VonDoris Schmidschließen
In Icking dreht sich auf der Suche nach heißem Wasser der Bohrer, in Gelting ruht er. Die Hoffnung, im Geretsrieder Ortsteil fündig zu werden, hat das Unternehmen Enex nach zwei erfolglosen Versuchen aber noch nicht aufgegeben.
Gelting – Es dreht sich wieder ein Bohrmeißel – aber nicht auf dem Hofgut Breitenbach in Gelting, sondern in der Gemeinde Icking. Dort fiel vor ein paar Tagen der Startschuss für das Geothermieprojekt Dorfen. Auch Enex-Geschäftsführer Dr. Robert Straubinger war bei der Meißelweihe dabei. Die Enex unternahm in Gelting zwei Bohrversuche – leider erfolglos. „Wir haben das Thema noch nicht abgehakt“, sagt Straubinger im Gespräch mit unserer Zeitung.
Doch nach zwei Fehlversuchen können weitere Aktivitäten nur unter der Fahne „Anwendungsforschung“ erfolgen, räumt der Geschäftsführer ein. „Dafür stehen die Chancen aber gar nicht mal so schlecht.“ Wie berichtet ist das Geltinger Geothermieprojekt „Dolomitkluft“ Teil eines Forschungsprojekts gewesen, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem Millionenbetrag unterstützt wurde. Partner waren neben dem Projektentwickler Enex das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) aus Hannover, die Technische Universität (TU) München sowie zwei geologische Ingenieurbüros. Während der Bohrung untersuchten Forscher und Doktoranden Bohrkerne und analysierten das zu Tage geförderte Gestein. „Inzwischen sind auch die aus dem Forschungsprogramm entstandenen Doktorarbeiten fast fertiggestellt und werden präsentiert. Ich bin gespannt, inwieweit sich die Ergebnisse aus der Bohrung verallgemeinern lassen“, sagt Straubinger. Insgesamt seien wohl alle Forschungsziele erreicht worden. „Die waren ja nicht von einer Fündigkeit abhängig“, erklärt er. Entsprechende Abschlussberichte sollen bis zum ersten Quartal 2019 erstellt werden. Außerdem ist geplant, im Rahmen von Fachvorträgen auf dem deutschen Geothermiekongress im November in Essen die Forschungsergebnisse zu präsentieren.
Möglicherweise wird im nächsten Jahr in Gelting weiter geforscht. „Wir haben schließlich festgestellt, dass sich dort etwa 150 Grad heißes Wasser in Klüften befindet.“ Allerdings sei das angezapfte Reservoir schnell erschöpft gewesen und kein Wasser nachgelaufen. „Es gibt schon ein paar Ideen, aber die müssen noch technisch und geologisch genauer hinterfragt werden“, meint der Physiker. Bis zum Herbst solle eine „Projektskizze“ ausformuliert und dann dem Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt werden. Wenn diese Skizze als förderfähig eingestuft wird, will Enex zusammen mit dem LIAG bis Ende des Jahres einen Antrag einreichen. Eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten im nächsten Frühjahr sei dann „nicht unwahrscheinlich“.
Der Erdwärme Isar, die in der Gemeinde Icking nach Thermalwasser bohrt, wünscht Straubinger nur das Beste: „Ich hoffe, sie haben mehr Glück, auch wenn ich noch ein bisschen skeptisch bin, ob die dort angetroffene Formation weit genug von Geretsried entfernt ist, damit sie auch ordentlich wasserdurchlässig ist.“
nej
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