15 Bewohner evakuiert

Rätselhaftes Großfeuer: Brand in Asylbewerberunterkunft - Menschen verlieren Hab und Gut

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In Vollbrand stand die Asylunterkunft beim Eintreffen der ersten Feuerwehren.
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Dieses Großfeuer gibt Feuerwehren und Kripo Rätsel auf: Am Freitagabend hat es in einer abgelegenen Asylbewerberunterkunft in Eittingermoos gleich zwei Mal gebrannt – um 18 und um 21.30 Uhr. Noch mysteriöser: Zwischen beiden Feuern stand eine Brandschutzmauer.

Eittingermoos - Und: Die Einsatzkräfte sind sich sicher, nach dem ersten Alarm alle Glutnester gelöscht zu haben, auch die Wärmebildkamera zeigte keinerlei heißen Stellen mehr an. Jetzt ermittelt die Kripo. Der Verdacht der Brandstiftung liegt nahe. Unklar ist, ob das oder die Feuer von Bewohnern selbst gelegt worden sein könnte oder von außen. Was bedenklich stimmt: Am Freitag feierten die Muslime ihren größten Festtag, das Zuckerfest zum Ende des Ramadan.

Rätselhaftes Großfeuer: Brand in Asylbewerberunterkunft - Menschen verlieren Hab und Gut

Bei dem Asylheim handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus, das dem Flughafen gehört. Gemeldet sind dort 23 Asylbewerber, dem Vernehmen nach ausschließlich junge Männer aus den afrikanischen Maghreb-Staaten, Aserbaidschan und der Ukraine. Zum Zeitpunkt des Brandes waren 15 von ihnen zu Hause, die alle in Sicherheit gebracht werden konnten. Allerdings verloren sie ihr gesamtes Hab und Gut.

Eine Feuerwehr-Drohne zeigte den Einsatzkräften die Brandherde.

Das erste Mal wurden zahlreiche Feuerwehren aus dem nördlichen Landkreis und aus der Stadt Freising kurz nach 18 Uhr alarmiert. Der Eittingermooser Kommandant Albert Grandl und Kreisbrandinspektor Lorenz Huber berichten, dass es im ersten Obergeschoss des westlichen Flügels gebrannt habe. „Diese Etage war unbewohnbar, das Erdgeschoss war verraucht, sodass wir beide Bereiche zunächst gesperrt haben“, berichtet Grandl unserer Zeitung.

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Von der Gemeinde Oberding habe man Feldbetten geholt. Alle Bewohner wurden im Westflügel einquartiert, der dank Brandmauer verschont geblieben war. Mehrere Feuerwehrkräfte berichten, dass das Feuer definitiv aus gewesen sei. Man habe das mehrfach überprüft, auch mit der Wärmebildkamera. Es sei auch keine Hitze mehr im Haus gewesen, angebranntes Mobiliar wurde ins Freie gebracht. „Um 22 Uhr wollten wir noch einmal zu einer Brandschau kommen“, sagt Grandl.

Feuer im Asylheim – War es Brandstiftung?

Doch eine halbe Stunde zuvor löste die Integrierte Leitstelle erneut Großalarm aus, für die gleichen Kräfte wie einige Stunden zuvor, wenig später dann für etliche weitere. Sogar die Flughafenfeuerwehr rückte mit einem Flugfeldlöschfahrzeugen in dem Dorf an. „Bei der Anfahrt sahen wir den Dachstuhl in Vollbrand“, berichtete Kreisbrandinspektor Huber. Sofort habe man mit den Löscharbeiten begonnen. Dank eines nahen Baches stand genug Löschwasser zur Verfügung. Zeitweise von drei Seiten gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen vor, die immer wieder aufloderten. Schließlich wurden die beiden Drehleitern aus Erding und Freising in Stellung gebracht, über die Einsatzkräfte Dachziegel entfernen konnten, um den Dachstuhl effektiver löschen zu können. Gegen 22.45 Uhr drangen Trupps auch ins Gebäude vor, mussten aber um 23.30 Uhr wieder abgezogen werden, weil Einsturzgefahr bestand.

Zwei Drehleitern wurden in Stellung gebracht, um dem Dachstuhlbrand Herr zu werden. Das dauerte Stunden.

Der Brandort, der von hohen Bäumen gesäumt ist, war so undurchsichtig, dass die Feuerwehr Altenerding ihre Drohne einsetzte.
Die Flüchtlinge wurden vom BRK Erding und Freising ins nahe Feuerwehrhaus Eittingermoos gelotst, dort mit Getränken versorgt und von einer Notärztin und Sanitätern betreut.

Zwischenzeitlich wurde Landrat Martin Bayerstorfer eingeschaltet, der eine Unterbringung der 13 Geflüchteten im Landkreis-Ankunftszentrum in Altenerding verfügte. Ein Bus brachte die Bewohner weit nach Mitternacht dorthin. Sie werden in den kommenden Tagen auf andere Unterkünfte verteilt.

Die Löscharbeiten dauern fast die ganze Nacht. Laut Einsatzleitung dürften es um die 150 Kräfte von Feuerwehren, Polizei, BRK und Maltesern gewesen sein. Am Morgen betreten Brandfahnder der Kripo Erding die Ruine, die abbruchreif ist und durchsuchten sie nach Spuren, die entweder auf Brandstiftung, einen technischen Defekt oder eine andere Brandursache hindeuten.

Hinweise zu den beiden Bränden erbittet die Kripo Erding unter Tel. (0 81 22) 96 80.

ham

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