Der Wahlkampf ist in Königsdorf schon jetzt turbulent: Der langjährige Gemeinderat der Freien Wähler Rainer Kopnicky ist zur CSU gewechselt, der langjährige Ortsvorsitzende Hans Hartl sogar ganz ausgetreten.
Königsdorf – Bürgermeister Anton Demmel ließ gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstag die Bombe platzen. Er verkündete: Der bisherige Freie Wähler-Gemeinderat Rainer Kopnicky ist im Dezember zur CSU gewechselt. Der bisherige Ortsvorsitzende der Freien Wähler, Hans Hartl, hat die Gruppierung Mitte Januar ganz verlassen.
Mehr wurde in der Sitzung nicht gesagt, Vermutungen über die weiteren Pläne Kopnickys angesichts einer am Donnerstag, 31. Januar, um 12 Uhr stattfindenden Pressekonferenz des CSU-Ortsverbandes zum Thema Bürgermeisterkandidat drängen sich allerdings auf. Kommentieren wollte der Verwaltungswirt, der im Geretsrieder Rathaus arbeitet, das Ganze nicht. Wie berichtet steht der amtierende Bürgermeister Anton Demmel bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung. Er ist der designierte Landratskandidat der CSU.
Auf Nachfrage unserer Zeitung erläutert Hans Hartl, der erst im November als Ortsvorsitzender der Freien Wähler bestätigt wurde, den Hergang der spektakulären Personalien. In der damaligen Versammlung habe Kopnicky seinen Wechsel zur CSU, den er kurz zuvor intern Vorstandsmitgliedern kommuniziert hatte, auch öffentlich gemacht. „Er hat berichtet, dass sein Aufnahmeantrag bei der CSU läuft und er auch CSU-Bürgermeisterkandidat werden könnte“, schildert Hartl. Kopnickys Schritt, seine Pläne in der Jahresversammlung den Mitgliedern zu erläutern, zollt Hartl durchaus Respekt.
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Hinterher hagelte es jedoch Kritik am alten und neuen Ortsvorsitzenden. Es kam zu unschönen Szenen. „Es wurde mir vorgeworfen, Kopnicky nicht gehalten zu haben“, berichtet er. Schließlich habe man in der Gruppierung fest damit gerechnet, dass der erfahrene Kommunalpolitiker für die Freien Wähler antritt. „Aber Rainer Kopnicky ist ein freier Mensch, der seine eigenen Entscheidungen trifft.“ An dessen Entschluss, zur CSU zu gehen, habe Hartl nichts mehr ändern können. „Das war da schon gelaufen.“
Weil Hartl, seit 30 Jahren Mitglied der Freien Wähler, den anstehenden Wahlkampf mit dem neuen Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler nicht mittragen will, habe er über Weihnachten den Entschluss gefasst, der Gruppierung den Rücken zu kehren. Er saß seit dem Jahr 1996 für die Freien Wähler im Gemeinderat und war seit 2006 Vorsitzender der Gruppierung. Er wird zunächst als freier Gemeinderat weitermachen. „Man wird sehen, was sich weiter ergibt.“
Rainer Kopnicky (51) saß seit 2002 für die Freien Wähler im Gemeinderat. Bis zur letzten Gemeinderatswahl war er zudem durchgehend Zweiter Bürgermeister. Nach dem Wechsel von Demmel und Kopnicky zur CSU sowie dem Austritt von Hartl ist die Fraktion der Freien Wähler im Königsdorfer Gemeinderat auf nur noch drei Räte geschrumpft. Yvonne Zuber

