VonHans Moritzschließen
In der Corona-Zeit muss der Landkreis unerwartet gleich drei medizinische Spitzenkräfte ersetzen. Dafür wird das Virus im Erdinger Land immer beherrschbarer. Und es gibt eine neue Lösung für Opfer häuslicher Gewalt.
Erding – Mitten in der Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt dem Landkreis Erding wichtiges medizinisches Spitzenpersonal abhaben: die Leiter des Gesundheitsamtes und der Integrierten Leitstelle (ILS) sowie der Ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte am Dienstag Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin der Kreisverwaltung. Der Betrieb aller drei Institutionen sei jedoch in keiner Weise beeinträchtigt. Die Nachbesetzungen würden „zeitnah“ erfolgen.
Kathrin Mariß-Heinrich ist bereits zum 1. April als Leiterin des Erdinger Gesundheitsamtes auf die gleiche Stelle im Landratsamt Freising gewechselt. Ihre Nachfolgerin ist schon bestellt: Dr. Sibylle Borgo, die von der ersten Stunde an dem Corona-Krisenstab angehört.
Nur ein halbes Jahr auf seiner Stelle war Alexander Funke, Chef der Rettungsleitstelle. Der Rotkreuzler, der schon bisher in der ILS als Disponent tätig war, hat nach Informationen unserer Zeitung „aus persönlichen Gründen“ gekündigt. Seine Stelle ist ausgeschrieben. Vor einiger Zeit litt die ILS unter Personalmangel und vielen Überstunden. Doch diese Engpässe wurden weitgehend behoben.
Sprecherin: „Es gibt keine Verwerfungen“
Dritter Abtrünniger im Bunde ist Dr. Andreas Donhauser. Der Freisinger hat sein Amt als Ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz laut Fiebrandt-Kirmeyer ebenfalls „aus persönlichen Gründen“ niedergelegt. Ein Nachfolger solle nächste Woche benannt werden. Donhauser bleibt aber Ärztlicher Leiter des Zweckverbandes für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung (ZRF), der die Landkreise Erding, Freising und Ebersberg umfasst.
Die Behördensprecherin betont, „dass die drei Fälle nicht miteinander zusammenhängen und auch zu keinen Verwerfungen geführt haben“.
Nur sechs neue Fälle, aber immer mehr Geheilte
Derweil breitet sich das Covid-19-Virus weiter erheblich gebremst aus. Binnen 24 Stunden wurden lediglich sechs neue Infektionen bekannt. Die Gesamtzahl seit Mitte März beträgt damit 557. Dies berichtet Landratsamtssprecherin Daniela Fritzen. Die jüngsten Fälle kommen aus Erding, Neuching und Taufkirchen.
Dafür steigt die Zahl der Genesenen weiter stark an – um 49 auf 351. Aktuell gelten 206 Bürger als covidkrank.
Leicht abgenommen hat laut Fritzen die Zahl der im Klinikum betreuten Patienten. Sie ging auf zwölf zurück. Vier befinden sich auf der Isolier-, acht auf der Intensivstation. Die Zahl der beatmeten Patienten stieg um einen auf sechs. Die Summe der Corona-Tests beziffert Fritzen mit über 4200.
Sichere Lösung im Frauenhaus
Als Problem in Zeiten der Ausgangsbeschränkung entwickelt sich die häusliche Gewalt. „Um das Frauenhaus zum Schutz der bereits dort lebenden Frauen sowie der Mitarbeiter möglichst von Corona-Infektionen freizuhalten, müssen neu aufgenommene Frauen zunächst räumlich getrennt untergebracht werden“, berichtet Fritzen. Es stünden jetzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, Gewaltopfer, die neu Schutz im Frauenhaus suchen, zunächst an anderen Orten unterzubringen. Auch eine mögliche Quarantäne beziehungsweise Isolation, sollte eine der Frauen an Covid-19 erkranken, sind laut Fritzen nun möglich.
„Hier haben wir in guter Zusammenarbeit mit Gisela van der Heijden vom BRK-Kreisverband Erding eine unbürokratische Lösung gefunden“, freut sich Landrat Martin Bayerstorfer.
