Jetzt wollen sie Berge versetzen

Andrea Struck auf Platz eins der Gemeinderatsliste der Grünen in Finsing

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Von der Einzelkämpferin im Gemeinderat zur Fraktion (v. l.): Landtagsabgeordneter Johannes Becher, Hans-Jörg Stietzel, Franz Xaver Peischl, Kirsten Strauß-Romeis, Mario Adabbo, Kreisvorsitzende Helga Stieglmeier, Simone Sommer, Ortsverbandsvorsitzende und Spitzenkandidatin Andrea Struck, Bernhard Faschinger, Michael Grindmayer, Sophia Herff, Thomas Ziehl, Bettina Linsenmann, Michaela Gossmann, Michael Huber, Annett Burgarth, Hanne Kircher und Heinz Schmidbauer.

Der neu gegründete Ortverband der Grünen Finsing hat eine Gemeinderatsliste: Gemeinderätin Andrea Struck ist auf Platz eins.

Eicherloh/Finsing – Stolz zeigten sich die Mitglieder des heuer neu gegründeten Ortsverbands der Grünen Finsing um Vorsitzende Andrea Struck in der Aufstellungsversammlung am Freitag: Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wird es erstmals einen eigene Grünen-Liste für den Gemeinderat geben. Und zwar eine „starke und bunte“, betonte Kreisvorsitzende Helga Stieglmeier.

Große Diskussionen oder Unklarheiten gab es im Gasthaus Faltermaier in Eicherloh nicht. Alle 16 Listenplätze konnten – unter anderem mit Nicht-Mitgliedern – problemlos besetzt werden. Darauf war Vorsitzende und derzeit einzige Grünen-Gemeinderätin Struck besonders stolz. Sämtliche Kandidaten wurden von den neun wahlberechtigten Mitgliedern einstimmig benannt.

„Die Zukunft der Erde entscheidet sich vor Ort“

Angeführt wird die Liste von der 41-jährigen Struck selbst, die aber nicht als Bürgermeisterin kandidiert. Im Gemeinderat will sie auf jeden Fall bleiben, wie die Inhaberin eines Friseurladens betonte. Denn „die Zukunft der Erde entscheidet sich vor Ort“. Sie habe einen „kleinen grünen Stein ins Rollen gebracht“. Jetzt möchte sie mit den Listenkandidaten „Berge versetzen.“ Sie ist sich sicher, „mit einer starken Liste und Persönlichkeiten mit Herz, Mut, Verstand und Kreativität in die Kommunalwahl zu gehen“.

Sicher, dass sich einiges in der Gemeinde ändern muss, ist sich Bernhard Faschinger, der auf Listenplatz zwei gewählt wurde. Der 35-jährige Bautechniker und Zimmerer mit eigenem Planungsbüro will sich einsetzen für eine schöne Umwelt, „in der auch meine Kinder noch Tiere frei laufen sehen“, aktiv und innovativ gegen den Klimawandel und für mehr Offenheit in der Gemeinde.

Bebauungspläne längst überholt

In Anspielung auf die AfD betonte Faschinger, dass es möglich sein müsse, miteinander zu reden, sich anzuhören, was der andere zu sagen hat, und sich an einen Tisch zu setzen. Von seiner Persönlichkeit profitieren könne die Gemeinde vor allem beim Thema Bauen. Besonders die Bebauungspläne seien in Sachen Bepflanzung und Grünflächen längst überholt. Faschinger, der aktuell zusätzlich Forstingenieurwesen studiert, verspricht einige Verbesserungsansätze.

Einen Ort, an dem sich jeder wohlfühlt, wünscht sich Michaela Gossmann. Ihr liegen vor allem soziale und ökologische Themen am Herzen – insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit. „Die Kindheit wird heutzutage konfrontiert mit Reizüberflutung, Bewegungsmangel und gelenkten Freizeitangeboten“, bedauerte sie. Deshalb ist es der 50-jährigen Waldpädagogin ein Anliegen, offene Angebote für die Gestaltung der Freizeit zu schaffen. Zudem müsse man eine Kultur vorleben, „die Offenheit und willkommen schafft“. Fremdheit, Vorurteile und Angst seien nur abbaubar, „wenn man den anderen kennt.“

Begeistert von der Grünen-Liste zeigte sich Landtagsabgeordneter Johannes Becher. Diese stehe für ein „buntes, weltoffenes und tolerantes“ Finsing. „Es geht schließlich um die Menschen vor Ort – ganz egal, ob diese schon immer da waren oder neu sind, ob sie alt oder jung sind und egal, welche Hautfarbe sie haben. Irgendeine haben wir schließlich alle“, betonte er. Der Ortsverband müsse gemeinsam eine klare Kante gegen Rechts setzen.

Weitere Listenplätze

Unterstützt werden Struck, Faschinger und Gossmann auf der Liste von Thomas Ziehl (40, Parteimitglied), Sophia Herff (47, Parteimitglied), Franz Xaver Peischl (66, Parteimitglied), Annett Burgarth (36, Parteimitglied), Michael Grindmayer (40, parteilos), Hanne Kircher (69, Parteimitglied), Michael Huber (26, parteilos), Simone Sommer (39, parteilos), Hans-Jörg Stietzel (70, Parteimitglied), Mario Adabbo (44, parteilos), Bettina Linsenmann (42, parteilos), Kirsten Strauß-Romeis (61, Parteimitglied) und Heinz Schmidbauer (76, Parteimitglied).

Julia Adam

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