2020 wird historisch

Museum Erding sucht Corona-Zeugnisse: Erinnerungen, Fotos und Hilfeaufrufe

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Relikte aus entbehrungsreichen Zeiten: Toilettenpapier und Gummihandschuhe aus der Corona-Krise sowie Lebensmittelmarken und Brot aus Kriegszeiten.

Im Museum Erding hat man die historische Dimension der Corona-Krise erkannt – und beginnt jetzt schon, Zeugnisse und Erinnerungen aus dem sicher historisch werdenden Jahr 2020 zu sammeln.

Erding – Weil Museen nicht nur Objekte aus vergangenen Zeiten sammeln, sondern auch Dinge, die das alltägliche Leben der Gegenwart ausmachen, richten der Leiter des Museums Erding, Harald Krause, und Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger ein Sammelgebiet zur aktuellen Corona-Pandemie ein.

Zeitzeugnisse mitten aus dem Krisenalltag werden so für kommende Generationen bewahrt. Die beiden rufen alle Interessierten dazu auf, ihren derzeitigen Alltag zu dokumentieren oder zu fotografieren und ihre Gedanken dazu zu notieren.

Dokumente aus der Quarantäne, dem Homeoffice oder gesperrten Spielplätzen

Folgende Fragen sollten dabei im Mittelpunkt stehen: Was bedeutet das Corona-Virus für jeden persönlich? Wie haben sich Covid-19 und damit einhergehende Beschränkungen auf den Alltag ausgewirkt? Wie soll das Leben nach der Krise weitergehen – privat und beruflich?

Themen können unter anderem sein: die Quarantäne zuhause, der eingeschränkte Arbeitsalltag, der Schulunterricht via Internet oder die Situation in den Lebensmittelgeschäften beziehungsweise auf dem Wochenmarkt, menschenleere Straßenzüge, Spielplätze und geschlossene Geschäfte oder Gastronomiebetriebe.

Museum bittet um Schenkungen nach der Krise

Außerdem ist das Museum an originalen Aushängen oder Postwurfsendungen von Hilfsangeboten interessiert (natürlich nur, sofern diese nicht mehr gebraucht werden). Die städtische Einrichtung bittet, entsprechende Dokumente zu sammeln und nach der Krise – aktuell ist das Museum Erding bis auf Weiteres für Besucher geschlossen – als Schenkung vorbeizubringen.

Fotografien können unter Angabe des Bildrechte-Inhabers, einer kurzen Beschreibung und Datierung ab sofort per E-Mail an museum@erding.de geschickt werden. Die Objekte ergänzen so die seit über 163 Jahren bestehende Sammlung.

red

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