Fursty-Nachnutzung

Zukunft des Fliegerhorsts: Olching fürchtet mehr Verkehr

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Mehr Verkehr, mehr Abgase: Auch die Auswirkungen auf innerörtliche Straßen sollen untersucht werden.
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Fürstenfeldbruck will den Fliegerhorst nach der militärischen Nutzung zu einem nachhaltigen Stadtviertel ausbauen. Das bereitet den Anliegerkommunen Sorge: Olching fürchtet eine deutlich höhere Verkehrsbelastung. Ein Gutachten soll Klarheit schaffen – auch über die Absichten der Nachbarn.

Olching – Das Vorhaben der Nachbarkommunen, den Alleingang der Stadt Fürstenfeldbruck in Sachen Fliegerhorst zu stoppen, nimmt weiter Fahrt auf: Der Olchinger Stadtentwicklungsausschuss hat einstimmig beschlossen, zusammen mit Maisach und Emmering ein Verkehrsgutachten entwerfen zu lassen.

Auf Vorschlag der CSU sollen außerdem neben den Hauptverkehrsadern zwischen den Kommunen auch die innerörtlichen Strecken untersucht werden. Zudem erhielt Bürgermeister Andreas Magg (SPD) den Auftrag, auf die Stadt Fürstenfeldbruck zuzugehen und sie zu einer Beteiligung an der Verkehrsanalyse zu bewegen.

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: „Wollen ihr eigenes Süppchen kochen“

Auch dieser Vorstoß kam von der CSU. Fraktionssprecher Tomas Bauer forderte: „Wir sollten Bruck mit ins Boot holen, schon allein, um zu schauen, ob sie es ernst meinen .“ Das Gutachten hätte dann einen höheren Beweiswert. Maria Hartl wurde deutlicher: „Die wollen ihr eigenes Süppchen kochen.“ Es gäbe kein Interesse daran, die Auswirkungen des Projektes auf den Verkehr zu untersuchen. Das könnte nämlich zu einem Aufschrei führen.

Die Anliegerkommunen erhoffen sich ein Druckmittel, wenn die erhöhten Belastungen schwarz auf weiß vorliegen. Bislang gäbe es nämlich unterschiedliche Vorstellungen, was die Pläne für die Zukunft von „Fursty“ angehe und auch das Mitspracherecht. Dabei sei das Vorhaben keinesfalls nur Angelegenheit der Kreisstadt.

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: Ein Satellitenstandort

Bürgermeister Magg erklärte in der Sitzung: „Das Fliegerhorst-Areal ist ein Satellitenstandort.“ Der Verkehr strahle vor allem in Richtung Maisach, Emmering und Olching aus, was zum Beispiel zu einer erhöhten Belastung von B 471, aber auch der S 3 führen würde. Interessant sei außerdem, dass die Stadt Fürstenfeldbruck in ihren Leitlinien von einer Verringerung des Kfz-Verkehrs im Zentrum spreche. Aber wohin soll der Verkehr fließen? „Wie kommen die Menschen da hin und wieder weg?“, fragte Magg. Auch der direkte S-Bahn-Anschluss des Areals werfe Fragen auf, da dieser nur auf dem Gebiet der Nachbarn realisierbar sei.

Ein wenig Optimismus wollte Grünen-Sprecherin Ingrid Jaschke verbreiten. Es sei ja immerhin ein nachhaltiges Viertel geplant. „Kurze Wege, Arbeit nah am Wohnort“, so Jaschke. „Da dürfte die Verkehrszunahme eigentlich nicht ganz so gravierend ausfallen.“

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: Anrainer schockiert

Bruck hatte kürzlich seine Planungen – Wohnraum für bis zu 6000 neue Einwohner und Ansiedelung von Gewerbe mit bis zu 5000 Arbeitsplätzen – den Bürgermeistern und Verwaltungschefs von Maisach, Olching und Emmering vorgestellt. Die wiederum waren so schockiert, dass sie den gemeinsamen Plan mit dem Verkehrsgutachten starteten. Ein Angebot der Ingenieursgesellschaft Schlothauer & Wauer liegt bereits vor. Kosten: 140 000 Euro. Maisach holt noch ein weiteres Angebot ein.

Olchings Anteil ist derzeit mit 50 000 Euro kalkuliert. Im Rathaus besteht außerdem die Hoffnung, dass sich Bruck ernsthaft mit Alternativen zum neuen bloßen Stadtteil beschäftigt. Der Standort ist laut Bürgermeister Magg zum Beispiel für ein Forschungs- und Entwicklungszentrum attraktiv. So könne man auch zusätzliche Versiegelung von Flächen vermeiden.

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