FC-Bayern-Fanclub „Red-White Kings“ zu Schmähplakaten: „Eine einzige Katastrophe“

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Bezieht klar Stellung: Peter Hippauf (3.v.l.) mit dem Vorstand des FC-Bayern-Fanclubs „Red-White Kings Schwabniederhofen“
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Kopfschütteln in Schwabniederhofen: Der Vorsitzende des FC-Bayern-Fanclubs verachtet die Schmähplakate gegen Dietmar Hopp. Und ist sicher, dass kein Vereinsmitglied an der Aktion beteiligt war.

Schwabniederhofen – Die Bilder im Fernsehen ließen Peter Hippauf einfach keine Ruhe. Er schlief von Samstag auf Sonntag schlecht, war um 6 Uhr morgens schon wach. Und setzte sich dann direkt an seinen Computer. Denn der Vorsitzende des FC-Bayern-Fanclubs Red-White Kings Schwabniederhofen wollte ein Zeichen setzen. Gegen Beleidigung, für einen fairen und gewaltfreien Sport. Deshalb schrieb er am Sonntagmorgen eine E-Mail an die TSG 1899 Hoffenheim, deren Mäzen Dietmar Hopp bei der Bundesliga-Partie gegen den FC Bayern auf Plakaten beleidigt wurde. In seinem Schreiben verurteilte Hippauf die Aktion einzelner Zuschauer im Bayern-Block strikt. „So etwas geht nicht. Und so etwas akzeptieren wir auch nicht“, sagt Hippauf. Auch andere Fanclubs im Landkreis distanzieren sich.

Drei Fanclub-Mitglieder sahen das Spiel in Hoffenheim

Drei der 58 Mitglieder des Schwabniederhofener Fanclubs sahen den 6:0-Erfolg der Bayern live im Hoffenheimer Stadion. „Sie haben mit der Aktion nichts zu tun“, betont Hippauf, der dem 30 Jahre alten Verein seit 26 Jahren vorsteht. „Ich kenne jedes Mitglied. Wir achten sehr darauf, wen wir aufnehmen.“ Hippauf ist es wichtig, dass jeder hinter der Fanclub-Kultur steht: „Fußballfans haben ja nicht den besten Ruf. Wir wollen den gerade rücken. Wir sind friedlich, distanzieren uns von Gewalt und sind sozial engagiert“, sagt der Vorsitzende. Da tut es weh, solch’ unfaire Aktionen zu sehen. „Mir hat’s die Sprache verschlagen“, sagt Hippauf, der gern Spiele der Bayern bei der TSG besucht: „Das war bisher ein entspanntes Verhältnis zwischen den Fans. Ich habe in Hoffenheim nie Anfeindungen erlebt.“

Lob für Schiedsrichter und Spieler

Positiv fand er die Reaktionen auf dem Platz. Es sei richtig, dass der Schiedsrichter die Partie unterbrochen habe. Und dass die Mannschaften in den letzten 13 Minuten streikten und sich nur noch gelangweilt den Ball zuschoben, begrüßte Hippauf auch: „Diese Aktion war genial.“ Und könne gern Schule machen – zum Beispiel, wenn ein Spieler rassistisch beleidigt werde. „Dann kann man das Vorgehen 1:1 übernehmen“, findet Hippauf. Am liebsten wäre es ihm aber, wenn Unterbrechungen und Spielerstreiks gar nicht nötig wären – weil sich die Fans benehmen und auf das konzentrieren, was in diesen Momenten doch eigentlich alle verbinden sollte: die Freude am Fußball. 

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