Tourismus

Er soll Ausflügler auf Fehlverhalten hinweisen: Ranger für den Walchensee gefordert

+
Der Freizeitdruck gerade am Walchensee-Südufer ist groß. Bislang wies dort ein ehrenamtlicher Naturschutzwächter Ausflügler auf Fehlverhalten hin. Doch der hat nun aufgehört.
  • schließen

Am Walchensee ist derzeit kein Naturschutzwächter im Einsatz. Von politischer Seite wird der Ruf immer lauter, dort – wie an der Isar – Ranger einzustellen. Diese werden bezahlt und haben mehr Befugnisse.

Jachenau/Walchensee – Zwei Jahre war Naturschutzwächter Dieter Fuhrmann am Walchensee unterwegs – ehrenamtlich und alleine. Bis zu vier Mal täglich drehte Fuhrmann dort seine Runde und ermahnte Ausflügler, wenn sie wild parkten, Feuer machten, campten oder Müll hinterließen. Nun ist der 66-Jährige von Walchensee weggezogen, und die Stelle ist verwaist. „Derzeit gibt es keinen vom Landratsamt bestellten Naturschutzwächter für das Südufer“, bestätigt Pressesprecherin Sabine Schmid. Das Amt appelliert an Freiwillige, sich zu melden, und setzt ansonsten auf den Runden Tisch im Rahmen des Walchenseekonzepts.

Eigentlich haben auch Mitarbeiter des Tölzer Forstbetriebs die Befugnisse, als Naturschutzwächter aufzutreten. Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann bestätigt das, sagt aber auch: „Es ist für unsere Mitarbeiter unmöglich, dieser Aufgabe im erforderlichen Umfang nachzukommen.“ Derzeit sei man noch immer damit beschäftigt, in den Wäldern die Schäden des vergangenen Winters zu beseitigen.

Und überhaupt: Um den touristischen Verhältnissen am Walchensee gerecht zu werde, brauche man „einen ganz anderen Einsatz.“ Plochmann hält die Einstellung von beim Landkreis fest angestellten Rangern wie an der Isar. „für absolut sinnvoll und notwendig“: „Der Walchensee ist ein Brennpunkt des Tourismus’“, sagt Plochmann. Man brauche dort Menschen, die „in Uniform und mit offizieller Befugnis“ auftreten, „um überhaupt ernst genommen zu werden“.

Lesen Sie auch: Taucher im Walchensee vermisst: Großeinsatz läuft - dutzende Helfer vor Ort

Ein Ehrenamtlicher ist für Holz keine Dauerlösung

Gleicher Meinung ist Kochels Bürgermeister Thomas Holz. Der Vize-Landrat steht immerhin mit einem Interessenten in Kontakt, der als Naturschutzwächter einspringen könnte. Trotzdem: Ein Ehrenamtlicher ist für Holz keine Dauerlösung. „Von meiner Zeit bei der Bergwacht weiß ich, wie schwierig es ist, als Naturschutzwächter zu agieren. Man hat keine Befugnisse“, sagt Holz. Noch dazu seien die Diskussionen mit den Ausflüglern vor Ort „nicht immer freundlich“. Aufgrund der Größe des Walchensees und des touristischen Andrangs fordert Holz mindestens zwei Ranger. „Die Verhältnisse am See sind nicht anders als in der Pupplinger Au“, vergleicht Holz. Er will das Thema im Rahmen des Kreishaushalts 2020 diskutieren. Auch der Jachenauer Bürgermeister Riesch kündigt für die Touristen am Walchensee Konsequenzen an. 

Kommentare