Zwei Schulstandorte

Elterninitiative sammelt Unterschriften: Fünftklässler sollen in Waldram bleiben

+
Unterschriftenlisten zur Unterstützung der Initiative „Stark für unsere Kinder – die 5. Klasse der Waldramer Mittelschule bleibt bestehen“ liegen unter anderem im Backhupferl an der Schießstättstraße aus.
  • schließen

Der Widerstand wächst. Die Initiative „Stark für unsere Kinder – die 5. Klasse der Waldramer Mittelschule bleibt bestehen“ sammelt Unterschriften.

Wolfratshausen – Alle fünften bis neunten Klassen sowie die sogenannte M-Klasse der Mittelschule in Waldram ziehen ins neue Schulzentrum am Hammerschmiedweg in der Innenstadt um: Diese Grundsatzentscheidung fällte der Stadtrat bereits im November 2020 mit 17:8 Stimmen. Nun geht’s wie berichtet schneller als gedacht – bereits die künftigen Fünftklässler sollen ab September die Schulbank in Loisachnähe drücken. Dagegen regt sich Widerstand – und der wächst.

Die Würfel fielen in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses des Stadtrats in Wolfratshausen. Mit einer Ausnahme votierten die Mitglieder des Gremiums dafür, dass die Waldramer Mittelschüler bereits in den kommenden Sommerferien die Umzugskartons packen müssen. Die Gründe erklärten Bürgermeister Klaus Heilinglechner sowie der Schulreferent des Stadtrats, Fritz Meixner, in einem Interview mit unserer Zeitung ausführlich. Warum der Umzug so schnell erfolgt? „Die Stadt reagiert in dieser Frage nur auf die aktuelle Situation – wir sind zum Handeln verdammt“, so Meixner. Bei den Schuleinschreibungen habe es einen „massiven Einbruch“ gegeben, der nicht abzusehen gewesen sei. Meixner: „Wir haben die Zusammenlegung ab September nicht forciert oder gar von langer Hand geplant. Es ist für uns – das kann man schon so sagen – die Wahl des kleineren Übels: Zweimal einzügig oder zwei Züge an einer Schule.“

Eltern können Entscheidung nicht nachvollziehen

Stephanie Hanna-Necker, Vorsitzende des Elternbeirats der Grund- und Mittelschule Waldram, sowie Elisabeth Brustmann, Mitbegründerin der Elterninitiative „Stark für unsere Kinder – die 5. Klasse der Waldramer Mittelschule bleibt bestehen“, überzeugt das nicht. Sie können nicht nachvollziehen, dass die Waldramer Fünftklässler von einer mit vielen Millionen Euro sanierten Schule an einen Unterrichtsort „versetzt werden“, der mutmaßlich ab 2023 zu einer Großbaustelle wird. Wie berichtet wird der Schulstandort am Hammerschmiedweg generalsaniert und erweitert. Die Kommune investiert nach derzeitigem Stand rund 50 Millionen Euro – mit dem Abschluss der letzten Baumaßnahmen rechnet der Stadtrat im Jahr 2027.

Brustmann hat – unterstützt vom Elternbeirat – schon vor den Pfingstferien eine Unterschriftenaktion für den Verbleib der Fünftklässler an der Kardinal-Wendel-Straße initiiert. „Wir gehen von Haus zu Haus“, berichtet Hanna-Necker. Wie viele Unterschriften bereits unter Dach und Fach sind, möchte sie noch nicht preisgeben. „Wir sammeln erst einmal fleißig weiter.“ In die Listen eintragen können sich Bürger laut Hanna-Necker unter anderem beim Edeka-Markt in Waldram, beim Backhupferl an der Schießstättstraße sowie beim Backstüberl in Weidach.

„Wir fordern, dass zum Wohl der Kinder entschieden wird“

Die Elterninitiative pocht mit Blick auf die Lehrerstunden unter anderem auf einer „Gegenüberstellung der benötigten Stunden der zukünftigen sechsten bis neunten Klassen plus M-10-Klassen, um zu errechnen, wie viel Kapazität für die zukünftigen fünften Klassen übrig ist“. Erst dann, so Brustmann, „und nur dann kann man aufgrund fundierter Zahlen entscheiden, ob die Einzügigkeit an beiden Schulen weiterhin bestehen bleiben kann – ohne andere Klassen zu schädigen.“ Sie stellt fest: „Die Mittelschule Waldram kann eine vollständige Klasse, das heißt, 24 bis 25 potenzielle Mittelschüler aufweisen.“ Genug Mädchen und Buben für eine „eigenständige Klassenbildung“ würde es auch am Standort Hammerschmiedweg geben.

Sollten die politischen Entscheidungsträger daran festhalten, dass die zwei fünften Klassen ab September an einem gemeinsamen Standort büffeln, kommt für Brustmann, Hanna-Necker und ihre Mitstreiter nur eine Option infrage: „Wir fordern, dass zum Wohl der Kinder entschieden wird – und sie an einem geschützten Ort, ohne Lärm, Staub und Bau-Chaos unterrichtet werden“ – an der Kardinal-Wendel-Straße in Waldram.

cce

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.

Kommentare