Die Gemeinde Erdweg trauert um Bürgermeister Georg Osterauer, der mit nur 61 Jahren gestorben ist. Er galt als „verlässlicher und loyaler Mensch“, am Mittwoch wird er beerdigt.
Erdweg – Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Sonntagabend die Nachricht vom Tod des Erdweger Bürgermeisters Georg Osterauer. Er war kurz vorher im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.
Bei der Jahresversammlung der Spielvereinigung Erdweg hatte er wieder seinen ersten öffentlichen Termin nach einer schweren Bypass-Operation und wochenlanger Rehazeit absolviert. Doch bereits wenig später erkrankte Georg Osterauer erneut und sollte sich nicht mehr erholen.
Den Tränen nahe war am Sonntagabend die dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Erdweg, Monika Sedlatschek. Sie war mehr als eine Kollegin im Gemeinderat oder bei den Freien Wählern. Die Ehepaare Sedlatschek und Osterauer waren seit Jahrzehnten befreundet. Schon die Kinder sind miteinander in den Kindergarten gegangen.
Völlig überraschend hat die traurige Nachricht die Mitarbeiter der Gemeinde und die Bürger erreicht. Sie alle sind erschüttert. „Das ist eine sehr schockierende Nachricht“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Christian Blatt. „Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie. Wir möchten unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen und wünschen ihr viel Kraft“, so Blatt weiter.
Osterauer hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder
Georg Osterauer war seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde Erdweg. Er gehörte den Freien Wählern an. „Mit ihm verliert die Gemeinde einen verlässlichen, sympathischen und loyalen Menschen“, so Christian Blatt. Georg Osterauer hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder.
Osterauer wurde 1953 in Niederroth geboren und ist zusammen mit acht Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen. Er liebte die Natur. Wo immer es etwas zu gestalten gab, packte er mit an und engagierte sich in den Belangen und Aufgaben der Dorfverschönerung und Ortsbildgestaltung.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung und weiteren Fortbildungen erlangte er an der Fachhochschule Weihenstephan den Akademischen Grad „Diplom-Ingenieur (FH)“ im Studiengang Gartenbau. Viele Gärten und Anlagen brachte er mit seinen kreativen Ideen zum Blühen. Bis zu seinem Amtsantritt als Bürgermeister war er als freiberuflicher Gartenplaner und Gartengestalter tätig. Seine Ratschläge und Tipps gab Georg Osterauer auch gerne über den Obst- und Gartenbauverein Großberghofen-Walkertshofen-Erdweg weiter, bei dem er seit 33 Jahren Vorsitzender war.
Der gute Umgang mit allen lag ihm am Herzen
Seit 1990 engagierte sich Osterauer auf kommunalpolitischer Ebene und war Mitglied des Gemeinderats Erdweg. Er war während dieser Zeit in verschiedenen Ausschüssen tätig. 2014 wurde er dann zum ersten Bürgermeister gewählt. Mit allen Menschen gut umzugehen und Anliegen zur Zufriedenheit aller zu erledigen, das lag ihm am Herzen. Ein harmonisches Gemeindeleben war ihm sehr wichtig. Osterauer war dafür auch ein Vorbild. Seine symphytische Art, die Bodenständigkeit und seine Offenheit brachten ihm großen Respekt und Wertschätzung ein. Im November 2010 wurde Georg Osterauer für seine besonderen Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung durch den damaligen Landrat Hansjörg Christmann mit einer kommunalen Dankurkunde ausgezeichnet.
„Er war ein Menschenfreund“, erklärte der Vorsitzende der Freien Wähler Erdweg, Otmar Parsche. Gerechtigkeit und ein gutes Miteinander mit den Bürgern und im Rathaus seien dem besonnenen und stets freundlichen Osterauer wichtig gewesen. Er habe sich auch immer Zeit genommen für Bürger oder Räte. „Die Tür zum Bürgermeisterzimmer stand immer offen, außer natürlich bei Vier-Augen-Gesprächen“, brachte Otmar Parsche Georg Osterauers menschlichen Führungsstil auf den Punkt.
24 Jahre lang übte Osterauer zudem das Amt des Mesners und des Lektors in der Kirche „Maria Himmelfahrt“ in Walkertshofen aus.
Informationen zur Beisetzung und Kondolenzbuch
Die Beisetzung findet am Mittwoch, 31. Mai, um 18 Uhr in Walkertshofen statt. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am Donnerstag, 1. Juni, um 14 Uhr in der Pfarrkirche in Walkertshofen. Im Foyer des Rathauses liegt im 1. Stock ein Kondolenzbuch aus. Dort besteht die Möglichkeit, sich einzutragen. Die für heute angesetzte Gemeinderatssitzung entfällt.
Bis zu den in spätestens drei Monaten fälligen Neuwahlen leitet zweiter Bürgermeister Christian Blatt die Geschäfte.

