Schwertransport am Freitag, 14. September

Filialkirche St. Quirin bekommt ihren Turm zurück

+
Kopflos: Die Kirche in St. Quirin hat aktuell keinen Turm. Der ist zwar inzwischen fertig saniert, aber der Rücktransport erweist sich als problematisch.
  • schließen

Die kleine Filialkirche St. Quirin bekommt ihren Turm bald zurück. Am Freitag, 14. September, erfolgt der Schwertransport von Freising ins Tegernseer Tal.

++++ Aktualisierung  +++++

Das historisch bedeutsame Kirchlein in St. Quirin wird nicht mehr lange kopflos dastehen: Der Kirchturm mit Zwiebel kehrt nach umfassender Sanierung zurück. Am Freitag, 14. September, erfolgt der Transport des Turms von der Werkstatt bei Freising zurück ins Tegernseer Tal. Wie berichtet, hatte es sich im Vorfeld als schwierig erwiesen, einen Termin für den Schwertransport zu bekommen. Er beginnt in der Nacht. Schon um 9 Uhr wird in St. Quirin mit dem Aufbau begonnen.

Ursprünglicher Artikel: 

St. Quirin – „Kurios ist das“, findet Fidel Niggl, bei der Kirchenverwaltung zuständig für Bauangelegenheiten. Der im Frühjahr abmontierte Kirchturm mit Zwiebel ist fertig saniert, muss aber weiter in der Werkstatt bei Freising bleiben. „Wir kriegen einfach keinen Termin für den Schwertransport“, berichtet Niggl. Der müsse mit mehreren Behörden abgesprochen werden, was sich als sehr mühsam erweise. Wegen des Urlaubsverkehrs sei der Transport nun erst ab 10. September möglich. Das ist für den Fortgang der Bauarbeiten ein Problem. Denn einige Arbeiten am Fundament können erst erledigt werden, wenn der Turm wieder montiert ist. „Und in zehn Wochen müssen wir mit Winter rechnen“, erklärt Niggl. Somit wird es eng mit den Arbeiten, die vor dem ersten Schnee erledigt sein sollten. So muss der Sockel der Kirche trockengelegt und entsalzt werden. Ebenfalls vor dem Winter soll auch die Zufahrt zu zwei Nachbarn in einen ordentlichen Zustand gebracht sein.

Zu tun gibt es auch danach noch viel. „Wir werden schon noch das ganze nächste Jahr brauchen“, meint Niggl. Die Sanierung des Kirchen-Innenraums erfordert Zeit. Das Gestühl und die Kunstwerke werden nächste Woche abtransportiert, der Altar eingehaust. Der Putz muss innen wie außen erneuert werden, um der Nässe Herr zu werden. Auch der Boden, einfacher Ziegel-Klinker, wird entfernt. „Wir wissen noch gar nicht, was darunter zum Vorschein kommt“, meint Niggl. Das kleine Gotteshaus bekommt auch neue Fenster und zusätzlich eine Belüftungsanlage. Dies soll verhindern, dass nach der Sanierung neuer Schimmel wächst. Sorgen hatte auch ein Riss im Vorraum bereitet. Drei Jahre lang fanden Messungen statt. Jetzt gab’s Entwarnung, wie Niggl berichtet. „Der Riss vergrößert sich nicht.“

Gute Nachrichten von der Baustelle waren bisher rar. Wie berichtet, läuft die Sanierung des Kirchleins bereits seit Herbst 2017. Ursprünglich sollte auch der Turm mit Zwiebel vor Ort restauriert werden. Doch als die Handwerker die Verschalung ablösten, zeigte sich: Es fehlt himmelweit. Eine Restaurierung an der Baustelle war nicht möglich, an der Rundum-Erneuerung in Freising führte kein Weg vorbei.

Rund 1,7 Millionen Euro verschlingt die Sanierung der Kirche. Das Erzbischöfliche Ordinariat übernimmt 85 Prozent der Kosten, 50 000 Euro stellt der Ökumenische Kirchbauverein Tegernsee, Rottach und Kreuth zur Verfügung. Die Gemeinde Gmund unterstützt die Arbeiten mit 42 500 Euro, die Stadt Tegernsee schießt 30 000 Euro zu. Es komme mehr Hilfe von Sponsoren als gedacht, stellt Niggl fest: „Das ist sehr erfreulich.“

Obwohl äußerlich eigentlich unauffällig, zählt die Kirche in St. Quirin religiös wie künstlerisch zu den bedeutendsten Denkmälern im Tegernseer Tal. Der Legende nach steht sie just dort, wo um das Jahr 800 herum die Reliquien des Heiligen Quirinus auf dem Weg von Rom ins Kloster Tegernsee ein letztes Mal Halt machten, woraufhin eine heilsame Quelle entsprang. 1170 ist erstmals eine hölzerne Kapelle erwähnt, 1460 entstand die heutige Steinkirche. 1676 wurde sie im barocken Stil mit viel Stuck gestaltet, in ihrem Zentrum steht ein Rotmarmor-Brunnen als Fassung der Quirinus-Quelle.

Kommentare