50 Jahre Trachtenverein St. Sebald

So lief der Dettenhauser Pfingstritt

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Himmlischer Segen: Pfarrer Manfred Wurzer besprengte beim Dettenhauser Pfingstritt die 80 Pferde und ihre Reiter mit Weihwasser. Und die Degerndorfer Blasmusik spielte dazu.
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Es war ein besonderer Pfingstritt am Montag in Dettenhausen, denn: Er bildete den Schlusspunkt der Feierlichkeiten zu 50 Jahre St. Sebald. Die kleine Zeremonie war wie immer eine Augenweide.

Egling – Seit der Trachtenverein St. Sebald den Pfingstritt in Dettenhausen organisiert, also seit dem Jahr 1992, war das Wetter immer gut. Sollte sich das ausgerechnet zur 50-Jahr-Feier von St. Sebald ändern? Am Morgen hatte es geregnet, und gegen Mittag zogen schon wieder Gewitterwolken auf. Doch Kreisbrandinspektor Erich Zengerle, Mitglied von St. Sebald, gab Entwarnung. Ein Blick auf den Regenradar seines Handys zeigte, dass die Schlechtwetterfront westlich an Egling vorbeizog. Es sollte trocken bleiben. „Alle offenbar brav gewesen“, sagte er.

So verlief der Pfingstritt am Montag wie das gesamte Festwochenende: vom Himmel begünstigt. 80 Reiter mit ihren geschmückten Rössern machten sich kurz nach 13 Uhr vom Parkplatz des Gasthofs Oberhauser auf, gegen 14 Uhr kamen sie an der – erst kürzlich fertig renovierten – Marienkapelle in Dettenhausen an. Drei Mal umrundeten sie die Kapelle.

Vorreiter Valentin Maier auf Moritz, einem Schwarzwälder Fuchs.

Beim ersten Mal besprengte Pfarrer Manfred Wurzer – gehüllt in einen Rauchmantel, wie er bei hohen Anlässen getragen wird – Mensch und Tier mit Weihwasser, beim zweiten Mal schwenkte er Weihrauch, beim dritten Mal hielt er die Monstranz in die Luft. Eingerahmt war der Geistliche vom Vorsitzenden von St. Sebald, Peter Fischhaber, und Bürgermeister Hubert Oberhauser. Viele hundert Gäste weideten sich an dem schönen Anblick, man hörte einige erstaunte Ausrufe. Und die Degerndorfer Blaskapelle spielte dazu.

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Die Spitze des Zuges bildete wie auch schon in den vergangenen drei Jahren Valentin Maier, gebürtiger Dettenhauser, inzwischen an der Tierärztlichen Fakultät am Englischen Garten in München tätig. Er saß auf Moritz, einem Schwarzwälder Fuchs aus dem Besitz von Jackl Westenrieder, der seinerseits lange Zeit die Dettenhauser Prozession angeführt hatte. „Das ist eine Riesenehre für mich“, sagte Maier.

Katrin Hofmann, Pressesprecherin von St. Sebald, mit ihrem Haflinger Elli.

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Weiter hinten im Zug war auch Katrin Hofmann zu sehen, Pressesprecherin von St. Sebald. „Es ist schon was Besonderes, wenn man als Mitglied des Festkomitees sich das Ganze von oben anschauen kann.“ Haflinger Elli war wie immer extrem brav und ließ sich weder vom Weihwasser sprengenden Pfarrer noch von der Blasmusik aus der Ruhe bringen. Wie die anderen Reiter auch hatte Hofmann das Tier am Tag zuvor gewaschen und am Montagmorgen geschmückt. „Da steckt natürlich schon ein bisschen Arbeit drin“, sagte sie. „Aber für den Dettenhauser Pfingstritt macht man das immer gerne.“ 

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