VonAlexandra Korimorthschließen
Absolut stressfrei und entspannt starteten die Besucher und Standbetreiber des Adventszaubers am Tegernsee in die Weihnachtssaison 2022. Der riesige Ansturm blieb an diesem ersten Wochenende noch aus.
Tegernseer Tal – Ob beim Schlossmarkt in Tegernsee, beim Rottacher Advent oder beim Seeadvent Bad Wiessee: Überall bot sich am Samstag (26. November) ein ähnliches Bild von reichlich gut gelaunten Besuchern, aber eben keinen Menschenmassen. In Tegernsee etwa schoben Eltern nachmittags locker die Buggys mit ihren staunenden Sprösslingen durch die Stände am Schlossplatz. Dort fand man sich unter den sogenannten Futterkrippen – jenen überdachten Tischen, die an die traditionellen Futtertraufen für das Wild erinnern – zum Essen oder auch zum Schutz während des halbstündigen Graupelschauers am Nachmittag zusammen. Denn erstmals können die Besucher heuer nicht Zuflucht in der Westerhof-Hütte suchen. Sie wurde wegen Personalmangels erst gar nicht aufgestellt.
Gartendeko und Liköre: Wiedersehen mit Klassikern des Tegernseer Schlossmarktes
Ansonsten aber gab es ein Wiedersehen mit den bewährten Schlossmarkt-Klassikern wie den Platzerln vom Saliterhof, den Bränden, Likören und dem Weißweinpunsch mit Granatapfel vom Liedschreiber sowie den handgefertigten Miniatur-Krippen und den frostsicheren Gartendeko-Vögeln der Künstlerfamilie Milazzo.
Alle 20 Minuten legt bei den Märkten am Tegernsee ein Pendelschiff ab
„Angesichts der Tatsache, dass das Wetter heute so durchwachsen ist und wir noch nicht einmal Dezember haben, sind wir zufrieden“, sagte Bürgermeister Johannes Hagn mit Blick über den Markt und auch auf den Rathausplatz, wo es heuer neben dem Ticketstand auch eine Glühweinbude am Schiffsanleger gibt. Von dort – wie auch von allen anderen Märkten – legte alle 20 Minuten eines der Pendelschiffe der Tegernseeflotte ab. Heuer sind die beiden großen und zwei kleine Schiffe im Einsatz. Das entlastet den früher oft übervollen Transfer ungemein. „Die Nachfrage ist da. Es gibt keine Beschwerden über den erhöhten Fahrpreis und auch keine Warteschlangen“, stellte TI-Leiter Thomas Six fest.
Rottacher Advent: Kinderprogramm ins warme Schwimmbad-Foyer verlegt
„Alle sind wirklich gut drauf“, bestätigte seine Kollegin Angelika Drexler sodann auch für den Rottacher Advent. Von allen drei Märkten war dieser wohl am besten besucht. Er punktete heuer erstmals mit einem fabelhaften Kinderprogramm im mollig warmen Foyer des Schwimmbads. Dort bekamen die Kleinsten in der Leseecke Christkindl-Geschichten vorgelesen, konnten Christbaumschmuck basteln oder sich zu Eisprinzessinnen oder -prinzen schminken lassen. Weil man dieses Jahr auf den Märkten gänzlich auf Heizpilze verzichtet, zog man für die Kinderbetreuung erstmals das gut geheizte Schwimmbad-Foyer dem Seepavillon vor.
Am Lagerfeuer in der Mitte des Adventsdorfes wärmten sich die Besucher äußerlich auf, wohltuend waren aber auch Glühwein, Orangen-Prosecco-Punsch und Jagertee. Nach der Eröffnung durch die Alphornbläser und Bürgermeister Christian Köck kam doch schon richtig Weihnachtsstimmung auf.
Partystimmung in Bad Wiessee: Junge Besucher feiern in Weihnachtssaison hinein
Eher Partystimmung herrschte an der Seepromenade in Bad Wiessee. Hier bummelten laut dem dortigen TI-Leiter Stefan Rachel über den Tag hinweg kontinuierlich Besucher durch das Hüttendorf. Am Abend waren es dann überwiegend junge Leute, die schwungvoll mit Glühwein und Burger in die Weihnachtssaison hinein feierten. Dass sich eine Wiederkehr an einem anderen Wochenende lohnt, dafür sorgt das Standkonzept auf allen drei Märkten. Denn die Betreiber und damit auch das Angebot wechseln immer mal wieder durch.
Deutlich größer als am Samstag war der Andrang am gestrigen Sonntag. „Die Atmosphäre ist trotzdem super-entspannt“, berichtete Peter Rie von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) am späten Nachmittag. Für gewöhnlich, so Rie, erfolge der große Ansturm erst diese Woche. „Das zweite Wochenende ist immer das stärkste.“
ak

