Apfelbäume sind erst der Anfang

Gartenbauverein legt Lehrgarten an der Grundschule an

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Noch ein kleiner Setzling: Den Apfelbaum der Sorte „Winterzauber“ pflanzte die 4b kürzlich zusammen mit (v. li.) Susanne Kienberger und Inge Buchner vom Gartenbauverein Egling sowie Bürgermeister Hubert Oberhauser und Klassenlehrerin Tanja Adldinger.
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Hochbeete, Insektenhotel, Wildkräuterwiese und anderes mehr: Der Gartenbauverein Egling legt an der Grundschule einen Lehrgarten an. Angefangen wurde mit mehreren Apfelbäumen.

Egling – „Das habe ich auch nicht gedacht, dass wir mit der Aktion voll den Zeitgeist treffen“, sagt Inge Buchner vom Gartenbauverein Egling. Nun, das ist Buchner und ihren Mitstreiterinnen wirklich gelungen. Der Verein legt an der Volksschule einen Lehrgarten an, zunächst ein Feld mit acht Apfelbäumen. Vor wenigen Tagen wurde der letzte auf der Parzelle gepflanzt, eine neue Züchtung namens „Winterzauber“.

Die Klasse 4b war vollzählig zu der kleinen Zeremonie erschienen. Der Spaten ging von Hand zu Hand, um den Setzling in die Eglinger Erde zu versenken. „Und was wünscht Ihr dem Baum?“, fragte Klassenlehrerin Tanja Adldinger. „Dass er gescheite Äpfel für uns trägt“, sagte einer der Buben. Da musste Bürgermeister Hubert Oberhauser schmunzeln.

Das Volksbegehren pro Artenvielfalt hat gezeigt, dass nach allgemeiner Überzeugung der Landkreis blühen soll, so gut er kann. Gartenbauvereine haben dazu immer schon ihren Beitrag geleistet. Der Gartenbauverein Egling etwa durch die Betreuung einer Streuobstwiese in der Nähe der Schule. „Aber die Äpfel kann man nicht essen, die taugen höchstens für die Obstpresse“, sagt Inge Buchner. Also entwickelte sie zusammen mit Susanne Kienberger, Mitglied im Gartenbauverein und im Elternbeirat, die Idee, ein paar Meter näher zum Schulgelände einen Lehrgarten anzulegen. Und zwar mit essbaren Äpfeln, die sich die Schüler in der Pause von den Ästen pflücken können.

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Jede der acht Klassen der Grundschule hat in den vergangenen Wochen und Monaten einen solchen Setzling gepflanzt, in den meisten Fällen neue Züchtungen aus dem Bayerischen Obstzentrum in Hallbergmoos. Die 1a einen Topaz, die 1b eine Gräfin Goldach, die 2a einen La Torre, die 2b eine Rote Alkmene, die 3a einen Gravensteiner, die 3b einen Discovery, die 4a einen Baya Marisa und jetzt die 4b einen Winterzauber. Schöne Namen, und ab nächstem Jahr sollen sie viele Früchte abwerfen. Allerdings hat Buchner Respekt vor den vielen Mäusen, die im Hang hausen. „Da muss man schon aufpassen.“

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Die Apfelbäume sind erst der Anfang. Danach geht es weiter auf dem etwa 1000 Quadratmeter großen Areal. Gedacht ist an ein Hochbeet, ein Insektenhotel, eine Kräuterspirale, einen Sitzplatz mit Pergola, eine Wildkräuterwiese und vieles andere mehr. Schon jetzt gibt es, zur nächsten Straße hin, eine Vogelschutzhecke. „Das ist für die Schule wirklich ideal“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser.

An die Schüler gewandt sagte er: „Gut habt Ihr das gemacht.“ Typisch für die Schule sei ja, dass ganze Generationen unterrichtet werden. „Vielleicht könnt Ihr einmal zu Euren Kindern sagen: Schau her, den Baum habe ich damals gepflanzt.“

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