VonAndreas Steppanschließen
Nach sechs Tagen Dauereinsatz wegen des Hagel-Unwetters zieht die Feuerwehr Bilanz. 1871 Kräfte bewältigen 1208 Einsätze. Nun sagen die Retter oberdrein noch selbst Danke.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit dem Hagel-Unwetter am Samstag hat die Feuerwehr im Landkreis 1208 Einsätze abgearbeitet. Dabei waren 1871 Kräfte im Einsatz. Das schreibt Stefan Kießkalt, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion, in einer Abschlussbilanz vom Donnerstagabend.
Insbesondere in Benediktbeuern und Arzbach, Bichl, Kochel, Ried und Lenggries waren die Feuerwehren im Dauereinsatz und seien „bis an ihre Leistungsgrenzen“ gegangen, „um den Bürgerinnen und Bürgern in der größten Not mit Sicherungsmaßnahmen helfen zu können“.
Hagel-Schäden: 641 Feuerwehr-Einsätze in Benediktbeuern
Insgesamt zählte die Feuerwehr 2600 Gebäudeschäden, die größten davon in Benediktbeuern. Allein dort leistete die Feuerwehr 641 Einsätze. In Arzbach waren es 175, in Kochel 150, in Ried 68 und in Bichl 115.
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Im Benediktbeurer Feuerwehrhaus wurde eine Einsatzleitung eingerichtet. Unterstützung kam von Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis sowie aus Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und dem Kreis München, zusätzlich von Bergwacht, THW, Polizei und BRK. Die Feuerwehr verbaute 71 Notdächer, 123 500 Quadratmeter Folie (entspricht 18 Fußballfeldern) und 6250 laufende Meter Dachlatten. Sie füllte 18 500 Sandsäcke mit 240 Tonnen Sand, um damit die Folien auf den Dächern zu beschweren.
Zwei Feuerwehrmänner bei Einsätzen nach Hagel verletzt
Außer einem schweren Unfall am Mittwoch verletzte sich ein weiterer Feuerwehrmann leicht, als er im Einsatz umknickte.
„Die Selbsthilfe der Bevölkerung und der Zusammenhalt innerhalb der Dörfer führte zur einer Entlastung der Einsatzkräfte“, lobt Kießkalt. „Viele Anwohner versorgten sich mit bereitgestellten Materialien wie Sandsäcken und Folien am Zentrallager im Feuerwehrhaus in Benediktbeuern.“ Bereits am Dienstag, aber auch am Mittwoch seien vermehrt auch Handwerksfirmen im Schadensgebiet im Einsatz gewesen, um mit den Reparaturen der Dächer zu beginnen.
Gemeinde Benediktbeuern richtet Hotline für weitere Notfälle ein
Für erneut akut auftretende Notfälle, wurde von der Gemeinde Benediktbeuern eine Hotline unter der Telefonnummer 08857/6913-33 eingerichtet. „Diese steht rund um die Uhr für die Meldungen von Noteinsätzen ausschließlich zur Sicherung von bereits angebrachten Dachplanen zur Verfügung.“ Eine dafür beauftragte Zimmerei werde sich dann – kostenpflichtig – der Sicherung der Dachplanen annehmen.
Einsatzleiter und Kreisbrandrat Erich Zengerle zeigte sich tief beeindruckt vom Großeinsatz: „Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren, die schnelle und unkomplizierte überörtliche Hilfe sowie der Zusammenhalt und die Hilfe der Bevölkerung waren einfach unglaublich.“, sagt er. „Auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunen und den Bürgermeistern klappte ohne Probleme und man hatte immer einen Ansprechpartner zur Seite.“ Deshalb bedanken sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr für die „herausragende Unterstützung“ sowie das „Verständnis innerhalb der Bevölkerung“. „Die Versorgung mit Getränken, Essen und vielen dankenden Worten führten zu einer hohen Motivation und dadurch einer enormen Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte.“
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