Polizei gibt Tipps zum Schutz

Falscher Telekom-Mitarbeiter: Echinger warnt vor Betrüger, der ins Haus will

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Hausbesuche kündigen echte Telekommunikationsunternehmen in der Regel an.
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Einen 81-jährigen Echinger hat sich ein mutmaßlicher Trickbetrüger als Opfer erkoren. Doch der Hochbetagte reagierte ganz anders als erwartet.

Eching - Nur allzu oft liest und hört man von immer einfallsreicheren Betrugsmaschen, die sich vor den Haustüren der Bürger abspielen. Oft schenken die Opfer dabei falschen Service- oder Sicherheitskräften oder sogar Polizisten, die enstprechend echt aussehende Kleidung tragen, Glauben, die Diebstähle begehen oder Häuser und Daten ausspionieren wollen.

Wie können sich Privatleute vor Trickbetrügern schützen? Selbst auf die Gefahr hin, als unhöflich zu gelten, ist es am einfachsten und wirkungsvollsten, unbekannte und unangekündigte „Gäste“ grundsätzlich nicht ins Haus oder die Wohnung zu lassen, insbesondere wenn man allein ist. Da hat der 81-jährige Dieter Haberl aus dem Echinger Dichterviertel alles richtig gemacht, als es unlängst in der Abenddämmerung kurz nach 18 Uhr an seiner Haustür klingelte und „ein gut gekleideter freundlicher Mann, Mitte 20, mir erklärte, dass er ein Telekom-Mitarbeiter sei“, schilderte er.

Angebliche Probleme mit Glasfasernetz

Dieser habe ihm erklärt, dass in der Nachbarschaft Probleme mit dem Glasfasernetz aufgetreten seien und darum die Anschlüsse in der Umgebung gecheckt werden sollten. Haberl reagierte skeptisch, woraufhin der abendliche Besucher erklärte, er müsse ins Haus, um dort die Datenmengen zu überprüfen. „Das lehnte ich ab“, berichtete Haberl weiter: „Der Mann stellte weitere Fragen, die ich ihm an der Haustüre nicht beantwortete. Daraufhin verabschiedete er sich höflich, aber sehr schnell – und verschwand.“

Eine Personenbeschreibung kann Haberl ebenfalls liefern: „Der junge Mann war ein südländischer Typ und sprach gutes Deutsch mit einem ausländischen Akzent. Um seinen Hals trug er am Band eine transparente Ausweishülle mit ,Ausweis‘, wie sie manchmal in Firmen oder bei Seminaren verwendet wird.“

Je länger der Senior aus Eching über den Vorgang nachdachte, Ausweise lassen sich ja auch relativ leicht fälschen, desto mehr verfestigte sich bei ihm der Verdacht, dass es sich um einen „unseriösen Versuch“ gehandelt habe. Deshalb nahm er Kontakt zum FT auf, denn: „Ich habe das Bedürfnis, meine Mitbürger zu warnen.“  

Zwar sind im Auftrag von Telekommunikationsunternehmen durchaus auch Servicemitarbeiter und Direktvermarkter im Haustürgeschäft unterwegs. Üblicherweise aber werden deren Einsätze, aktuell in den Glasfaserausbaugebieten, postalisch und via Pressemeldungen im Vorfeld angekündigt, parallel dazu auch – in aller Regel – die zuständige Polizei und die betroffene Kommune in Kenntnis gesetzt.

„Echter“ Mitarbeiter ist klar identifizierbar

Wie Anfragen bei der Pressestelle im Echinger Rathaus und der Polizeiinspektion Neufahrn ergeben haben, liegen derartige Infos seitens der Telekom aber derzeit nicht vor. Allerdings, so die Auskunft der Polizei, könne nicht garantiert werden, dass jeder laufende Direktvertrieb oder Serviceeinsatz auch tatsächlich mit den Dienststellen respektive Verwaltungen kommuniziert werde.

Die „echten“ Telekom-Mitarbeiter tragen Firmenkleidung und verfügen über einen fälschungssicheren Ausweis mit Sichtbild und zusätzlichem QR-Code. Über diesen Code ist jeder einzelne Mitarbeiter auf der Telekom-Internetseite mit Bild aufgeführt. Auch über die bundesweite Rückrufnummer (08 00) 3 30 97 65, die alle Mitarbeitenden vorweisen können, lässt sich deren Legitimation überprüfen. Wer aber ein mulmiges Gefühl hat, dass sich jemand in betrügerischer Absicht Zutritt zu Haus oder Wohnung verschaffen will: Nicht zögern, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen.

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