VonChristiane Mühlbauerschließen
Eine Kirchenbank geht ab Sonntag auf die Reise durchs Loisachtal. Was steckt hinter der Aktion?
Benediktbeuern/Bichl/Kochel am See – Eine in kräftigen Farben bemalte alte Kirchenbank wird bald auffällig platziert in Benediktbeuern, Bichl und Kochel am See stehen: Die Bank soll Menschen einladen, sich niederzusetzen, zur Ruhe zu kommen und über ihren Glauben nachzudenken. Der Startschuss fällt am Sonntag, 12. Mai, vor dem Caféhaus Lugauer in Benediktbeuern.
Gewöhnlicherweise gehe man in die Kirche, „aber die Kirche soll auch mal zu den Menschen gehen“, sagt Anna Kibili. Die 23-Jährige setzt das Projekt, dessen Idee von Diakon Hubertus Klingebiel stammt, gerade um. Kibili studierte an der Katholischen Stiftungshochschule Soziale Arbeit und Religionspädagogik, machte ihr Praxissemester in der Pfarrei in Benediktbeuern und arbeitet dort noch bis Ende August im Gemeindeassistenz-Vorbereitungsdienst. Derzeit ist sie in viele Aufgaben in der Pfarrei eingebunden.
„Die wandernde Kirchenbank soll Menschen einladen, sich Zeit zu nehmen“, sagt die junge Frau. Die Bank wird eine Woche an einem Ort stehen und sonntags transportiert. Am 19. Mai kommt sie zum Schmied-von-Kochel-Denkmal, am 26. Mai an den Maibaum nach Bichl. Jeden Montag um 19 Uhr wird Kibili zu einem Impuls-Treffen einladen, bei dem die Teilnehmer sich etwa 15 Minuten lang mit dem Glauben beschäftigen. Alle Bürger sind willkommen. Zudem befindet sich in einer Kiste ein kleines Buch, in das man seine Gedanken schreiben kann und Texte über den Glauben findet. Sechs Wochen lang wird die Bank durch die drei Gemeinden wandern. Weitere Stationen sind auch Standorte im Moos.
Die Bank stammt aus der Benediktbeurer Basilika
Die Bank selbst ist ein ausgemustertes Exemplar aus der Basilika und wurde Kibili von Mesner Christian Höck zur Verfügung gestellt. Kibili hat sie bemalt. Was damit nach Ende des kleinen Projekts mit dem Titel „Moment mal“ passiert, ist noch offen.
Für sie ist das Projekt zugleich ein Abschied vom Loisachtal. Ab September wird die 23-Jährige, die aus Lauingen (Landkreis Dillingen) stammt, nach Penzing bei Landsberg gehen. Dort beginnt ihre Gemeindeassistenzzeit. Wenn sie diese nach zwei Jahren beendet hat, wird Kibili als Gemeindereferentin arbeiten und vielfältig in einer Pfarrei im Einsatz sein – „von Kommunionvorbereitung bis zum Seniorennachmittag“, erklärt sie.
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