Bewohnerin schreit um Hilfe

Mitten in Hochwassergebiet: Plünderndes Pärchen dringt in evakuiertes Haus ein und verletzt Nachbarn

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Mitten im Hochwasser-Katastrophengebiet in Allershausen wurde ein Wohnhaus von Plünderern heimgesucht. (Symbolbild)
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Plünderer sind in Allershausen in ein vom Hochwasser evakuiertes Haus eingedrungen. Ein beherzter Nachbar wurde verletzt. Nicht die einzigen Fälle in der Region.

Allershausen - Spätestens um 13.13 Uhr war es Hans-Jürgen Hintermeier klar, dass diese Vorsichtsmaßnahmen eine richtige Entscheidung waren. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich am Mittwoch nämlich die unverfrorene Plünderungsaktion eines jungen Pärchens, wie der stellvertretende Chef der Polizei Freising im Rahmen der Hochwasser-Pressekonferenz nur rund zwei Stunden nach der Tat schilderte.

„Ein Pärchen, knapp unter 30 Jahre alt, ist an der Fürholzer Straße in Allershausen in ein Wohnhaus eingedrungen“, berichtete Hintermeier. Dies sei allerdings von der eigentlichen Bewohnerin des Gebäudes bemerkt worden. „Sie hat um Hilfe geschrien.“ Ein Nachbar kam hinzu und bemerkte, dass das dreiste Pärchen eine Uhr geklaut hatte.

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Rabiate Täter brechen Nachbarn einen Finger

„Es kam zu Handgreiflichkeiten“, erzählte der Vize-Polizeichef am Mittwoch weiter. Dabei konnte der Nachbar zwar die Uhr in Besitz bringen, musste dafür aber einen schmerzhaften Preis zahlen. Ihm wurde ein Finger gebrochen. Polizeistreifen verfolgten das flüchtende Pärchen und waren letztlich erfolgreich: In Kranzberg wurden die beiden Plünderer festgenommen. Sie müssen sich laut Hintermeier nun wegen räuberischen Diebstahls verantworten.

Eigentlich sollte die Polizeipräsenz in den evakuierten Gebieten von Hohenkammer und Allershausen dazu dienen, der von dem Hochwasser geplagten Bevölkerung vor allem ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. „Doch diese Tat war der traurige Beweis dafür, dass wir hier wirklich wegen Plünderern ein Augenmerk haben mussten.“

Zwei Diebe entkommen - Mülltourismus ist der neue unschöne Trend

Es war nicht der einzige Vorfall. Ein weiteres Pärchen wollte in Allershausen ein Notstromaggregat erbeuten. Auch hier verhinderten aufmerksame Augen den Diebstahl. Diesmal allerdings konnten die flüchtenden Täter entkommen.

Noch einen weiteren unschönen Trend hat die Polizei beobachtet: Mülltourismus. „Leute aus benachbarten Gebieten kommen nach Allershausen, weil sie ihren Sperrmüll mitentsorgen wollen“, erklärte Hintermeier und fand dafür klare Worte: „Dieses Verhalten ist mehr als verwerflich. Hier wird eine Notlage gezielt ausgenutzt, um sich zu bereichern.“

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