Trotz Regen volle Ränge

Filmmusik, Kabarett und Kult-Band: So war das erste Wochenende beim Sommerfestival in Moosburg

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Der Auftakt des Moosburger Sommerfestivals war geprägt von großen Künstlern, tollen Shows - und viel Regen. Letzteres trübte die Laune der Gäste jedoch nicht.

Moosburg – Einen glücklichen Auftakt gab es für das Moosburger Sommerfestival am Freitagabend. Glücklich deshalb, weil es zunächst nicht nach einem gemütlichen Konzertabend ausgesehen hatte: Ausgerechnet in der Stunde vor dem geplanten Auftritt des Moosburger Kammerorchesters zog ein Gewitter über die Altstadt.

Während die Besucher unter Regenschirmen und Markisen ausharrten, schmiedeten die Organisatoren einen Notfallplan. „Beginn ist eine Stunde später um 21 Uhr, und wenn es dann noch regnet, wird der Abend verschoben“, lautete die Ansage von Rudolf Heinz per Mikrofon. Für ein Ausweichen in die Stadthalle war es nämlich bereits zu spät.

Furioser Auftakt: Das Moosburger Kammerorchester unter der Leitung von Erwin Weber begeisterte mit erstklassig inszenierten Soundtracks aus Filmen.

Doch das Wetter spielte mit – und während die Veranstalter erleichtert, aber komplett durchgeschwitzt dastanden, erlebten die vollbesetzten Zuschauerreihen ein wahres Feuerwerk der Filmmusik, das das Kammerorchester unter Leitung von Erwin Weber zum Besten gab. 

Voll besetzte Reihen beim Filmmusik-Abend mit dem Moosburger Kammerorchester.

Zu Hören gab es erstklassig inszenierte Soundtracks aus Filmen wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Conan der Barbar“ oder „Die glorreichen Sieben“. Garniert wurden die Stücke von Filmszenen auf einer Leinwand hinter dem Podium. Das Publikum war – zurecht – begeistert und belohnte die Musiker mit reichlich Applaus.

Helmut Schleich begeistert Kabarett-Fans in Moosburg

Mit bitterböser Kritik hat dann Helmut Schleich am Samstagabend die Konsumgesellschaft aufs Korn genommen. „Kauf, du Sau“, heißt das neues Programm, mit dem der Münchner Kabarettist beim Sommerfestival viel Beifall einheimste. Dazwischen ging es um den ganz normalen Wahnsinn in der Politik – politisch inkorrekt natürlich, wie man das an Schleich so schätzt.

Alles „Rundumadum“ richtig machen, überall und zu jeder Zeit? Für die moderne Konsumgesellschaft gar kein Problem. Das meinen sie jedenfalls, der „Rhabarberschorlen-Depp, der kuhäugige Kaffeesieder, dessen „Filter-Kaffee mit Schwallbrühung“ ohne Zucker serviert werden muss, der Sushi-Besteller im Biergarten oder der Marketing-Mensch im „Leute-Bescheißer-Anzug“.

Den Gutmenschen und dessen Moral nimmt Helmut Schleich in seinem Programm „Kauf, du Sau“ aufs Korn. Dem Moosburger Publikum gefiel’s, es spendete viel Applaus.

Schleich apostrophiert sie ganz drastisch als „Gutmenschen“, die nichts anderes seien als „aggressionsgehemmte Arschlöcher“. Denn das „Schönen-Tag-Wünschen“ sei „ekelhaft verlogen“. Wenn die Sprache der Schlüssel zur Seele sei, so blicke er nur noch in schwarze Löcher, konstatierte der Kabarettist.

Das „Kurz-mal-weg-Reisen“ werde immer beliebter. Nach der Fridays-for-Future-Demo nach Mallorca? Moral sei so etwas Tolles, dass man gleich zwei davon brauche: eine für sich und die andere für den Rest der Welt. Messerscharf kommentiert Schleich die Entwicklung in der Europapolitik. Christine Lagarde als Währungsfonds-Chefin? Das sei so, als wenn man dem Hund sage würde: „Pass einmal auf die Wurst auf.“

Trotz der Wolken am Himmel, hielt das Wetter auch beim Kabarettabend, der zweiten Veranstaltung zum Moosburger Sommerfestival.

Selbstverständlich gab es auch kracherte Pointen wie Trumps Pläne, die waffenfreie Schule abzuschaffen: „Wenn auch die Klassensprecher bewaffnet wären, könnte man mit den Lehrern doch ganz anders diskutieren.“

In seine Paraderolle als Franz-Josef Strauß schlüpfte der Kabarettist zum Ende des zweistündigen Auftritts. und kommentierte dabei natürlich dessen jetzigen Nachfolger Söder: Es sei nicht gut, wenn der Ministerpräsident aus den Kolonien komme.

Haindling sorgt für Ohrwürmer - Fans trotzen miesem Wetter

Gleich zwei Umstände spielten der Band Haindling am Sonntagabend trotz Regens in die Karten: Zum einen können die bayerischen Kult-Musiker um Frontmann Hans-Jürgen Buchner auf eine äußerst treue Fangemeinde zählen, die sich den Konzertgenuss nicht von ein paar Schauern vermiesen lässt. Zum anderen haben die Moosburger bereits vor zwei Jahren bei der wettertechnisch ebenfalls durchwachsenen Premiere des Sommerfestivals auf dem Plan die Erfahrung gemacht, dass man mit der richtigen Kleidung nicht ständig besorgt in den Himmel schauen muss. 

Das Haindling-Publikum ignorierte das durchwachsene Wetter am Sonntag.

Die meisten Besucher waren mit Jacken und Regenponchos ausgestattet. Und so kamen sie auch am dritten Tag des diesjährigen Festivals voll auf ihre Kosten. 

Sorgten für Ohrwürmer: die Musiker der bayerischen Kult-Band Haindling.

Haindling bedankte sich bei den vollbesetzten Rängen mit der für sie typischen Gute-Laune-Mischung aus einer mitreißenden Bühnenshow, ganz vielen Ohrwürmern („Paula, Paaauulaaa“, „Bayern, des samma mia!“) und jeder Menge Gelegenheiten zum Mitklatschen. Nach diesem gelungenen Abend wird sich wohl niemand mehr groß an das miese Wetter erinnern – und Haindling vor den hartgesottenen Moosburgern den Hut ziehen.

von Armin Forster und Maria Martin

Kinder, Kino und Tanz: So geht‘s beim Moosburger Sommerfestivals weiter

Das Sommerfestival in Moosburg wird noch an zwei Wochenenden im August fortgesetzt. Auf dem Programm stehen Bigband-Sound, Tanzbodenlust und Kindergaudi zwischen 9. bis 11. August sowie Open-Air-Kino von 16. bis 18. August. Alle Details finden Sie hier.

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