Entscheidende Sitzung in Peiting

Alternativstandort offenbar vom Tisch: Neubau des Marienheim am Bühlach oder nichts

+
Der alternative Standort am AWO-Seniorenzentrum für den Neubau des Marienheims scheidet aus Platzgründen aus.
  • schließen

Es wird spannend in Sachen Marienheim: In der nächsten Sitzung am morgigen Dienstag entscheidet sich, ob der Peitinger Gemeinderat endgültig grünes Licht für den Neubau der Einrichtung am Bühlach gibt. Der alternative Standort am Seniorenzentrum ist offenbar vom Tisch.

Peiting – Die öffentliche Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am morgigen Dienstag enthält nur einen wesentlichen Punkt. Unter dem Oberbegriff „Vollzug der Baugesetze“ heißt es da: „Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für den Neubau des Marienheims am Bühlach“. Vom alternativen Standort am AWO-Seniorenzentrum, für den in der vorangegangenen Sitzung Pläne in Aussicht gestellt worden waren, ist dagegen keine Rede. Der Schluss, der nahe liegt: Die Alternative ist offenbar aus Sicht der Verwaltung keine mehr.

Tatsächlich hatte sich die Begeisterung der Räte über den Standortvorschlag in der damaligen Sitzung arg in Grenzen gehalten. „Ich bin neugierig, wie das auf der Fläche funktionieren soll“, zeigte sich nicht nur Norbert Merk (CSU) skeptisch angesichts der Platzverhältnisse auf dem Grundstück an der Bahnhofstraße. Die angeklungenen Befürchtungen haben sich offenbar zwischenzeitlich bestätigt. Ein Neubau des Marienheims sei dort „nicht durchführbar“, sagt Bürgermeister Michael Asam auf Nachfrage der SN. Dies würden die Pläne zeigen, die man in der Gemeinderatssitzung am Dienstag natürlich vorstellen werde.

Größter Knackpunkt sind fehlende Flächen

Größter Knackpunkt: Es fehle an ausreichender Fläche für den Neubau. Nicht nur die Feuerwehrzufahrt sei dabei ein Problem, sondern auch die nötigen Parkplätze. Thomas Elste (Grüne) hatte vorgeschlagen, diese unterirdisch in einer Tiefgarage unterzubringen. Das scheitert laut dem Bürgermeister aber an den Altlasten auf dem Gelände. Asam sagt klar: „Wenn dort gebaut wird, wäre das eine Kompromisslösung zu Lasten der Patienten.“ Jetzt müsse der Gemeinderat entscheiden, ob er grünes Licht für die Neubau-Pläne am Bühlach gebe. „Ich gehe davon aus, dass es dafür eine Mehrheit gibt.“

Anwohner sind sehr verwundert

Die Anwohner, die seit Monaten gegen das Bauvorhaben demonstrieren, sehen das Vorgehen der Gemeinde erwartungsgemäß kritisch. Man sei sehr verwundert, teilt ihr Sprecher Jürgen Schleich mit. „Wir befürchten erneut, dass der Bürgermeister eine übereilte Entscheidung des Gemeinderats fordert. Dabei aber die notwendigen Planungsschritte ausgelassen werden und somit der Planungsentwurf der Bahnhofstraße nicht weiter verfolgt wird.“

Kritische Töne kommen auch von Herzogsägmühle-Direktor

Kritische Töne kommen auch von Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr. Im Diakoniedorf hatte man zwar einen Neubau des Marienheims mit 70 Plätzen ausgeschlossen. Doch wäre man zu Gesprächen mit der AWO über eine Zusammenarbeit bereit gewesen, betonte Knorr jetzt erneut in einer Gesprächsrunde mit Bürgermeisterkandidat Christian Lory (Unabhängige). Schließlich sei die Pflege im Schöneckerhaus in Herzogsägmühle ebenfalls von der gesetzlichen Änderung betroffen.

„Jetzt ist die Frage, ob es intelligent ist, auf der grünen Wiese 70 Pflegeplätze aufzubauen und in Peiting 70 geschlossene Psychiatrieplätze. Oder gäbe es nicht eine Variante, wo ein Trägerverbund eine schönere, menschenwürdigere, optisch ansprechendere, sozialverträglichere Form der Betreuung anbieten kann?“ Diese Frage würde er gerne diskutieren, so der Direktor. „Und nicht unter dem Druck von Grundstückssuche und Zeitnot sagen, jetzt machen wir einfach wieder die nächsten 30 Jahre 70 Plätze geschlossene Psychiatrie. Das halte ich nicht für intelligent.“

Gesprächsangebot ist dem Bürgermeister nicht neu

Dieses Gesprächsangebot ist dem Bürgermeister nicht neu. Der AWO habe er das auch so weitergegeben, sagt Asam. Diese habe ihm aber mitgeteilt, „dass es für sie uninteressant ist“. Als AWO-Kreisvorsitzender habe er auf diese Entscheidung keinen Einfluss. „Auch wenn das manche immer behaupten.“ Letztendlich richte sich die AWO nach dem Bezirk.

Aus Sicht des Bezirks ist der Standort am Bühlach nicht zu kritisieren

Und was sagt der zur Standort-Diskussion in Peiting? „Für den Bezirk Oberbayern ist der Erhalt des Marienheims mit seiner jetzigen Platzzahl sehr wichtig. Das Heim ist als geschlossen geführte Einrichtung im süd-westlichen Oberbayern unverzichtbar“, teilt man auf Anfrage mit. Und: Der vorgeschlagene Standort am Bühlach „entspricht der derzeitigen Größe des Marienheims und ist aus Sicht des Bezirks daher nicht zu kritisieren“. Man begrüße vielmehr die dort mögliche wohnortnahe Versorgung der Bewohner, die oft schon sehr lange in Peiting leben. „Die öffentliche An- und Einbindung in die Gemeinschaft, möglichst barrierefrei, ist hier ein wichtiges Kriterium. Dies ist an dem alternativen Standort ebenfalls der Fall.“

Lesen Sie auch:

Marienheim-Neubau: Die Alternative zum Bühlach stößt auf Skepsis.

Auch interessant:

Podiumsdiskussion in Peiting: Ebenbürtige Bürgermeisterkandidaten im Bühnen-Fünfkampf.

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier.

Kommentare