Unter der Loisachbrücke im Ortsteil Unterau leben keine Fledermäuse. Nach jahrelangem Ringen kann eine neue, tragfähigere Brücke damit nun endlich gebaut werden.
Schlehdorf – „Gott sei Dank.“ Mit diesen Worten bilanzierte Bürgermeister Stefan Jocher in der Gemeinderatssitzung die Ergebnisse eines Gutachtens, das ein Biologe nach Untersuchung der Unterauer Brücke erstellt hat. Demnach gebe es keinerlei Hinweise auf eine aktuelle oder vormalige Nutzung der Brücke als Fledermausquartier. „Das Quartierpotenzial wird als sehr gering eingestuft“, erläuterte Jocher.
Damit kann der Neubau der Brücke nun endlich angepackt werden. Laut Jocher arbeitet das zuständige Ingenieurbüro derzeit an den Ausschreibungsunterlagen. Diese sollen spätestens bis Ende Februar fertig sein. Jocher möchte in jedem Fall mit dem Projekt „zeitnah“ im Frühling beginnen.
Als Bauzeit seien für den Neubau der Loisachbrücke sowie für den Bau des Durchlasses am vorgelagerten Mühlbach rund neun Monate veranschlagt. Rechne man die Frostperioden mit ein, in denen die Bauarbeiten ruhen müssen, hofft Jocher , dass die neue Brücke noch heuer fertig wird. Die bestehende Brücke könne bis auf wenige Tage während der Bauarbeiten weiter genutzt werden.
Anders als die bestehende Loisachbrücke wird das neue Bauwerk laut Jocher über eine unbeschränkte Nutzlast verfügen – ideal für die Landwirte mit Flächen im Moos, die die Brücke mit ihren schweren landwirtschaftlichen Maschinen befahren müssen.
Die Gesamtkosten bezifferte Jocher mit geschätzten 900 000 Euro. 100 000 Euro davon übernehmen die Landwirte mit Flächen im Moos – „freiwillig“, wie Ulrich Bauer betonte. 401 800 Euro leistet der Landkreis, der derzeit noch die Unterhaltspflicht an der Brücke trägt. Mit dieser einmaligen Zahlung will er sich aber davon freikaufen. Einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Gemeinde und Landkreis zum Übergang der Brückenbaulast einschließlich der Unterhaltspflicht für die neue Loisachbrücke stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. (Franziska Seliger)