VonChristoph Petersschließen
Während sich die Spieler des EC Peiting derzeit fleißig auf die neue Eishockeysaison vorbereiten, nimmt die bevorstehende Generalsanierung der Eishalle Fahrt auf. Am Dienstag segnete der Gemeinderat den Bauantrag für das Millionen-Projekt ab.
Peiting – Mittlerweile fast genau zwei Jahre ist es her, dass der Marktgemeinderat entschied, die in die Jahre gekommene Eishalle von Grund auf zu sanieren. Auf rund sechs Millionen Euro bezifferte man damals die Kosten, eine für den Markt alles andere als unerhebliche Summe. Es sei die größte Investition in eine Sportanlage, die man je durchgeführt habe, verdeutlichte der damalige Kämmerer Christian Hollrieder die Dimensionen des Projekts. Entsprechend froh war man in der Gemeinde, als 2021 die Nachricht aus Berlin kam, dass sich der Bund im Rahmen eines Förderprogramms mit rund zwei Millionen Euro an den Kosten beteiligen werde. Noch ist vom Mammut-Vorhaben in der Halle selbst nichts zu sehen, die Arbeiten spielten sich bislang vor allem hinter den Kulissen ab. In den vergangenen Monaten trieb die Bauverwaltung gemeinsam mit Fachleuten die Planungen voran, die nun so weit fortgeschritten sind, dass man den Bauantrag stellen konnte.
Eispiste wird verkleinert
Eine der markantesten Änderungen im Inneren werde die Verkürzung der Eispiste um zwei Meter sein, erläuterte Bauamtsmitarbeiter und designierter Marktbaumeister Christian Hack in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Wo sich die alte Zamboni-Garage befindet, soll künftig ein Aufzug den barrierefreien Zugang ermöglichen. Für die Technik ist ein Anbau im Süden geplant. Auf dieser Seite soll auch ein weiteres Tor eingebaut werden, um die Halle bei Veranstaltungen besser nutzen zu können. Gleichzeitig trägt man so dem Brandschutz Rechnung. Komplett erneuert wird auch der alte Kiosk sowie der Kabinentrakt inklusive neuem Lüftungskonzept. Überhaupt werde das ganze Stadion energetisch auf Vordermann gebracht, betonte Hack.
Kopfzerbrechen macht den Verantwortlichen noch die Kälteanlage. Die wurde bislang über einen Brunnen mit Kühlwasser aus der Peitnach versorgt. Hier gebe es wasserrechtliche Probleme. Wie beim Freibad, wo man deshalb künftig auf eine Luftwärmepumpe setzt, dürfe man das erwärmte Wasser nicht mehr zurück in den Bach leiten, erläutert Bürgermeister Peter Ostenrieder auf Nachfrage der SN. Alternativen wären, das Wasser versickern oder über einen Kühlturm verdunsten zu lassen. „Das wird nun geprüft.“
Neue Toiletten und ein Mehrzweckraum im Norden
Große Veränderungen sind laut Hack auch im Tribünenbereich geplant. Das betrifft vor allem die Toilettensituation. So soll der Flachbau im Norden aufgestockt und auf beiden Seiten neue Sanitärräume entstehen. „Dann muss niemand mehr runtergehen, wenn er auf die Toilette möchte“, sagte Hack. In der Mitte des Anbaus ist ein neuer Mehrzweckraum geplant, der von außen zugänglich sein wird. Für den Bürgermeister ein wichtiger Punkt, denn so sei der Raum einzeln vermietbar. Ziel sei es, nach der Sanierung eine vielseitig nutzbare Halle zu haben, mit der man Einnahmen generieren könne, betonte der Rathauschef. Dass das Vorhaben wegen der hohen Kosten im Ort nicht unumstritten sei, sei ihm bewusst. „Die Alternative aber wäre, dass wir die Halle verfallen lassen.“
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Soweit wollte Alfred Jocher nicht gehen. Der Unabhängigen-Rat vermisste allerdings eine genaue Aufstellung der Kosten. „Ich frage mich, ob das ganze nachher für die Vereine noch finanzierbar ist.“ Bei der Kalkulation liege man aktuell im Plan, versuchte Ostenrieder zu beruhigen. Mit dem ECP führe man derzeit intensive Gespräche. „Sobald wir da ein Paket haben, werden wir es im Gremium diskutieren.“
Die Bauarbeiten beginnen im kommenden Jahr mit dem Dach
Zurück zur Sanierung: Dringend Handlungsbedarf besteht bekanntlich beim Dach, das daher im kommenden Jahr als erste große Maßnahme in Angriff genommen werden soll. Es werde bis auf die Holzträger zurückgebaut und durch ein Blechdach mit Dämmung ersetzt, erklärte Hack. Von der Statik sei eine zusätzliche PV-Anlage zur bestehenden dann kein Problem mehr.
Eine Anregung zur Planung kam von Norbert Merk (CSU). Er bat darum, entlang der gesamten Nordseite Fahrradständer vorzusehen. Am Ende nickte der Gemeinderat den Bauantrag ab. Einzig Jocher verweigerte seine Zustimmung.
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