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Unterbrunner klauen Maibaum vom Militär-Gelände

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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst gestohlen.

Fürstenfeldbruck/Unterbrunn - Die Brucker wollten allen Maibaumdieben ein Schnippchen schlagen. Sie sperrten den Baum in eine Halle am Fliegerhorst. Doch nun ist der 34 Meter lange Stamm trotzdem weg. Die Unterbrunner Burschen haben ihn geklaut. Wie, das ist das große Rätsel.

Brucks Bauhofmitarbeiter hatten den Stamm aus dem Wald geholt und hergerichtet. Zunächst überlegte man, ihn ins Feuerwehrhaus zu legen. Doch man fürchtete Diebe aus Puch. Also kam der Baum in die Halle 4 am Fliegerhorst. Weil der Baum so riesig war, musste man ihn über das große Tor beim Offizierheim reinfahren.

In Fursty wähnte man den Maibaum sicher. Denn ohne Kontrolle an der Wache kommt eigentlich niemand aufs Gelände. „Wir mussten immer einen Ausweis zeigen, wenn wir auf das Gelände wollten“, berichtet Bauhof-Chef Peter Langenegger. Die Unterbrunner Burschen – in der ganzen Region als Profidiebe bekannt – haben es bei Nacht und Nebel aber auch ohne Ausweis in den Fliegerhorst geschafft.

Lange Zeit hatten sie Fursty ausgekundschaftet. Am Ende war viel Glück dabei. „Aber das gehört immer dazu“, sagte Peter Schröfl von der Burschenschaft nach einer kurzen Nacht. In der Dunkelheit zogen rund 60 Unterbrunner los. In Halle 4 packten sie zu und auf dem kürzesten Weg ging es raus aus Bruck. Gegen 3 Uhr am Dienstag Morgen hatten sie die Stadtgrenze erreicht. Daheim stießen die Burschen erstmal auf ihren 63. Maibaumklau an.

Bei Brucks Bauhof-Chef Langenegger war der Schreck groß. Als er die Halle tags zuvor verlassen hatte, sei zugesperrt gewesen. Am nächsten Tag war der Baum trotzdem weg. Aufgebrochen war das Schloss nicht. Unklar also, wie die Unterbrunner in die Halle kamen – genau wie die Frage, wie die Burschen Fursty samt Baum wieder verlassen konnten.

Unterbrunner klauen Brucker Maibaum

Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut

Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
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Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner
Maibaum
Die Unterbrunner Burschen haben den Maibaum vom Brucker Fliegerhorst geklaut. © Voxbrunner

Werner Schmid, der für die Stadt die Maifeier organisiert, vermutet, dass die Burschen den Stamm über einen Zaun gehoben haben müssen. Oberbursch Schröfl winkt ab: Viel zu schwer. Er sagt nur: „Wir sind reingekommen, ohne etwas kaputt zu machen.“

Hatten die Burschen Hilfe? Diese Vermutung macht in Bruck die Runde, ist aber nicht zu beweisen. Fliegerhorst-Kasernen-Kommandant Oberst Oliver Kemmerzell berichtet, dass man den Baum aufbewahrt habe, um der Stadt entgegen zu kommen. „Aber es gab keine Zusage für eine Bewachung.“ Zumal der Maibaum kein militärisch zu schützendes Objekt sei. „Wir sind als gute Gäste im Land Bayern dafür bekannt, bewährtes Brauchtum zu unterstützen“, so Kemmerzell. „Natürlich haben wir aber keine Unterstützung beim Diebstahl geleistet.“

Heute früh wollen die Burschen den Maibaum zurückbringen – und zwar gleich zum Marthabräu, wo er am 1. Mai aufgestellt werden soll. Bei der Feier will der scheidende OB Kellerer die Rathausschlüssel an seinen Nachfolger übergeben. Damit der Baum bei der Feier ordentlich aussieht, werden die Bauhof-Mitarbeiter direkt vor Ort letzte Hand anlegen. „Und dann wird der Baum bewacht“, verspricht Fest-Organisator Schmid. Zunächst übernehmen das die Rugby-Spieler von den Fursty Razorbacks: Da traut sich sicher niemand ran. Und in der Nacht passt die Heimatgilde auf – auch eine starke Truppe.

Genau wie die Maibaumdiebe aus Unterbrunn, die nach 1975 und 1997 jetzt schon zum dritten Mal in Bruck zuschlugen. Beim zweiten Diebstahl lag der Baum in der Polizeischule. Damals meinte Kellerer, gerade ein Jahr im Amt, dass man das nächste Mal vielleicht Fursty zum Lager machen müsse. Zur Erinnerung schenkten die Burschen dem OB damals einen kleinen Bulldog mit Stamm. Vor vier Jahren scheiterten sie bei einem neuen Versuch in Bruck. Schröfl: „Der Baum war sehr gut versteckt.“ Der Erfolg der Unterbrunner beruht auf Methode: Fünf bis zehn Maibäume beobachten sie jedes Jahr, ein bis zwei kommen in die engere Wahl. Heuer hatten sie fast schon aufgegeben. Fast.

Bei der Auslöse sind die Unterbrunner traditionell: eine Brotzeit für jeden Dieb und 100 Liter Bier. Die Burschen haben ihre Forderungen nach erfolgtem Diebstahl seit 17 Jahren also nicht verändert. Das nennt man Stabilität.

Am kommenden Dienstag kommt eine Delegation ins Brucker Rathaus, um mit dem neuen OB Klaus Pleil zu verhandeln. „Das mache ich gerne“, sagt dieser. Auch sein Sohn habe mit den Landsberieder Burschen über einen Maibaumklau in der Kreisstadt nachgedacht. „Ich habe ihm gesagt, Ihr habt keine Chance.“ Jetzt muss der neue OB ein neues Versteck suchen. Pleil: „Wir müssen schauen, ob der Fliegerhorst noch sicher ist.“

Von Ingrid Zeilinger und Florian Schörner

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