Mit dem Bürgerentscheid für den Rathaus-Neubau in Erbpacht auf kirchlichem Grund ist auch die Entscheidung gefallen, dass die Gemeinde Fahrenzhausen auf ihren eigenen Flächen ein soziales Wohnprojekt anstoßen kann. Dafür werden nun Ideen gesammelt.
Fahrenzhausen – Mit dem Bürgerentscheid für den Rathaus-Neubau in Erbpacht auf kirchlichem Grund ist auch die Entscheidung gefallen, dass die Gemeinde Fahrenzhausen auf ihren eigenen Flächen ein soziales Wohnprojekt anstoßen kann. Für dieses Projekt sammelte der Gemeinderat nun erste Informationen – mit einer Vorstellung des Seniorenwohnens in Schechen. Der ehemalige Bürgermeister Hans Holzmeier kam nach Fahrenzhausen, um dem Gemeinderat in einer Sondersitzung Rede und Antwort zu stehen.
Seniorenwohnen in Verbindung mit ehrenamtlichem Engagement
Mit dem Projekt „Seniorenwohnen Schechen“ bekam die zwischen Wasserburg und Rosenheim liegende Kommune den Deutschen Bauherrenpreis 2020 verliehen – was die Fahrenzhausener zum Anlass nahmen, den Bürgermeister a. D. Hans Holzmeier einzuladen. Er berichtete, dass man sich einige Objekte angesehen habe und schnell zu der Erkenntnis gekommen sei, dass Betreutes Wohnen durch den Zukauf von diversen Leistungen für die Menschen zu teuer sei.
Die geniale Lösung von Schechen war das Seniorenwohnen in Verbindung mit ehrenamtlichem Engagement. Für die Betreuung der Senioren zeichnet die Nachbarschaftshilfe verantwortlich, Ex-Bürgermeister Holzmeier ist dort derzeit auch Vorsitzender. Fahrenzhausens Ortschef Heinrich Stadlbauer kann sich ein solches Projekt auch in seiner Gemeinde vorstellen. Der Betrieb von Schechen könne deshalb ein Modellvorbild für das bislang erste Seniorenangebot in Fahrenzhausen sein.
Allerdings sind die Grundvoraussetzungen der Planung unterschiedlich. In Schechen bekam die Gemeinde das zentral im Dorf gelegene Grundstück geschenkt – mit der festen Bedingung, dass etwas für Senioren gebaut werden soll. In Fahrenzhausen kann sich Stadlbauer derzeit vieles vorstellen, von einem reinen Seniorenprojekt bis hin zu einem Mehrgenerationenwohnen.
Hans Holzmeier und Architekt Michael Deppisch beantworteten den Fahrenzhausener Gemeinderäten etliche Fragen rund um das Bauprojekt und beschrieben dabei auch den Gemeinschaftsraum, der die Nachbarn aus den Wohnungen zusammenbringen solle. „Aus dem Gemeinschaftsraum wurde dann ein Gemeinschaftshaus“, sagte Holzmeier. Nicht ohne Stolz ergänzte der frühere Rathauschef, dass mittlerweile auch mehr als 30 Einheimische auf der Warteliste für frei werdende Wohnungen stünden.
Vorrang haben Rathaus und Kindergarten
Die Sondersitzung des Gemeinderats gab den Entscheidern viele neue Informationen, aber ein soziales Projekt für die Ortsmitte von Fahrenzhausen wird in naher Zukunft noch nicht angeschoben. Bürgermeister Stadlbauer machte deutlich, dass die beiden Großprojekte Kindergarten- sowie Rathausneubau das Bauamt ziemlich in Beschlag nehmen würden. Erst wenn die beiden Baustellen liefen, könne die Verwaltung personell die nächsten Schritte für ein gemeindliches Wohnprojekt gehen.
Gut für Fahrenzhausen ist die verlängerte Förderung des Staates bis zum Jahr 2023. Der Neubau in Schechen beispielsweise kostete 4,8 Millionen und wurde mit rund 1,2 Millionen Euro Zuschuss gefördert. Obendrauf erhielt man ein zinsloses Darlehen über 1,5 Millionen Euro.
Aktuelles aus Fahrenzhausen
Wie soll das neue Fahrenzhausener Rathaus aussehen? In der jüngsten Sitzung wurden die drei Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs vorgestellt. Dem Gemeinderat steht nun harte Arbeit bevor.
Im Schatten der Corona-Krise feiert Magdalena Schreiber aus Fahrenzhausen ihren 96. Geburtstag. Sie sagt: „Wir haben den Krieg überstanden, wir schaffen auch Corona.“

