VonAndreas Högerschließen
218 Geflüchtete werden hier eine Unterkunft finden: Südlich von Holzkirchen, im Moarhölzl, entsteht ein „Dorf“ aus etwa 250 Container-Modulen. Vor vier Wochen begannen vorbereitende Arbeiten auf dem Areal, die Container werden ab Mitte Oktober geliefert. Anfang 2024 sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.
Holzkirchen – Wohin mit all den Flüchtlingen, die regelmäßig von den Ankerzentren auf die Landkreise verteilt werden? Weil geeignete Quartiere fehlen, musste das Landratsamt Miesbach bereits Turnhallen in Miesbach und Tegernsee zu Notunterkünften umfunktionieren. Ein spürbarer Befreiungsschlag soll die Sammelunterkunft werden, die südlich von Holzkirchen, im Moarhölzl, geplant ist. Nach längerer Vorplanung, Finanzierungsabsprache und Genehmigungsverfahren laufen seit Ende August die Arbeiten.
„Aktuell wird die Erschließung sichergestellt und der Unterbau vorbereitet“, erklärt Sophie Stadler, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage. Etwa 250 Container bilden künftig ein zweigeschossiges Karree (72 mal 38 Meter), der Innenhof öffnet sich nach Süden. Eine Wohneinheit umfasst 16 Quadratmeter, belegbar mit zwei Personen; vorgesehen sind mehrere Küchen, Esszimmer und Sanitärbereiche.
Container lassen auf sich warten
Die Container lassen noch auf sich warten. Laut Stadler werden sie erst ab 15. Oktober angeliefert und zusammenmontiert. In diesem Jahr dürfte das „Container-Dorf“ noch nicht belegbar sein. Stadler geht davon aus, dass die ersten Bewohner Anfang 2024 einziehen. „Ziel ist es, die Notunterkünfte im Landkreis schnellstmöglich frei zu bringen“, betont die Sprecherin. Bei der Belegungsplanung sei eine Vielzahl an Aspekten zu berücksichtigen, etwa die Familienstruktur und die Nationalität. Zudem kommen laufend neue Geflüchtete im Landkreis an. Deswegen stehe noch nicht fest, welche Personen in die Holzkirchner Container verlegt werden. „Voraussichtlich werden die Personen aber nicht nur aus einer Turnhalle kommen“, sagt Stadler.
Baukosten noch unklar
Die Baukosten stehen noch nicht abschließend fest, die Finanzierung trägt der Freistaat Bayern. Die Caritas wird eine Vorort-Betreuung der Geflüchteten anbieten, zudem gründet sich in Holzkirchen gerade ein neuer Helferkreis (wir berichteten). Aufgrund der Größe der Anlage finanziert der Freistaat auch einen Sicherheitsdienst. In Gemeinschaftsküchen können die Bewohner ihr Essen selbst zubereiten. Die Einkünfte der Geflüchteten hängen von den jeweiligen Leistungsansprüchen ab, entweder nach Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) oder Sozialgesetzbuch. Die Höhe richtet sich nach Regelsätzen und variiert je nach „Bedarfsgemeinschaft“ (Familie, Alter der Kinder).
Das Grundstück im Moarhölzl stellt die Marktgemeinde über eine Verpachtung zur Verfügung. Fünf Jahre lang kann das Containerdorf stehen bleiben, anschließend gibt es die Option, den Vertrag zwei Mal um jeweils ein Jahr zu verlängern.
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