VonAlois Ostlerschließen
Mit der neuesten Technik, Suchhunden und 40 Mann hat die Bergwacht zusammen mit drei Hubschraubern zwei Tage lang das Lenggrieser Gemeindegebiet nach einem vermeintlich abgestürzten Gleitschirmflieger abgesucht. Ohne Erfolg. Die Suche wurde am Sonntagnachmittag abgebrochen und zum Fehlalarm erklärt.
Lenggries – Zwei Zeugen hatten am Samstagnachmittag einen abgestürzten Gleitschirmflieger gemeldet. Sie gaben an, der Pilot sei über Lenggries in Schwierigkeiten mit seinem Fluggerät geraten und habe versucht, seinen Rettungsschirm auszulösen, der aber nicht aufging, heißt es in einer Mitteilung der Bereitschaft. Zunächst wurde vermutet, der Pilot müsse im Gemeindegebiet abgestürzt sein. Da er dort jedoch nicht zu finden war, übernahm die Bergwacht Lenggries die Koordination der Suchaktion.
Bis in die Nacht hinein suchte die Bergwacht mit insgesamt 30 Mann Wälder und Wiesen ab. Ein Polizeihubschrauber durchkämmte das Gebiet mit einer Wärmebildkamera. Wegen der Dunkelheit wurde die Suche gegen Mitternacht abgebrochen.
Am Sonntagmorgen bekamen die Lenggrieser Bergretter Unterstützung von weiteren Bereitschaften, die mit Suchhunden und modernster Technik zum Treffpunkt in der Ahornau anrückten, so Bergwachtsprecherin Sylvia Frei. Penzberg unterstützte demnach die Suche unter anderem per Drohne aus der Luft. Bad Tölz half mit zahlreichen Einsatzkräften, das Gebiet zu durchkämmen. Außerdem lieferten Tölz und Brannenburg die nötigen Tankanhänger für die beiden eingesetzten Hubschrauber von Polizei und Bundeswehr. Die Hundestaffel Hochland kam mit sechs Suchhunden.
Um den Suchradius einzugrenzen, traf sich die Einsatzleitung mit den Zeugen dort, wo sie die Beobachtung gemacht hatten. Gemeinsam versuchte man herauszufinden, wo genau der Pilot abgegangen sein muss. Dann wurde das Gebiet zwischen Schönberg, Isar und Geierstein erneut abgesucht. Sowohl vom Boden, als aus der Luft – jedoch ohne Ergebnis.
Gegen Mittag trafen sich die Einsatzkräfte zu einer weiteren Lagebesprechung und waren gerade auf dem Weg in ein neues Suchgebiet, als die Entwarnung kam. Ein Anwohner hatte die Radiodurchsagen gehört und sich bei der Bergwacht gemeldet. Er hätte einen Gleitschirmflieger noch am Abend des vermeintlichen Absturzes gesehen. Er solle bei bester Gesundheit gewesen sein und abseits der Straße seinen Gleitschirm zusammengepackt haben. Da es sich in etwa um das vermutete Absturzgebiet handelte und auch immer noch keine Vermisstenmeldung eingegangen war, entschied man sich gemeinsam mit der Tölzer Polizei die Suchaktion abzubrechen und als einen Fehlalarm zu werten. Am frühen Nachmittag war der Einsatz beendet.
Bergwachtsprecherin Frei: „Ein Fehlalarm ist zwar immer ärgerlich, jedoch jedem lieber als das tragische Ende einer Suchaktion.“

