Zur aktuellen Debatte ums Heizungsgesetz

Chef von Wärmepumpen-Pionier: „Es gibt viel Halbwissen, das aber sehr laut rausgeschrien wird“

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Geschäftsführer Maximilian Barnickel vor dem neuen Betriebsgebäude, das seine Firma Wechner Wärmepumpen GmbH 2020 in Peiting bezogen hat. Geheizt wird natürlich per Wärmepumpe.
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Seit in Berlin heftig über das Heizungsgesetz gestritten wird, ist die Wärmepumpe in aller Munde. Gewissermaßen ein Pionier auf dem Gebiet ist die Peitinger Firma Wechner Wärmepumpen GmbH.

Peiting – Im Interview spricht Firmenchef Maximilian Barnickel (39) über die aktuelle Debatte, verbreitete Vorbehalte und erklärt, warum ihm die Goldgräberstimmung am Markt Sorge bereitet. 

Herr Barnickel, Sie sind Chef eines Unternehmens, das auf Wärmepumpen spezialisiert ist. Da kann man es sicher in der aktuellen Situation schlechter treffen, oder?
Barnickel: Die Entwicklung ist tatsächlich erfreulich. Als ich vor acht Jahren die Firma übernommen habe, war die Wärmepumpe gefühlt noch kaum ein Thema, die Skepsis eher groß, nach dem Motto, funktioniert das denn überhaupt? Dabei hatten wir schon damals Kunden, die seit Jahrzehnten damit geheizt haben. Bis vor vier Jahren spielte die Wärmepumpe bei Sanierungen von Altbauten fast keine Rolle, der Markt war gar nicht existent. Jetzt ist es das Thema schlechthin. Allein 2022 haben wir rund 90 Heizungssanierungen durchgeführt.
Getrieben durch die Energiekrise.
Barnickel: Das kann man so sagen. Vor dem Ukraine-Krieg hatten wir im Schnitt zehn Anfragen pro Woche, allein am Montag nach dem Einmarsch der russischen Truppen waren es 60. Und am Mittwoch riefen die Ersten an und wollten wissen, warum wir uns noch nicht gemeldet hatten.
Ihre Firma darf man zu den Wärmepumpen-Vorreitern zählen. Wie kam es dazu?
Barnickel: Firmengründer Jürgen Wechner, der im vergangenen Jahr gestorben ist, hatte sich in der ersten Ölkrise Anfang der 1970er darüber geärgert, dass es damals kaum Alternativen zur Ölheizung gab. Er hat dann recherchiert und ist auf das Prinzip der Wärmepumpe gestoßen. Das hat ihn so fasziniert, dass er als gelernter Radiotechniker begann, an seiner ersten eigenen Wärmepumpe zu tüfteln, was 1979 zur Gründung unseres Unternehmens führte. Wechner war ohne Zweifel ein Pionier seiner Zeit. Das zeigt sich übrigens heute noch.
Inwiefern?
Barnickel: Wir hatten vor Kurzem eine Fachschulung, wo vieles, was dort vermittelt wurde, bei uns in der Firma schon ganz normal war. Wie sich herausstellte, hatte der Dozent, der heute übrigens Professor in München ist, bei Jürgen Wechner gelernt, sich bei ihm sein Wissen angeeignet.

Firma gilt als Vorreiter in Sachen Wärmepumpe: „Für beide Lager Verständnis“

Da wundert es nicht, wenn viele Bürger verunsichert sind. Müssen Sie oft Aufklärungsarbeit leisten?
Barnickel: Das ist ein großer Punkt. Ich habe erst jüngst einen Vortrag in Murnau gehalten, weil es in der Bevölkerung noch sehr viele Fragezeichen gibt. Auch privat werde ich oft angesprochen.
Das beginnt wahrscheinlich bereits bei der Frage, wie eine Wärmepumpe überhaupt funktioniert. Bei Gas, Holz und Öl leuchtet das Prinzip ja jedem schnell ein.
Barnickel: Das ist tatsächlich noch immer ein großes Thema. Gerade wenn es um eine Luft-Wärmepumpe geht, ist es für viele schwer nachzuvollziehen, wie es sein kann, dass man aus Minusgraden Wärme gewinnt. Dabei sind es einfache physikalische Grundprinzipien, die hier zum Tragen kommen. Es geht immer darum, dass etwas Wärmeres Energie an etwas Kälteres abgibt. Wenn ich draußen Minus zehn Grad habe, muss mein Kältemittel vereinfacht gesagt eben minus 40 Grad haben, damit das Prinzip funktioniert.
Bestes Beispiel ist der Kühlschrank, den jeder im Haus hat.
Barnickel: Stimmt, eine Wärmepumpe ist schließlich nichts anderes als ein umgekehrt funktionierender Kühlschrank. Doch als Erklärung, um die Wirkungsweise zu erläutern, hilft das den Leuten oft auch nicht weiter. Da braucht es eher praktische Beispiele. Etwa die beim Pumpen warm werdende Fahrrad-Luftpumpe, die verdeutlicht, dass Gase sich beim Komprimieren erhitzen. Nichts anderes passiert im Kompressor der Wärmepumpe.
Lassen Sie uns einige oft geäußerte Kritikpunkte und Vorbehalte klären. Beginnen wir damit, dass eine Wärmepumpe nur für Neubauten geeignet ist.
Barnickel: Ein Neubau hat den Vorteil, dass er heutzutage meist mit einer Flächenheizung ausgestattet ist, die nur niedrige Vorlauftemperaturen benötigt. Da reichen 30 bis 35 Grad oft aus, auch wenn es draußen minus 15 Grad hat. Im Altbau ohne Fußbodenheizung sieht die Sache anders aus, denn die dort verbauten Heizkörper brauchen eine höhere Vorlauftemperatur. Hier muss man dann schauen, ob sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich betreiben lässt. Aus unseren Erfahrungen liegt die magische Grenze bei einer Vorlauftemperatur von 50 Grad, hier kriege ich noch das doppelte an Wärmeenergie raus, als ich hineinstecke.
Machen Hybridheizungen aus Ihrer Sicht Sinn, um die Wärmepumpe an kalten Wintertagen zu unterstützen?
Barnickel: Ich bin da kein Fan von, denn man hat zwei Systeme, die gewartet werden müssen, was zusätzliche Kosten verursacht. Dazu zahlt man vielleicht im Fall einer Gasheizung auch noch einen Grundtarif fürs Gas. Und dann geht es vielleicht um ein, zwei Tage im Jahr, wo man die alte Heizung braucht. Das macht finanziell unterm Strich oft keinen Sinn.
Kommen wir zum nächsten Vorbehalt: Wenn ich eine Wärmepumpe im Altbau betreiben will, brauche ich mindestens eine Fußbodenheizung und gut gedämmt sollte mein Haus auch sein
Barnickel: Wenn ich beides habe, ist es nicht verkehrt. Aber es ist keine zwingende Voraussetzung. Oft sind über die Jahre schon kleinere energetische Maßnahmen bei älteren Häusern durchgeführt worden, beispielsweise das Dach erneuert oder die Fenster ausgetauscht. Fakt ist, wenn man dämmt, braucht man generell weniger Energie, egal, wie das Heizsystem aussieht. Für die Wärmepumpe kommt hinzu, je niedriger die Vorlauftemperatur ist, die man benötigt, umso effizienter ist der Betrieb.
Oft heißt es auch, eine Wärmepumpe macht ohne PV-Anlage wenig Sinn, weil die Stromkosten sonst so hoch sind.
Barnickel: Richtig ist, dass eine PV-Anlage ein guter Partner für die Wärmepumpe ist. Neue Systeme können aktiv Überschuss nutzen, um etwa das Brauchwasser mehr zu erwärmen oder Energie in einem Wärmespeicher einzulagern. Man macht sich mit einer PV-Anlage also ein stückweit unabhängig vom Strom aus dem Netz.
Dann gibt es noch die Vorbehalte, dass die Außengeräte der Luft-Wärmepumpen so laut sind, dass man Ärger mit dem Nachbarn riskiert. Manchmal landen solche Fälle sogar vor Gericht.
Barnickel: Wir raten immer dazu, sich Gedanken zu machen, wo der geeignetste Standort ist und darüber auch mit dem Nachbarn zu sprechen. Die Lärmentwicklung ist nicht nur von den baulichen Gegebenheiten abhängig, sondern auch davon, wie die Wärmepumpe dimensioniert ist. Schafft sie die benötigte Leistung nur knapp, wird sie öfter unter Volllast laufen. Auch die Größe des Außenverdampfers ist entscheidend. Man darf auch den mentalen Faktor nichtunterschätzen. Wir hatten schon Fälle, wo sich Nachbarn über die Lautstärke beschwerten, obwohl die Anlage noch gar nicht in Betrieb war. Schließlich steht im Internet, dass Luftwärmepumpen laut sind. Dabei lässt sich das nicht pauschal sagen.
Viele haben auch Angst vor hohen Kosten. Wie viel teurer ist es, wenn ich statt meine Öl- oder Gasheizung zu erneuern, eine Wärmepumpe einbauen lasse?
Barnickel: Dazu muss man schauen, was gemacht wird. Wenn einfach nur die alte Gastherme gegen eine neue ausgetauscht wird, ist das sicher günstiger als die Umrüstung auf ein Wärmepumpensystem. Ein Nachbar hatte da jetzt ein Angebot über 8000 Euro vorliegen, da kommt man mit der Wärmepumpe nicht hin, denn dafür sind einfach in der Regel größere Umbauarbeiten nötig, der Elektriker muss kommen, oft braucht man ein Fundament fürs Außengerät, das man ja nicht einfach so in die Wiese stellen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, wenn Kunden von Gas oder Öl wegwollen und zwischen Fernwärme, Pellets oder Wärmepumpe stehen, letztere entweder günstiger ist oder sich durch die Betriebskostenersparnis rechnet.
Können Sie verstehen, dass viele Hausbesitzer jetzt noch schnell eine neue Gas- und Ölheizung einbauen lassen?
Barnickel: Das ist sicher der bequemste Weg, ob er sinnvoll ist, sei dahingestellt. Sicher kann jetzt niemand sagen, wie sich die Preise für Öl und Gas in nächster Zeit entwickeln, ob sie so massiv steigen werden, wie manch einer prognostiziert. Fakt ist, und das ist seit langem bekannt, fossile Brennstoffe sind endlich und schlecht für die Umwelt.
Gab es Fälle, in denen Sie Kunden vom Einbau einer Wärmepumpe abgeraten haben?
Barnickel: Ja, die gibt es. Wir hatten zuletzt beispielsweise ein Gebäude aus dem Jahr 1905 mit einfach verglasten Fenstern. Die Besitzer haben schon jetzt Probleme, das Haus mit ihrer Gasheizung warm zu halten. Unter diesen Umständen macht eine Wärmepumpe keinen Sinn. Absagen mussten wir auch einem Reihenhausbesitzer in Freising. Da war das Haus zwar deutlich neuwertiger, allerdings war auf dem Grundstück kein Platz, um eine Wärmepumpenlösung umzusetzen. Aber das sind Extremfälle.
Das Problem mit dem fehlenden Platz dürfte vor allem in dichter besiedelten Gegenden öfter auftauchen.
Barnickel: Klar, eine Luftwärmepumpe in der Schongauer Altstadt beispielsweise dürfte nur schwer umsetzbar sein. Nah-wärme- oder Kältenetze machen da deutlich mehr Sinn. Auch dafür gibt es gute Konzepte, die auf Wärmepumpen basieren. Es ist daher gut, wenn die Kommunen nun die entsprechenden Planungen vorantreiben sollen.
Nach viel Kritik hat die Bundesregierung jetzt Änderungen am Heizungsgesetz beschlossen, bis zu 70 Prozent Förderung sollen nun drin sein, wenn man in eine klimafreundliche Heizung investiert. Ein Schritt, den Sie begrüßen dürften, oder?
Barnickel: Ich fand die bisherige Förderung mit 35 bis 40 Prozent auch schon sehr gut. Das war bereits viel Geld. Da stellt sich schon die Frage, muss es noch mehr sein, am Ende muss es ja jemand bezahlen. Vor allem war die Antragsstellung bisher sehr einfach, ohne große Bürokratie. Ob das mit den neuen Änderungen so bleibt, wird sich erst noch zeigen.
Wenn jetzt angesichts der Förderung alle eine Wärmepumpe einbauen wollen, führt das freilich gleich zur nächsten Frage: Lässt sich das überhaupt in absehbarer Zeit bewältigen? Ihre Auftragsbücher dürften schon jetzt voll sein und Fachkräfte wachsen auch nicht auf den Bäumen.
Barnickel: Die gute Nachricht ist, dass sich im Moment die Liefersituation entspannt, die Hersteller bauen gerade große Kapazitäten auf, da sollte die Beschaffung ab dem nächsten Jahr kein Problem mehr sein. Eher problematisch ist tatsächlich die Frage, wer baut die Anlagen ein. Die Goldgräberstimmung, die gerade am Markt herrscht, führt dazu, dass viele neue Firmen auftauchen, die mit dem Einbau von Wärmepumpen um Kundschaft im Internet werben. Woher da das fachkundige Personal kommen soll, ist mir nicht klar, wenn man bedenkt, dass der normale Heizungsbauer kaum Fachkräfte findet. Da sollte man schon vorsichtig sein, zumal die Betreuung der Anlage auch gewährleistet sein muss. So oder so wird es sportlich werden. Auch bei uns merkt man, dass Mitarbeiter in Rente gehen und wir vor der Frage stehen, wer kommt nach.
Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie aktuell?
Barnickel: Wir sind 28, bis Ende des Jahres werden es 33 Mitarbeiter sein.
Wenn ich morgen bei Ihnen anrufe und eine Wärmepumpe bestellen will: Wird das heuer noch was?
Barnickel: Da sind wir eher Richtung nächstes Frühjahr.
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Wie heizen Sie privat?
Barnickel: Seit Frühjahr mit Wärmepumpe. Wir wohnen in einem Mietobjekt, wo vor Weihnachten die Vakuumblase im Öltank kaputtgegangen ist. Daraufhin musste schnell eine Lösung her. Wir haben dann eine Grundwasserwärmepumpe installiert.

Debatte um Wärmepumpen: „Sachlichkeit oft nicht mehr so da“

Viel wurde über die hohen Investitionskosten bei der Wärmepumpe geredet.
Barnickel: Das muss man differenziert sehen. Wenn man eine Heizung größer saniert, also nicht nur die Therme austauscht, sondern vielleicht auch den Öltank ertüchtigen muss, ist man mit 10 000 Euro auch nicht bedient. Sobald die Arbeiten umfangreicher werden, also man von einem Heizsystem zum anderen wechselt, sind Kosten zwischen 20 000 und 60 000 Euro üblich. Einem Kunden lag jüngst ein Angebot über 60 000 Euro für die Umrüstung von Öl auf Pellets vor, da bin ich mit der Wärmepumpe eher günstiger.
Ministerpräsident Markus Söder hatte vom Heizhammer gesprochen, der Hauseigentümer bis zu 300 000 Euro kosten würde.
Barnickel: Wenn ich das komplette Gebäude saniere, kann ich da schon hinkommen. Aber dann habe ich einen Neubau und bin nicht mehr bei einer einfachen Heizungssanierung. Das Missverständliche an der Aussage ist, dass sie suggeriert, dass man, um eine Wärmepumpe zu betreiben, erstmal sanieren muss. Unsere Erfahrungen zeigen, dass dies nicht stimmt.
Ärgert Sie das, wenn Sie solche Aussagen hören?
Barnickel: Tatsächlich ist die Sachlichkeit oft nicht mehr da gewesen in der Debatte. Es werden vor allem Extremfälle zitiert.

Macht eine Wärmepumpe ohne PV-Anlage Sinn?

Da wundert es nicht, wenn viele Bürger verunsichert sind. Müssen Sie oft Aufklärungsarbeit leisten?
Barnickel: Das ist ein großer Punkt. Ich habe erst jüngst einen Vortrag in Murnau gehalten, weil es in der Bevölkerung noch sehr viele Fragezeichen gibt. Auch privat werde ich oft angesprochen.
Das beginnt wahrscheinlich bereits bei der Frage, wie eine Wärmepumpe überhaupt funktioniert. Bei Gas, Holz und Öl leuchtet das Prinzip ja jedem schnell ein.
Barnickel: Das ist tatsächlich noch immer ein großes Thema. Gerade wenn es um eine Luft-Wärmepumpe geht, ist es für viele schwer nachzuvollziehen, wie es sein kann, dass man aus Minusgraden Wärme gewinnt. Dabei sind es einfache physikalische Grundprinzipien, die hier zum Tragen kommen. Es geht immer darum, dass etwas Wärmeres Energie an etwas Kälteres abgibt. Wenn ich draußen Minus zehn Grad habe, muss mein Kältemittel vereinfacht gesagt eben minus 40 Grad haben, damit das Prinzip funktioniert.
Bestes Beispiel ist der Kühlschrank, den jeder im Haus hat.
Barnickel: Stimmt, eine Wärmepumpe ist schließlich nichts anderes als ein umgekehrt funktionierender Kühlschrank. Doch als Erklärung, um die Wirkungsweise zu erläutern, hilft das den Leuten oft auch nicht weiter. Da braucht es eher praktische Beispiele. Etwa die beim Pumpen warm werdende Fahrrad-Luftpumpe, die verdeutlicht, dass Gase sich beim Komprimieren erhitzen. Nichts anderes passiert im Kompressor der Wärmepumpe.
Lassen Sie uns einige oft geäußerte Kritikpunkte und Vorbehalte klären. Beginnen wir damit, dass eine Wärmepumpe nur für Neubauten geeignet ist.
Barnickel: Ein Neubau hat den Vorteil, dass er heutzutage meist mit einer Flächenheizung ausgestattet ist, die nur niedrige Vorlauftemperaturen benötigt. Da reichen 30 bis 35 Grad oft aus, auch wenn es draußen minus 15 Grad hat. Im Altbau ohne Fußbodenheizung sieht die Sache anders aus, denn die dort verbauten Heizkörper brauchen eine höhere Vorlauftemperatur. Hier muss man dann schauen, ob sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich betreiben lässt. Aus unseren Erfahrungen liegt die magische Grenze bei einer Vorlauftemperatur von 50 Grad, hier kriege ich noch das doppelte an Wärmeenergie raus, als ich hineinstecke.
Machen Hybridheizungen aus Ihrer Sicht Sinn, um die Wärmepumpe an kalten Wintertagen zu unterstützen?
Barnickel: Ich bin da kein Fan von, denn man hat zwei Systeme, die gewartet werden müssen, was zusätzliche Kosten verursacht. Dazu zahlt man vielleicht im Fall einer Gasheizung auch noch einen Grundtarif fürs Gas. Und dann geht es vielleicht um ein, zwei Tage im Jahr, wo man die alte Heizung braucht. Das macht finanziell unterm Strich oft keinen Sinn.
Kommen wir zum nächsten Vorbehalt: Wenn ich eine Wärmepumpe im Altbau betreiben will, brauche ich mindestens eine Fußbodenheizung und gut gedämmt sollte mein Haus auch sein
Barnickel: Wenn ich beides habe, ist es nicht verkehrt. Aber es ist keine zwingende Voraussetzung. Oft sind über die Jahre schon kleinere energetische Maßnahmen bei älteren Häusern durchgeführt worden, beispielsweise das Dach erneuert oder die Fenster ausgetauscht. Fakt ist, wenn man dämmt, braucht man generell weniger Energie, egal, wie das Heizsystem aussieht. Für die Wärmepumpe kommt hinzu, je niedriger die Vorlauftemperatur ist, die man benötigt, umso effizienter ist der Betrieb.
Oft heißt es auch, eine Wärmepumpe macht ohne PV-Anlage wenig Sinn, weil die Stromkosten sonst so hoch sind.
Barnickel: Richtig ist, dass eine PV-Anlage ein guter Partner für die Wärmepumpe ist. Neue Systeme können aktiv Überschuss nutzen, um etwa das Brauchwasser mehr zu erwärmen oder Energie in einem Wärmespeicher einzulagern. Man macht sich mit einer PV-Anlage also ein stückweit unabhängig vom Strom aus dem Netz.

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