Stichwahl mit deutlichem Ergebnis

Fahrenzhausen hat jetzt eine Bürgermeisterin: Susanne Hartmann macht das Rennen

+
Eine faire Unterlegene und eine strahlende Siegerin: Alexandra Karl (l.) gratulierte Susanne Hartmann zum Ergebnis.
  • schließen

Im zweiten Wahlgang hat in Fahrenzhausen die FWE-Kandidatin Susanne Hartmann mit 59,9 Prozent der Wählerstimmen gegen ihre Kontrahentin Alexandra Karl (Grüne) gewonnen.

Fahrenzhausen – Das Ergebnis war schon historisch, bevor es offiziell feststand: Zum ersten Mal regiert in Fahrenzhausen eine Frau. Die Frage zur Stichwahl am Sonntag war nur noch: Wird die Bürgermeisterin eine von außerhalb, oder eine, die in der Gemeinde daheim ist? Fahrenzhausens Wähler haben sich entschieden – und es ist die zweite Premiere, die am Sonntag gefeiert werden konnte: Die neue Rathauschefin wohnt nicht am Ort, sondern in der Nachbargemeinde Hohenkammer: 1207 Menschen – 59,9 Prozent – haben Susanne Hartmann (FWE) zur Bürgermeisterin gewählt. 808 Stimmen konnte Alexandra Karl (Grüne) auf sich verbuchen. Die Wahlbeteiligung war dieses Mal noch schlechter als beim ersten Wahldurchgang: Nur noch 50,62 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihr Kreuzchen gemacht.

Geschafft! Susanne Hartmann und ihr Mann Siegfried waren überwältigt vom Ergebnis der Wahl.

Hartmann wird die Amtsgeschäfte bereits am morgigen Dienstag übernehmen. Dass in der Ampertalgemeinde künftig eine Bürgermeisterin im Chefsessel sitzen wird, stand bereits nach dem ersten Wahldurchgang am Sonntag vor zwei Wochen fest, als der einzige Mann im Kandidatentrio ausschied: Nur 15 Stimmen mehr hätte CSU-Kandidat Günter Fuchs gebraucht, um sich gegen die FWE-Kandidatin Susanne Hartmann durchzusetzen. Die erhielt im ersten Wahlgang 31,4 Prozent der Wählerstimmen. Als Siegerin des Wahlsonntags vor zwei Wochen war Alexandra Karl von den Grünen mit 37,9 Prozent der Wählerstimmen hervorgegangen.

Dass nun Susanne Hartmann in der Stichwahl mit insgesamt 59,9 Prozent ganz deutlich das Rennen gemacht hat, dürfte auch einen Großteil des Gemeinderatsgremiums freuen. 16 der 20 Bürgervertreter haben sich nämlich in den vergangenen zwei Wochen hinter die Kandidatin „von außerhalb“ gestellt: „Wir stehen hinter Susanne Hartmann.“ Zuletzt unterstrich die Mehrheit des Gremiums diese Haltung mit einem Flyer, auf dem die FDP-Kreisrätin und Gemeinderätin in Hohenkammer im Kreise ihrer kommunalpolitischen Unterstützer zu sehen war. Darunter auch fünf der insgesamt sieben Gemeinderäte der Freien Bürgerliste (FBL) – jener Gruppierung, aus deren Reihen der am 1. Juni verstorbene Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (61) stammte. Einen eigenen Kandidaten hatte die FBL nicht ins Rennen geschickt.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

„Ich bin wirklich völlig überwältigt“, sagte Susanne Hartmann im FT-Gespräch, nachdem 3. Bürgermeister Heinrich Kislinger das offizielle Endergebnis verkündet hatte. Die neue Bürgermeisterin betonte, mit dem festen Willen angetreten zu sein, dass Fahrenzhausen eine Frau zur Chefin bekommen soll. Hartmann fasste den Wahlkampf mit den Worten zusammen: „Es waren acht Wochen konsequente Arbeit, die dieses Ergebnis heute gebracht haben.“ Ihre Konkurrentin Alexandra Karl indes sagt: „Es war eine interessante Reise mit vielen Erkenntnissen und Erfahrungen.“ Von Konkurrenz war bei den beiden Kontrahentinnen nach der Wahl nichts mehr zu spüren. Alexandra Karl gratulierte der zu Tränen gerührten Siegerin und wünschte ihr alles Gute für ihre neue Aufgabe.

Todesfall im Wahlkampfteam

Der Grund, wieso Alexandra Karl und ihr Wahlkampfteam sich in den vergangenen beiden Wochen eher zurückgehalten haben, ist ein trauriger, wie sie nach der Ergebnisverkündung erzählte: Einer ihrer „größten Kämpfer“ im Team, Ludwig Bauer, ist während des Wahlkampfs verstorben. „Ich hätte dem Wig heute natürlich gerne die Nachricht über meinen Sieg hochgeschickt, aber ich glaube, er wäre auch so sehr stolz auf uns.“ Sie sei es auf jeden Fall ob dieses Ergebnisses. Ohne eigenen Ortsverein im Rücken und ohne kommunalpolitisch bereits fest im Sattel zu sitzen 40 Prozent der Wählerstimmen einzufahren, gebe ihr nicht das Gefühl, als Verliererin vom Platz zu gehen.

Kommunalaufsicht prüft jetzt

2. Bürgermeister Andreas Karl (FWE) fungierte am Wahlabend wieder als Wahlleiter. Ihm war seitens einiger Wähler vorgeworfen worden, sich nicht neutral verhalten und sich im Wahlkampf zu sehr für Susanne Hartmann engagiert zu haben. Die Kommunalaufsicht prüft, ob das korrekt war und erklärte dazu vor der Wahl: „Eine Wahlprüfung kann durch die Rechtsaufsichtsbehörde erst nach der Stichwahl, die mit der ersten Wahl am 25. September eine rechtliche Einheit bildet, erfolgen, da erst dann ein nachprüfbares Wahlergebnis vorliegt.“ Ob Andreas Karls Engagement Konsequenzen haben wird, steht also noch nicht fest.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Kommentare