalten, kündigt die Bürgerinitiative für Mitte des Monats eine Pressekonferenz an, bei der die aus Sicht von Andreas Brandmaier und der BI „massiven Planungsfehler“ und das „höchst unseriöse Vorgehen der Bahn“ im Detail informieren wolle.
Bahn sagt: Trassen-Kritiker jagt „einem Phantom hinterher“
Bei der Bahn wiederum scheinen der unablässig scharfe Ton und die schweren Vorwürfe zunehmend die Geduldsfäden der Planungsverantwortlichen zu strapazieren. In einer ungewöhnlich scharf formulierten Replik auf die Pressemitteilung der Bürgerinitiative schreibt eine Bahnsprecherin mit Blick auf die Kritik des Aßlinger Ingenieurs: „Wir bedauern, dass Herr Brandmaier sich weigert, die Ergebnisse des Stresstests vom vergangenen Jahr zu akzeptieren und offenbar weiter einem Phantom hinterherjagt.“
Die DB weise die nun vorgebrachten Punkte „entschieden zurück“ und nennt die Behauptung der BI, man habe Planungsfehler gefunden, eine „Vermutung“, die „unzutreffend“ sei. Die Bahn verweist darauf, dass Trassenauswahl wie Stresstest von anerkannten Fachleuten und externen Gutachtern nach internationalen Standards durchgeführt worden seien. Unterschiede bei den geplanten Lärmschutzwänden seien etwa auf unterschiedliche Höhenlagen zurückzuführen.
Noch mehr Nachrichten aus der Region Ebersberg lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.
