Erster Tag ohne neue Infektionen – Neues fünfköpfiges Team forscht nach Verdachtsfällen

Kripo fahndet nach Corona-Kontakten

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4600 Landkreisbürger wurden seit Anfang März auf das Codid-19-Virus getestet, hier die Screeningstelle an der FOS/BOS.
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Das gab es seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Landkreis Erding noch nie: Erstmals wurde binnen 24 Stunden keine einzige neue Infektion bekannt. Ein Spezialistenteam hat sich nun an die Arbeit gemacht, Kontaktpersonen zu ermitteln. Dabei hilft sogar die Kripo.

Erding – Um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, ist es besonders wichtig, rasch alle Personen zu ermitteln, die mit einem Infizierten Kontakt hatten, sich dabei selbst angesteckt haben sowie das Virus verbreiten könnten. Das ist personal- und zeitintensiv. Als Covid-19-Hotspot bekommt der Landkreis Erding bei dieser Arbeit nun Unterstützung vom Freistaat Bayern (wir berichteten). Das erste, aus fünf Personen bestehende „Contact Tracing Team“ hat diese Woche seine Arbeit aufgenommen. Ihm gehören unter anderem ein Experte des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie ein Beamter der Kriminalpolizei Erding an. Nach einer Einführung spüren sie nun Personen auf, von denen ebenfalls eine (oft versteckte) Virusgefahr ausgeht. Weitere Ermittler sollen folgen, kündigte Landrat Martin Bayerstorfer an. Kontaktpersonen müssen sich in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben.

Dass sich die intensiven Nachforschungen lohnen, beweist die Statistik des Gesundheitsamts vom Mittwoch: Erstmals seit Ausbruch der Pandemie im Landkreis Anfang März ist binnen 24 Stunden keine einzige neue Infektion dazugekommen. Das berichtet Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer. Die Gesamtzahl verharrt damit bei 583. Die Zahl der Genesenen ist allerdings den zweiten Tag hintereinander nicht mehr so stark gewachsen – um zwei auf 448. Aktuell sind damit nur noch 137 Bürger an Covid-19 erkrankt.

Wieder leicht gestiegen ist die Zahl der im Klinikum betreuten Corona-Patienten. Es sind nun acht. Drei befinden sich auf der Isolier-, fünf auf der Intensivstation. Letztere müssen beatmet werden.

Bei den Screeningstellen gibt es eine wesentliche Neuerung. Das Landratsamt teilt mit, dass es künftig nur noch eine zentrale statt bislang drei Anlaufstellen geben werde. Geplant ist sie auf dem Parkplatz gegenüber dem Schwimmbad in Erding. Sie wird nach Angaben von Landratsamtssprecherin Daniela Fritzen mehrere Spuren aufweisen – für Autos und Fußgänger. Eine zweite Drive-Through-Spur wird eingerichtet, soll aber nur bei Bedarf genutzt werden.

Am Dienstag ließen sich 84 Personen einen Abstrich nehmen. Die Summe der Tests seit Anfang März beläuft sich mittlerweile auf über 4600. Auf das Virus hin untersucht werden weiter nur Verdachtsfälle sowie das Personal aus Heimen und Kliniken.

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