- VonMathias Weinzierlschließen
Ein mutmaßlicher Autodieb (36) hat am Mittwoch (16. Juli) rund 20 Einsatzkräfte der Polizei in Atem gehalten: Der Mann war rund 50 Kilometer auf der A8 vor den Einsatzkräften geflüchtet. Mit welcher Taktik es den Ermittlern schließlich gelang, den Geflüchteten auszubremsen.
Bad Aibling/Siegsdorf – Eine Verfolgungsjagd über rund 50 Kilometer hat am Mittwoch (16. Juli) die Polizei in der Region in Atem gehalten: Letztlich konnte der Geflüchtete, ein mutmaßlicher Autodieb (36) aus Kroatien, bei Bad Aibling gestoppt und festgenommen werden. Mittlerweile ist der 36-Jährige nach Angaben eines Sprechers der Grenzpolizeiinspektion Piding wieder auf freiem Fuß. Er wird sich aber „demnächst wegen zahlreicher Delikte vor Gericht verantworten“, teilte die Polizei weiter mit.
Fahnder der Grenzpolizeiinspektion hatten das Fahrzeug mit Stuttgarter Kennzeichen kurz nach der Einreise von Österreich nach Deutschland gegen 9.30 Uhr auf der Autobahn A8 entdeckt. Bei der Überprüfung der Fahrzeugdaten stellten die Fahnder dann fest, dass eine sogenannte Fahndungsnotierung für den Kleinwagen vorlag, nachdem er am Wochenende in Baden-Württemberg als gestohlen gemeldet worden war.
Im Bereich der Anschlussstelle Siegsdorf wollten die Polizisten den Autofahrer dann anhalten. Doch statt langsamer zu werden, gab der Kleinwagen plötzlich Gas und brauste „mit hoher Geschwindigkeit und unter Missachtung sämtlicher Anhaltesignale“ in Richtung München davon, wie die Polizei weiter mitteilte: „Dabei fuhr der Täter mit waghalsigen Manövern, beging zahlreiche Verkehrsverstöße und ignorierte mehrfach Verkehrsregeln.“
Keine Erkenntnisse über gefährdete Verkehrsteilnehmer
Dass es dennoch nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler zu keiner Gefährdung oder Schädigung anderer Verkehrsteilnehmer gekommen war, grenzt an ein Wunder. Zumal „eigentlich gar nicht so wenig Verkehr auf der Autobahn war“, wie der Polizeisprecher gegenüber dem OVB betonte. Auf Höhe Rosenheim verließ der Kleinwagen dann die Autobahn, um seine Flucht durch das Rosenheimer Stadtgebiet fortzusetzen, kehrte aber nur wenig später wieder auf die A8, Fahrtrichtung München, zurück.
Erst auf Höhe der Anschlussstelle Bad Aibling gelang es der Polizei – an der Verfolgungsjagd waren letztlich ein Polizeihubschrauber sowie rund zehn Fahrzeuge mit circa 20 Einsatzkräften aus sieben Dienststellen beteiligt – den Geflüchteten zu stellen. „Wir haben ihn quasi eingekeilt“, beschrieb der Polizeisprecher gegenüber dem OVB, wie die Polizisten dort vorgegangen waren. So sei durch einige Streifen der nachfolgende Verkehr gedrosselt worden, während andere Streifenfahrzeuge das Kleinfahrzeug auf Höhe Bad Aibling sozusagen in die Zange nahmen.
36-jähriger mittlerweile wieder auf freiem Fuß
Der Mann wurde vorübergehend festgenommen, mittlerweile aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Wegen welcher Delikte er sich demnächst vor Gericht verantworten muss, dazu konnte der Polizeisprecher noch keine genauen Angaben machen. „Das ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilte er mit und verriet zudem, dass aufgrund der Flucht unter anderem Ermittlungen zu einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen im Raum stehen, was laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann.
Autofahrern, die derartige Verfolgungsjagden zwischen Polizei und flüchtenden Autofahrern mitbekämen, riet der Polizeisprecher, Ruhe zu bewahren und genauso zu reagieren, wie wenn ein Rettungswagen mit Blaulicht von hinten herannahe: „Das wichtigste ist, den rückwärtigen Verkehr im Auge zu behalten und Blaulichtfahrzeugen so schnell wie möglich, aber ohne sich selbst zu gefährden, Platz zu machen.“