- VonFrederic Ristschließen
Schlechtes Wetter und steigende Rohstoffpreise haben den Eisdielen im Landkreis zuletzt das Geschäft verhagelt. Die Besitzer fürchten nun, dass die diesjährige Eissaison – trotz des aktuell sommerlichen Wetters – nicht mehr zu retten ist.
Dachau – Die Frühlingsmonate waren in den vergangenen Jahren immer eine goldene Zeit für die Dachauer Eisdielenbesitzer, die ihre Gäste mit erfrischendem Eis bei Sonnenschein verwöhnen konnten. Doch in diesem Jahr scheint es das Schicksal anders zu meinen. Trübe und regnerische Tage dominierten bisher die Eissaison und stellten die Eisdielen in den vergangenen Wochen vor große Herausforderungen. Die Frage drängt sich auf: Ist diese Saison noch zu retten?
Einer der betroffenen Eisdielenbesitzer ist Giorgio Dall’Anese, Betreiber der beliebten Eisdiele „La Veneziana Eis“ in der Dachauer Bahnhofstraße. Mit einem Seufzer berichtet er von den turbulenten Zeiten, die das diesjährige Eisgeschäft begleiteten: „Das Wetter zeigt sich in diesem Jahr von seiner unberechenbaren Seite, voller Unbeständigkeit und Überraschungen.“ Statt strahlender Sonnentage und angenehmer Temperaturen hätten sich er und seine Kollegen mit dunklen Wolken und Regenschauern konfrontiert gesehen, die die Kunden fernhielten und die erhoffte gute Frühlingsstimmung trübten. Die Auswirkungen des unbeständigen Wetters seien vielfältig und belasten ihn nicht nur emotional, sondern auch finanziell: „Die geringeren Besucherzahlen an grauen Tagen führten zu Umsatzeinbußen, ganz klar“, so Dall’Anese.
Steigende Kosten für Milch, Zucker und Co.: „Eigentlich müsste ich den Preis schon wieder erhöhen“
Doch nicht nur das Wetter macht den Eisdielenbesitzern bis heute zu schaffen, sondern auch die steigenden Kosten. Bekanntermaßen stiegen die Preise für Lebensmittel wie Milch, Zucker, Schokolade oder Sahne in den zurückliegenden Monaten erheblich. Gleiches gilt für Strom-, Produktions- und Lieferkosten. „Wir haben seit Jahren extrem hohe Fixkosten. Das macht die Situation nicht einfacher“, klagt Roberto Pra Florani, Betreiber des Eiscafés „Venezia“ am Ausläufer des Dachauer Karlsbergs. „Eigentlich müsste ich den Preis für eine Kugel schon wieder erhöhen – 1,50 Euro sind aufgrund der Mehrkosten für die Rohstoffe einfach zu wenig.“
Ähnlich sieht es Stefano Collodel, leidenschaftlicher Betreiber der Eisdiele „Crema Gelato“ in der Münchner Straße in Dachau: „Mit 1,50 Euro liegen wir hier in der Region ohnehin eher unter dem Durchschnitt – das ist eigentlich unsere absolute Schmerzgrenze. Für unsere spezielleren Sorten müssen wir mittlerweile sogar 1,80 Euro verlangen. Anders geht es leider nicht mehr.“
„Die besten Monate für uns Eisdielenbesitzer sind März, April und Mai“
Der Trend zu höheren Preisen für „Premium“-Kugeln wie Pistazie oder Mandel ist auch in vielen anderen Eisdielen der Region zu beobachten. So kostet beispielsweise eine Kugel Eis dieser Sorten im Eiscafé Venezia in Altomünster in diesem Jahr 2 Euro. Grund sind auch die gestiegenen Rohstoffkosten.
(Unser Dachau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)
Auf die Frage, ob die Saison durch besonders schöne Sommermonate noch zu retten sei, antwortet Collodel nur bedrückt: „Leider nein. Die besten Monate für uns Eisdielenbesitzer sind März, April und Mai. Denn in den Sommermonaten sind die meisten Leute im Urlaub, wodurch wir weniger Kunden haben. Da wir in dieser Zeit absolut kein Glück mit dem Wetter hatten und kaum Kugeln verkauft haben, ist die Saison für dieses Jahr mehr oder weniger gelaufen.“ Aber davon will er sich nicht unterkriegen lassen. „Wir machen das Beste aus der momentanen Situation und wollen den Menschen natürlich trotzdem eine angenehme Abkühlung an den hoffentlich bald kommenden heißen Sommertagen ermöglichen.“
Preise für die Kugel Eis steigen in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter
In einem waren sich alle Eisdielenbesitzer einig: Die Preise für eine Kugel Eis werden in den nächsten Jahren leider weiter steigen. „Aber die Leute haben Verständnis für die Situation. Sie verstehen, dass uns ein bisschen die Hände gebunden sind und wir nicht anders können“, sagt der Dachauer Dall’Anese.
Bis dahin aber freue er sich erst mal, dass sich sein Geschäft endlich wieder mit Sonnenstrahlen und strahlenden Kunden füllt. Die kalte Zeit hätte er nämlich auch genutzt, so Dall’Anese, um an neuen Kreationen zu tüfteln. Die wolle er nun unbedingt an den Mann und die Frau bringen.
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Dachau finden Sie auf Merkur.de/Dachau.