VonHans Moritzschließen
In der Hitzeschlacht am Münchner Flughafen leisteten auch Retter aus den Kreisen Erding und Freising Nothilfe. Tausende Fluggäste sind dort zum Ferienstart gestrandet.
Flughafen - Eine ahnungslose Reisende hat am frühen Samstagmorgen, am ersten Ferientag, den Flughafen München ins Chaos gestürzt. Nachdem sie nach der Sicherheitskontrolle wegen Flüssigkeiten im Handgepäck noch einmal umgekehrt war, lief sie danach einfach durch die Schleuse. Die staatliche Kontrollgesellschaft SGM alarmierte die Bundespolizei, die nicht nur das Terminal 2, sondern auch den Satelliten sperrte. Kein Flugzeug durfte mehr starten. Tausende Passagiere stauten sich.
Um sie kümmerten sich auch zahlreiche Rettungskräfte aus den Landkreisen Erding und Freising, vor allem das Bayerische Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe und der Malteser Hilfsdienst.
In den Mittagsstunden wurde die Freiwillige Feuerwehr Oberding mit ihrem Großlüfter alarmiert. Er wurde zwischen Parkhaus P 20 und dem Terminal 2 platziert und pumpte kubikmeterweise frische Luft in das völlig überfüllte Terminal. Es kamen mehrere Großlüfter zum Einsatz, darunter der der Flughafenfeuerwehr und der BMW-Werksfeuer aus Landshut.
Denn es reichte nicht, dass nach Angaben von Flughafensprecher Edgar Engert alle Türen im öffentlichen Bereich auf den Ankunfts- und Abflugebenen geöffnet wurden, um für zusätzliche Frischluft zu sorgen. Die Luftzufuhr von Terminal 2 wurde zudem über die Leitwarte auf einen Maximalwert erhöht. Die Wirkung war begrenzt, immerhin hatte es am Samstag über 30 Grad.
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Bereits gegen 10.30 Uhr hatte die Integrierte Leitstelle Erding einige Rettungsdienste alarmiert, darunter die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung. „Aufgaben der Ehrenamtlichen des BRK Erding waren die Betreuung der Passagiere sowie die Versorgung mit Getränken“, berichtet BRK-Sprecherin Danuta Pfanzelt. „Aufgrund des heißen Wetters kam es bei einigen Passagieren zu Kreislaufproblemen. Diese wurden unter anderem von uns in die Krankenhäuser abtransportiert.“
Am Abend übernahmen Kräfte des BRK und der Johanniter aus Freising und Allerhausen diesen Job. Auch am Sonntag werden die Helfer noch erforderlich sein, denn Scharen von Urlaubern mussten am Flughafen übernachten, zum Teil in den Terminals.
Viel Arbeit hatte neben der Leistelle auch die Flughafenpolizei. Denn rund um den Airport kam zeitweise der Verkehr zum Erliegen.
Bundespolizeisprecher Christian Köglmeier berichtet, dass die Frau, die das historische Chaos ausgelöst hat, am Samstagnachmittag ausfindig gemacht werden konnte. Angeblich hatte sie keine Ahnung, welche Folgen ihre Sorglosigkeit an der Sicherheitskontrolle hatte.

