IHK über Energiekrise und Fachkräftemangel sehr besorgt

„Dramatische Situation“ für die Wirtschaft

+
Energieintensive Betriebe wie der Erdinger Weißbräu bekommen die Krise besonders hart zu spüren.
  • schließen

Die Wirtschaft im Landkreis schlägt Alarm: Die hohen Energiepreise und die geringe Verfügbarkeit von Fachkräften weitet sich zu einem zunehmend existenzbedrohenden Mix aus. 

Erding - Von einem „Unsicherheitsschock“ ist die Rede. Dies wurde bei einem Treffen des IHK-Regionalausschusses mit Vertretern der Wirtschaft, der Kammer und der Agentur für Arbeit (BA) am Flughafen München deutlich.

„Die aktuellen Herausforderungen bereiten der Wirtschaft vor Ort große Sorgen“, fasst IHK-Sprecher Florian Reil die Stimmung des Treffens in einer Presseerklärung zusammen. „Neben den teils explodierenden Energiekosten bekommt die Wirtschaft in der Region zudem branchenübergreifend die Personalengpässe und den sich zuspitzenden Fachkräftemangel zu spüren“, so Reil weiter.

Der Erdinger BA-Chef Herbert Neumaier gab einerseits zu, dass die Flughafenregion mit gerade einmal zwei Prozent Arbeitslosigkeit sehr gut dastehe. „Es gibt aber vor allem in den Bereichen Verkehr, Logistik, Handel und Verkauf sowie im Sozial- und Gesundheitswesen einen großen Bedarf an Arbeitskräften und qualifiziertem Personal“, zitiert ihn die Mitteilung weiter.

Doch das ist nicht die größte Sorge der Wirtschaft. Die gilt der Energiesicherheit und den stark gestiegenen Preisen durch den Angriff Russlands auf die Ukraine. Ein Ausschussmitglied sprach von einer „dramatischen Situation“. Nicht nur die massiven Preissteigerungen, die laut einem weiteren Unternehmer in seinem Betrieb bei rund 50 Prozent lägen, seien ein Problem, sondern auch die Angst vor einem Mangel beim Strom kam zur Sprache. So erinnerte ein Ausschussmitglied daran, dass beispielsweise neben hochsensibler IT-Infrastruktur auch die Kühlketten für Lebensmittel auf eine durchgängige Stromversorgung angewiesen seien.

„Unternehmer wollen und müssen langfristig planen können. Das ist derzeit unglaublich schwierig“, fasste Andreas Scharf, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses die verfahrene Lage für die Wirtschaft zusammen. „Leider gibt es auch keine absehbaren Lösungen. Das heißt, dass unsere Wirtschaft in der Flughafen-Region auch weiterhin mit einem extremen Unsicherheitsschock und dazu mit einer drohenden Mangelwirtschaft umgehen muss.“

Im Stadtrat hatte sich zuletzt Erdings Oberbürgermeister Max Gotz besorgt über die lokale Wirtschaft gezeigt. Seiner Auffassung nach sind die meisten Energieeinsparpotenziale ausgereizt. Vor allem energieintensive Betriebe wie der Erdinger Weißbräu oder Huber Technik hätten jetzt zu kämpfen.

Aktuell fallen die Preise aber wieder, nicht zuletzt an den Tankstellen, wo der Sprit teils bis zu 40 Cent günstiger ist als noch vor wenigen Wochen. ham

Kommentare