Eine Suchaktion hat die Bergwacht Leitzachtal am Donnerstagabend mehrere Stunden lang auf Trab gehalten. Ein Wanderer hatte sich in den Bergen bei Bayrischzell verirrt.
Bayrischzell – Wie die Bergwachtsektion Leitzachtal berichtet, war der rüstige 80-Jährige aus Sachsen gegen 11 Uhr am Wanderparkplatz Stocker bei Bayrischzell zu seiner Bergtour aufgebrochen. Eigentlich wollte er zum Großen Traithen, allerdings erreichte er den Gipfel nicht. Da er keinen befestigten oder markierten Weg mehr fand, entschloss er sich kurz nach 18 Uhr, per Handy Hilfe anzufordern.
Da keine Handyortung möglich war und die Beschreibung seines Standortes viele Möglichkeiten offen ließ, versuchte der Einsatzleiter aufgrund der nahenden Dämmerung einen Hubschrauber zur Suche nachzufordern. Bevor ein Helikopter verfügbar war, meldete sich der Senior wieder telefonisch, dass er jetzt wieder einen markierten Weg gefunden hat und selbstständig absteige. Da die Bergwachtler allerdings schon ahnten, dass der Tourist aus Sachsen nicht vor der einbrechenden Dunkelheit im Tal sein würde, setzte sie die Suche fort. Jeweils zwei Bergwachtler begannen vom Vogelsang und vom Parkplatz Stocker aus, das Traithen-Gebiet abzusuchen.
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Etwa 30 Minuten später meldete sich der Rentner auch wieder in der Rettungsleitstelle. Er hatte kein Licht dabei und kam im steilen Gelände nicht mehr weiter. Die Suchmannschaft im Fürstengraben, unterhalb des Kleinen Traithen, fand den Wanderer schließlich gegen 20.30 Uhr. Mit Seilsicherung führten die Retter, unterstützt von nachrückende Kräften, den Verirrten bis zum Talgrund. Zehn Leitzachtaler Bergretter brachten den Orientierungslosen gegen 22 Uhr wieder sicher ins Tal.
Am Poschberg kam es in der Nacht zu einem Großeinsatz der Bergwacht. Ein Mann hatte sich verstiegen - und kam nicht mehr weiter. Der Einsatz gestaltete sich kompliziert.
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