Bürgermeisterwahl in Egenhofen

Früherer Rathaus-Amtsleiter wird neuer Bürgermeister

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Das Rathaus der Gemeinde Egenhofen im Ortsteil Unterschweinbach hat einen neuen Chef: Robert Köll, der früher dort Amtsleiter war.
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Mit 65,9 Prozent wird der frühere Rathaus-Amtsleiter Robert Köll neuer Bürgermeister von Egenhofen. Sein Konkurrent Florian Dimmelmeier (CSU) spricht von einer "herben Klatsche".

Ins Rathaus kehrt ein bekanntes Gesicht zurück: Robert Köll (Bürgervereinigung Gesamtgemeinde Egenhofen/BGE), der jahrelang Amtsleiter war, ist der neue Bürgermeister von Egenhofen. Und das Ergebnis ist eindeutig: Mit 65,9 Prozent haben die Bürger ihn zum neuen Rathauschef gewählt. Sein Konkurrent Florian Dimmelmeier (CSU) kommt auf 34,1 Prozent.

Ein so deutliches Ergebnis hätte ich nicht erwartet.

Robert Köll

„Ich freue mich sehr“, sagt Robert Köll, der an diesem Wahlabend im Dienst ist. Als Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf bearbeitet er die Rückläufe der Wahlunterlagen. „Ein so deutliches Ergebnis hätte ich nicht erwartet.“ Er wolle sich vor allem bei seiner Wählergruppe bedanken, die einen tollen Wahlkampf geführt habe. Seinen Wahlsieg führt er vor allem auf einen Punkt zurück: seine Erfahrung in der Verwaltung.

Bei Florian Dimmelmeier hingegen ist die Enttäuschung groß. „Das ist eine herbe Klatsche für mich“, stellt er fest. Gefragt nach den möglichen Gründen für das für ihn niederschmetternde Ergebnis sagt er: „Es liegt wohl an meiner Person, die stark polarisiert, sodass es mir nicht gelungen ist, die Leute zu überzeugen.“

Er werde sich davon aber nicht entmutigen lassen. Sollte er in den Gemeinderat gewählt werden, werde er natürlich das Mandat annehmen. Generell sei er froh, dass der Wahlkampf nun vorbei sei.

Vor sechs Jahren war Robert Köll unterlegen

Dimmelmeier ist seit sechs Jahren im Egenhofener Gemeinderat. 2020 zog er mit der von Martin Obermeier neu gegründeten Neue Liste Egenhofen (NLE) ins Gremium ein. 2023 wechselte Dimmelmeier dann zur CSU, aus persönlichen Gründen, wie er damals sagte.

„Es ist besser, ein klares Ergebnis zu haben, als wenn es nur um ein paar Prozentpunkte geht“, erklärt Köll. Bei der Wahl vor sechs Jahren, hat Köll eine herbe Klatsche einstecken müssen. Er war damals Gemeinderatsmitglied Martin Obermeier (Neue Liste Egenhofen/NLE) unterlegen: Obermeier holte 54,8 Prozent der Stimmen und wurde damit erster hauptamtlicher Bürgermeister Egenhofens. Köll verließ danach das Egenhofener Rathaus und arbeitet seitdem als Verwaltungschef im Rathaus in Mammendorf.

Dort habe man ihm natürlich zum Wahlsieg gratuliert, erzählt Köll. „Sie freuen sich für mich, auch wenn sie für sich schon etwas traurig sind“, sagt er weiter. Schließlich habe man ein gutes Miteinander. Und ein solches wolle er auch in Egenhofen (wieder) schaffen.

Kommentar zum Wahlergebnis von Redakteurin Eva Strauß:

Know-How ist gefragt

Die Egenhofener haben entschieden – und zwar unmissverständlich. Sie wollen, dass wieder Verwaltungskompetenz – und damit auch Ruhe – ins Rathaus einzieht. Denn daran hat es in den vergangenen sechs Jahren doch etwas gemangelt. Hatten sich die Bürger bei der Wahl 2020 noch deutlich für den Kommunikator und Netzwerker ausgesprochen, ist ihnen das nun nicht mehr so wichtig. In Zeiten, in denen eine Krise die nächste jagt und die ohnehin schon klammen Kassen noch klammer werden, ist Erfahrung in der Verwaltung sicherlich von Vorteil. Und dass er diesbezüglich Know-How hat, das hat Köll bereits jahrelang bewiesen – als Amtsleiter in Egenhofen und Geschäftsstellenleiter der VG Mammendorf. Und nicht zuletzt hat Köll Mut gezeigt, indem er ein zweites Mal kandidiert hat. Und auch das wurde belohnt.

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