Die Details des „teiloffenen“ Konzepts

„Highlight“ Kinderhaus Wildenwart für Prien und Frasdorf: Blick hinter Kulissen der Kita der Zukunft

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Baustellenbesuch im neuen Kinderhaus Wildenwart. Im Garten lässt sich deutlich erkennen, was entstehen soll, die Toiletten für die Kinderkrippe sind bereits fertig.
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Im September sollen die ersten Kinder aus Frasdorf und Prien in das neue Kinderhaus Wildenwart zwischen den beiden Gemeinden einziehen. Der Baustellenbesuch zeigt: Vieles ist fertig, ein paar Dinge müssen noch gemacht werden. Der Kinderhausleiter erklärt, nach welchem Konzept die Kinder hier betreut werden sollen.

Frasdorf/Prien am Chiemsee – Zwischen Wildenwart und Prutdorf, also genau zwischen den Gemeinden Frasdorf und Prien, auf einer Anhöhe mit Blick auf die Kampenwand, entsteht gerade die modernste Einrichtung für Kinderbetreuung der ganzen Region. Beide Gemeinden haben sich zusammengetan für dieses Großprojekt, Kinder aus beiden Gemeinden werden hier ab September betreut. Gerade für Eltern aus den kleinen Dörfern und Weilern zwischen den beiden Chiemgau-Gemeinden eine Erleichterung, wie der Leiter, Johannes Kern, in einigen Gesprächen mit Eltern erfuhr: „Viele sind froh, dass sie eben nicht so weit müssen, sondern das jetzt hier vor Ort haben.“

Erste Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien

Patrick Nägele
Fotostrecke: Das Kinderhaus Wildenwart der Johanniter – erste Eindrücke vom Gemeinschaftsprojekt zwischen Frasdorf und Prien © Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien
Patrick Nägele
Fotostrecke: Das Kinderhaus Wildenwart der Johanniter – erste Eindrücke vom Gemeinschaftsprojekt zwischen Frasdorf und Prien © Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien
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Fotostrecke: Das Kinderhaus Wildenwart der Johanniter – erste Eindrücke vom Gemeinschaftsprojekt zwischen Frasdorf und Prien © Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien
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Fotostrecke: Das Kinderhaus Wildenwart der Johanniter – erste Eindrücke vom Gemeinschaftsprojekt zwischen Frasdorf und Prien © Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien
Patrick Nägele
Fotostrecke: Das Kinderhaus Wildenwart der Johanniter – erste Eindrücke vom Gemeinschaftsprojekt zwischen Frasdorf und Prien © Eindrücke vom neuen Kinderhaus Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien

Noch gibt es aber einiges zu tun, bis drei Kindergartengruppen, eine Kinderkrippe und eine Hortgruppe Mitte September in das Kinderhaus Wildenwart einziehen. Platz für eine weitere Krippengruppe gibt es, der Bedarf ist aber noch nicht vorhanden. Die Hort- und Krippenräume sind im Erdgeschoss, die Kindergartengruppen im Obergeschoss. Dort ist auch ein Mehrzweckraum mit Geräteunterschlupf. Neben Büros für die Fachkräfte gibt es auch einen eigenen Besprechungsraum für Elterngespräche. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Gebäude“, sagt Kern, welches die beiden Gemeinden zusammen entworfen haben.

Kampenwandblick beim Spielen im Garten und aus den Fenstern

Die Sanitär-Anlagen, mit Toiletten in unterschiedlichen Größen, sind installiert, Fenster, Türen und Schränke eingebaut, Steckdosen und Lichter ebenso. Was fehlt, ist die Inneneinrichtung. Auch im Außenbereich sind noch einige Dinge zu erledigen, auch wenn sich schon das Bewegungsparadies erkennen lässt: Fahrzeuggarage für eine asphaltierte Straßensimulation, Wasserspielplatz, Sandspielturm, aber auch die Klassiker wie eine Rutsche oder Schaukeln dürfen nicht fehlen. Alles mit Blick auf die Kampenwand.

Priens Bürgermeister Andreas Friedrich ist begeistert vom Bau: „Highlight für mich ist die Bauweise: Das Kinderhaus Wildenwart entsteht oberhalb des Erdgeschosses überwiegend aus Holz. Dabei kamen vorgefertigte Module zum Einsatz, die auf der Baustelle zusammengefügt worden sind.“ Friedrichs Amtskollege Daniel Mair aus Frasdorf zeigt sich beeindruckt von der Lage: „Das Haus ist schön in die Hanglage eingebaut, schöner Außenbereich, schöner Garten.“ Dazu hebt er die Nähe zur Kirche und Grundschule hervor. Beide betonen die reibungslose Abstimmung untereinander: unproblematisch, kurz und knapp, an einem Strang ziehend, beschriebt es Mair, partnerschaftlich und vertrauensvoll Friedrich.

Erste Eindrücke vom neuen Kinderhaus in Wildenwart zwischen Frasdorf und Prien

Die Stimmung in Frasdorf zum neuen Kinderhaus nimmt Mair als positiv wahr: „Insgesamt sind alle sehr begeistert, dass jetzt ein neuer Kindergarten entsteht und endlich ausreichend Plätze da sind.“ Vor zwei Jahren konnten über 20 Kinder nicht in Frasdorf untergebracht werden, deshalb freut sich Mair, sich jetzt bei den umliegenden Gemeinden mit freien Plätzen revanchieren zu können. Friedrich würde sich noch über eine stärkere Buchung freuen, dies liege aber eher daran, dass in Prien die Nachfrage nach Betreuungsplätzen allgemein nicht so stark ist. Die Kosten für das Haus sind so aufgeteilt, dass Prien 3,5 Teile übernimmt und Frasdorf 2,5. „Das liegt an der Aufteilung der Gruppen“, erklärt Friedrich.

Johanniter: Genügend Fachkräfte gefunden, ohne zu wildern

Träger der Einrichtung sind die Johanniter. Es ist die erste Kinderbetreuungseinrichtung, welche die Johanniter in der Region betreiben. „Ich habe den Eindruck, dass es dem Träger, genau wie uns, in erster Linie um das Wohl der Kinder geht“, teilt Friedrich dem OVB mit. Mair ergänzt: „Es ist eine vertrauensvolle und lösungsorientierte Zusammenarbeit. Die wollen auch nichts Außergewöhnliches.“ Zur Überraschung von Hausleiter Johannes Kern und Johanniter-Pressesprecher Gerhard Bieber konnten alle offenen Stellen zügig besetzt werden.

„Das ist für uns als Träger die größte Auszeichnung, dass so viele Menschen sich dafür entschieden haben, hier in Wildenwart als Fachkräfte tätig zu sein“, sagt Bieber beim Baustellenbesuch. Dabei war es den Johannitern wichtig, nicht bei anderen Einrichtungen zu „wildern“, wie Kern verdeutlicht: „Das wollten wir nicht, wir wollen ja keine Unruhe in die Region bringen.“ Der Pädagoge nennt noch einen für ihn wichtigen Aspekt: „Es ist ein Anreiz, mit einem neuen Träger in der Gegend, mit dem man noch keine Erfahrungen hat, zusammenzuarbeiten. Der größte Anreiz ist aber, dass hier nun etwas ganz Neues entsteht. Hier kommen jetzt 15 motivierte Menschen zusammen, die wissen, hier kann ich mich einbringen und meine Ideen auch mit umsetzen.

Im Garten entsteht ein großes Spielparadies für Kinder.

Dabei wird im Kinderhaus Wildenwart ein Wort eine wichtige Rolle spielen: teiloffen. Bedeutet, es gibt erst mal feste Gruppen und Räume für die Kinder. Im Alltag sollen die Räume den Kindern aber offenstehen. Das heißt nicht, dass die Krippenkinder in der Hortgruppe ihren Mittagsschlaf machen können, dafür haben sie ein extra Schlafzimmer. Die unterschiedlichen Altersgruppen begegnen sich hauptsächlich draußen im Garten.

Kern erklärt die Idee dahinter: „Ganz einfach gesagt wird nicht in jedem Gruppenraum jegliches Spielmaterial angeboten. Es gibt beispielsweise in der einen Gruppe die Spielküche, in der anderen gibt es einen Kaufladen, in der nächsten eine Bauecke. Und wiederum in einem Nebenraum gibt es Legos und Autos.“ Die Kinder können sich so je nach Interesse und Bedürfnis aufteilen. Kern: „Ein Kind möchte basteln, dann kann es an den Basteltisch, ein anderes mit Autos spielen, dann kann es in den Raum mit den Autos gehen.“ Auch der Flur soll als Aufenthaltsfläche genutzt werden können.

Teiloffenes Konzept: Mehr Zeit um auf Bedürfnisse der Kinder einzugehen

Das Gleiche gilt für seine Teammitglieder: „Alle haben unterschiedliche Ideen und Interessen, die sie alle einbringen können. Die Sportbegeisterten könnten beispielsweise täglich den Turnraum für die Kinder öffnen. Andere können ihre Kreativität am Basteltisch ausleben. Auch das Team soll das machen, bei dem es sich verwirklichen kann.“ So könne die Aufmerksamkeit auch viel individueller auf die Kinder gerichtet werden: „Wenn die Kinder in den Spielbereichen im Haus verteilt sind, haben die einzelnen Fachkräfte auch weniger Kinder zur Betreuung in ihrem Bereich und können so gezielter die Bedürfnisse der Kinder beobachten. Das ist auch ein Vorteil des teiloffenen Konzepts.“

Die Toiletten der Kindergrippe im Kinderhaus WIldenwart.

Als Essensangebot ist eine Vollverpflegung geplant: Frühstück, Mittagessen und Nachmittagssnack. „So muss nichts mehr von zu Hause mitgenommen werden“, erklärt Kern. Die Hauswirtschaftskraft kauft Frühstück und Nachmittagsbrotzeit ein und bereitet die Speisen dann zu – teilweise gemeinsam mit den Kindern. Das Mittagessen kommt vom Catering-Service.

Mit seinem Team ist Kern sehr zufrieden: „Es haben sich so unterschiedliche Menschen beworben: männlich, weiblich, verschiedene Generationen, mit unterschiedlichen Erfahrungen – beispielsweise auch aus Jugendheimen oder aus Kinderdörfern. Ein wirklich tolles Team mit vielfältigen Möglichkeiten.“ Zum 1. September startete das Team, am 8. September ziehen dann die Kinder ein. „Eine Woche zum Einleben und Zusammenwachsen bleibt uns“, meint Kern grinsend.

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