Eine Frauenquote ist für die Wählergruppe Eicherloh-Finsingermoos (WGE) kein Problem. Fast die Hälfte der Gemeinderatskandidaten ist weiblich. Angeführt wird die Liste von Bürgermeister Max Kressirer, der erneut Rathauschef werden will und dafür den Rückhalt seiner Wählergruppe hat.
Eicherloh – Sein Ziel ist klar: Wie 2014 soll die WGE stärkste Gruppierung im Gremium werden. Neben dem Bürgermeister stellt die Liste aktuell vier Gemeinderäte. Kressirers Nominierung im Gasthaus Faltermaier in Eicherloh war reine Formsache. Alle 46 Wahlberechtigten sprachen dem 56-Jährigen ihr Vertrauen aus.
Max Kressirer sitzt seit 24 Jahren im Gemeinderat
Der dreifache Familienvater sitzt seit 24 Jahren im Finsinger Gemeinderat. In seiner zweiten Amtsperiode wurde Kressirer stellvertretender Rathauschef, 2008 übernahm er die Nachfolge von Heinrich Krzizok. Stolz blickte er nun auf die vergangenen Jahre zurück, in denen einiges bewegt wurde: „Von Kinder- bis Seniorenbetreuung haben wir in Finsing viel geschaffen.“ Unübersehbar ist die Neufinsinger Ortsmitte mit Seniorenzentrum und Supermarkt, das neue Geschäftshaus soll bereits im Frühjahr 2020 fertig sein, Laden- und Wohnflächen gibt es voraussichtlich ab 2021. Kressirer ist wichtig, dass in Finsing Familie und Arbeit vereinbart werden können: „Ich will nicht, dass unser Ort eine Schlafgemeinde wird.“ Es mache ihm viel Spaß, sein direktes Lebensumfeld als Bürgermeister mitgestalten zu können.
Projekte gibt es in Finsing genug
Projekte für die nächste Amtsperiode gebe es genug: die Verbesserung der Hochwassersituation in Neufinsing, die Dorferneuerung im Hauptort und die Optimierung der Gfällach. Die Grund- und Mittelschule sowie Kindergärten müssten ebenfalls erweitert werden („Wir haben schon Anfragen, bevor die Kinder überhaupt geboren sind“).
Zwei amtierende Gemeinderäte stellen sich nicht mehr zur Wahl
Bei den WGE-Gemeinderäten wird es auf jeden Fall Veränderungen geben. Lorenz Söhl stellt sich nach 18 Jahren nicht mehr zur Wahl, Anton Schnalke scheidet nach einer Periode aus. Angeführt wird die Liste von Kressirer. Ihm folgen auf den Plätzen 2 und 3 die Amtsinhaber Regina Haßelbeck (Floristin, seit sechs Jahren im Gremium) und Wolfgang Theen (Landwirt, im Gremium von 2002 bis 2008 und seit 2014). Ansonsten sind sieben der 16 Kandidaten weiblich. Die frühere Rätin Martina Kollmannsberger (2008-2014) kandidiert erneut nach einer familiären Pause. Ebenso stellt sich Kressirers 24-jährige Tochter Verena zur Wahl.
Themen von ÖPNV bis Fahrradweg
Zum Ende der Versammlung wurden Themen für das WGE-Programm gesucht. Sanierung von Bürgerhaus und Gemeindestraßen, Ausbau der ÖPNV-Verbindungen, ein Fahrradweg zum Badeweiher und neue Wohnmöglichkeiten mit Einheimischenmodell sind erste Ideen. Das fertige Programm soll im neuen Jahr präsentiert werden. Bereits am 29. Dezember gibt es einen politischen Frühschoppen im Bürgerhaus.
In Finsing wird der Wahlkampf spannend
Die Finsinger dürfen sich auf einen spannenden Wahlkampf einstellen. Sicher herausgefordert wird Kressirer erneut von Gertrud Eichinger (SPD). CSU-Gemeinderat Dieter Heilmair ließ sich bei der Aufstellungsversammlung der WGE am Dienstagabend noch nicht entlocken, ob er kandidieren wird. Die Versammlung der CSU fand am Mittwochabend nach Redaktionsschluss statt. Vize-Bürgermeister Andreas Wimmer (Freie Wähler Finsing) werden ebenfalls Ambitionen nachgesagt. Und auch das Angebot in der Parteienlandschaft hat sich erweitert: Grüne und AfD in Finsing stellen erstmals eigene Gemeinderatslisten auf.
Die weiteren Listenplätze der WGE
Martina Kollmannsberger (4), Anna Paulus (5), Otto Ilse (6), Markus Möhres (7), Verena Kressirer (8), Veronika Fischer (9), Sebastian Staudt (10), Max Rothkopf (11), Christian Söhl (12), Bernadette Bachschneider (13), Monika Seidel (14), Christoph Haßelbeck (15), Marcus Seidel (16). Ersatzkandidaten: Wolfgang Nafziger, Mark Lobendank.
Markus Ostermaier