Humorige Lesung mit Andreas Martin Hofmeir

Ex-LaBrass-Banda-Mitglied begeistert Publikum auf der Bergwaldbühne

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Ein eingespieltes Duo: Pianist Tim Allhoff und Tubist Andreas Martin Hofmeir auf der Bergwaldbühne.
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Er war Tubist bei LaBrassBanda. Nun wandelt Andreas Martin Hofmeir auf Solo-Pfaden - und dies sehr unterhaltsam.

Wolfratshausen – „Kein Aufwand“ ist nicht nur der Titel eines autobiografischen Buchs von Andreas Martin Hofmeir. Es scheint auch das Lebensmotto des ehemaligen Mitglieds von LaBrassBanda zu sein. Zu seiner ausverkaufen musikalisch-kabarettistischen Lesung auf der Bergwaldbühne erschien der 39-Jährige barfuß und mit einem schlichten weißen T-Shirt bekleidet. Sein Kompagnon Tim Allhoff, ein bekannter Jazz-Pianist, hatte sich ebenfalls nicht gerade in Schale geworfen.

Mit viel Understatement fragte Hofmeir das Publikum, warum es sich diesen Abend überhaupt antut. Karte geschenkt bekommen? Nur wegen der Frau da? Oder seine Vergangenheit bei LaBrassBanda? „Das wird kein lustiger Abend. Und die Musik macht’s auch nicht besser“, kündigte er an. Dabei sind Hofmeir, der unter anderem als Professor am Mozarteum in Salzburg unterrichtet, und der mit vielen Preisen ausgezeichnete Tim Allhoff herausragende Könner an ihren Instrumenten. Der Hauptprotagonist brach eine Lanze für die Tuba: „Sie wurde erst 1835 erfunden und gilt als der letzte Schrei der Evolution“, berichtete der gebürtige Münchner. Die Region um Wolfratshausen bezeichnete er als blasmusikaffine Gegend, die ihn in vielerlei Hinsicht an Geisenfeld in der Holledau erinnere. Denn dort ist Hofmeir aufgewachsen. Er engagierte sich in seiner Kindheit unter anderem für den Bund Naturschutz, indem er Krötenzäune bastelte. Dass sich die Amphibien an seiner schiefen Konstruktion selbst aufspießten, macht ihm längst nicht mehr zu schaffen. Ein Musiklehrer in Ingolstadt bezeichnete den jungen Hofmeir mal „als faulste Sau“, die er je erlebt habe.

Nicht nur durch diese autobiografischen Erzählungen hatte der Musiker das Publikum schnell auf seiner Seite. Es waren vor allem seine herrlich melancholischen brasilianischen Liebeslieder, die durch den Klang der Tuba ganz andere Facetten offenbarten. Das berühmte „Girl From Ipanema“ hatten die meisten Besucher so garantiert noch nie gehört. Auch der mit dem „Latin Lover“ gepaarte „Holledauer Sitz-Samba“ erhielt tosenden Applaus.

Nach zwei Zugaben ging nur Tim Allhoff enttäuscht nach Hause. Hofmeir wollte ihm eine attraktive Bettgesellin vermitteln – blond und jünger als 26 Jahre. Da im Laufe des Abends die Angebote ausblieben, schraubte er seine Ansprüche herunter. Am Ende hieß die Bedingung: jünger als 51 Jahre, Geschlecht egal. Ein gelungener Running Gag, den das Duo bis zum Finale ausreizte

ph

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