Kommunalwahl 2026

Evelyn Dürmeier wird neue Bürgermeisterin von Mittelstetten

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Die Wähler haben entschieden: Evelyn Dürmeier (Mitte) übernimmt das Amt von Franz Ostermeier. Die unterlegene Carmen Voxbrunner gratuliert.
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Bei der Bürgermeisterwahl in Mittelstetten setzt sich Evelyn Dürmeier mit 54 Prozent der Stimmen durch. Ihre Erfahrung im Gemeinderat war wohl entscheidend für den Sieg.

Evelyn Dürmeier: So heißt die neue Bürgermeisterin von Mittelstetten. Die Kandidatin der Gruppierung „Wir für unsere Gemeinde“ (WUG) setzte sich mit 54 Prozent der Stimmen gegen Carmen Voxbrunner (Bürgernah und Unabhängig/BU) durch. Von 955 gültigen Stimmen erhielt Evelyn Dürmeier 516, während 439 Wahlberechtigte bei Carmen Voxbrunner ihr Kreuzchen machten. 27 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,3 Prozent.

„Ich freue mich auf die Herausforderung. Jetzt beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt“, sagte Dürmeier nach Bekanntwerden des Ergebnisses. „Aber jetzt muss ich das alles erstmal verdauen und sacken lassen.“

Die 57-Jährige sitzt seit 18 Jahren im Mittelstettener Gemeinderat und gehört der Fraktion des scheidenden Bürgermeisters Franz Ostermeier an, der sich aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl stellte. Die vergangenen sechs Jahre war Evelyn Dürmeier Dritte Bürgermeisterin.

Carmen Voxbrunner zeigte sich als gute Verliererin. „Die Bürger haben entschieden. Ich war wahrscheinlich doch nicht bekannt genug.“ Zwar lebt die 62-Jährige schon mehr als ihr halbes Leben in Mittelstetten, doch in der Kommunalpolitik war sie bisher nicht aktiv. Vermutlich habe ihre mangelnde Erfahrung für das Wahlergebnis eine Rolle gespielt, glaubt die Pressefotografin.

Gratulationen und gute Wünsche für beide Kandidatinnen kamen als erstes von den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern, die als Wahlhelfer die Stimmen ausgezählt hatten. „Es ist gut, dass die Bürger eine Wahl hatten. Das ist das A und O der Demokratie“, sagte CSU-Ratsmitglied Michael Robeller.

Tatsächlich hatte es lange so ausgesehen, als würde niemand die Nachfolge von Bürgermeister Ostermeier antreten wollen. Beide Bewerberinnen hatten sich erst spät zur Kandidatur erschlossen und von daher nur wenig Zeit gehabt, die Wählerschaft von sich zu überzeugen.

Evelyn Dürmeier lobte rückblickend den „absolut fairen Wahlkampf“. Groß beweisen müssen habe sie sich in der kurzen Zeit nicht, „weil die Bürger seit 18 Jahren wissen, wie ich ticke“. Ihr Ergebnis lag lediglich vier Prozent niedriger als das ihres Vorgängers Ostermeier vor sechs Jahren.

Sobald die Ergebnisse der Gemeinderatswahl feststehen, will die künftige Rathauschefin Evelyn Dürmeier – ihre Amtszeit beginnt offiziell am 1. Mai – sich mit ihrer künftigen Fraktion zusammensetzen und Aufgaben verteilen. „Man ist immer nur so stark wie sein Team.“ Auch Carmen Voxbrunner, die auf Platz 1 der Liste der Wählergruppierung „Bürgernah und Unabhängig“ stand, sicherte im Falle ihrer Wahl ins Gremium der künftigen Bürgermeisterin ihre Unterstützung zu.

Kommentar zum Wahlergebnis von Reporterin Ulrike Osman:

Frauen setzen starkes Zeichen

Mittelstetten hat ein neues Gemeindeoberhaupt – und zum ersten Mal wird eine Frau die Geschicke der Gemeinde lenken. In Zeiten, da Parität in der Kommunalpolitik noch immer in weiter Ferne zu liegen scheint, ist allein das eine gute Entwicklung. Und beide Kandidatinnen verdienen höchste Anerkennung für ihre Bereitschaft, den Posten anzutreten, nachdem sich monatelang niemand zur Kandidatur bereitgefunden hatte. Carmen Voxbrunner hat mit viel Energie, frischem Wind und engagiertem Auftreten ein mehr als achtbares Ergebnis erzielt, wenn es auch für einen Sieg nicht reichte. Letztlich trauten die Wähler eher Evelyn Dürmeier das Amt zu. Sie bringt viel kommunalpolitische Erfahrung mit und wird sich bei Bedarf der Unterstützung ihres Vorgängers und Fraktionskollegen Franz Ostermeier sicher sein können. Doch auch für Dürmeier ist das Amt eine Herausforderung, vor allem in Zeiten knapper Kassen. Die Bürger warten darauf, dass weitere Maßnahmen aus dem Gemeindeentwicklungskonzept umgesetzt werden. An ihrer Tatkraft diesbezüglich wird Dürmeier sich messen lassen müssen.

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