Kreisbaumeister zufrieden

Forsthaus Valepp: Rabl und Neuer feiern Richtfest - Einkehr ab 2024 denkbar

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Richtfestbaum bereit: Am Forsthaus Valepp haben Johannes Rabl (l.) und Manuel Neuer am Dienstagabend mit den Handwerkern Hebauf gefeiert.

Nach der kritisch betrachteten Übernahme des Forsthauses Valepp haben Johannes Rabl und Manuel Neuer nun Richtfest gefeiert. Sie wollen das Vertrauen, das in sie gesetzt wird, rechtfertigen.

Valepp – Wenn er über den Wechsel fährt, lässt Johannes Rabl nicht nur das Tegernseer Tal hinter sich, sondern auch all den Stress, den ihm das Bewerbungsverfahren um das Forsthaus Valepp beschert hat. „Dann bin ich ein anderer Mensch und muss schon lachen, weil’s so schön ist“, sagte er nun beim Richtfest vor etwa 80 Gästen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes weit hinten in den Bergen, kurz vor der Grenze zu Österreich, sie schreitet voran.

Rabl und sein prominenter Geschäftspartner, Fußballstar Manuel Neuer, haben schon Durchhaltevermögen und Resilienz mitbringen müssen, bis sie das Forsthaus in Erbpacht übernehmen konnten. Widerstände gab es zuhauf, und oft genug hatten die Vorhaltungen („Ferrari-Garage“) so gar nichts mit dem zu tun, was das Bewerber-Duo erzählte vorzuhaben und vor allem auch, was die Bayerischen Staatsforsten an Vorgaben machten. „Ich hab’ geglaubt, ich bin ein Verbrecher beim Verhör“, sagte Rabl im Rückblick auf seinen Besuch im Bayerischen Landtag vor etwa einem Jahr. Der Petitionsausschuss musste sich – wie berichtet – mit einer Eingabe befassen, die sich gegen die Übernahme des Forsthauses im Erbpachtmodell richtete. Jedenfalls formell. Dass dahinter auch Misstrauen gegenüber Rabl und Neuer steckte, unterstreichen anwaltliche Nachforschungen zur Gesellschafterstruktur des Bewerberduos – initiiert von Skeptikern.

Kein Telefon, kein Internet: Absprachen am Forsthaus nur persönlich möglich

Die unschönen Nebengeräusche der Vergangenheit kann Rabl offensichtlich abschütteln, wenn er über den Wechsel fährt, jenen Pass etwas südlich des Suttensees. Sechs Kilometer sind es von dort noch bis zum Forsthaus. Hier gibt es kein Telefon und kein Internet. Absprachen zwischen Hausherr, Planer und den heimischen Handwerkern – wichtig an diesem Tag natürlich Zimmerer Wolfgang Miller – sind nur von Angesicht zu Angesicht möglich. „Man muss sich aufeinander verlassen können, der Handschlag muss was gelten“, sagte Rabl. Vertrauen sei das entscheidende, verbindende Element. „Ohne das können wir allesamt gleich heimgehen.“

Vertrauen hatte das Bewerberduo im Laufe der Zeit erst aufbauen müssen. Von Seiten der Politik, der Behörden und der Kritiker in der Zivilgesellschaft. Das scheint gelungen. Die Skeptiker haben Rabl und Neuer unter anderem mit dem Verzicht auf einen Winterbetrieb beschwichtigt, und auch am Landratsamt scheint man im Reinen. Kreisbaumeister Christian Boiger jedenfalls ist sehr zufrieden, wie er gegenüber unserer Zeitung bestätigt. Es werde versucht, alles Historische am Forsthaus zu bewahren. Dass der Denkmalschützer den Bauherren dabei auch mal auf die Nerven gehen kann, verhehlte auch Paul Schwarzenberger nicht. Aber das Verhältnis sei gut. Der Planer und Künstler übergab Rabl und Neuer zum Richtfest selbstgefertigte Urkunden, die sie als „Schutzpatrone“ von Alpensalamander und Fledermäusen ausweisen. Sogar Gedichte hatte er dazu verfasst.

Eröffnung 2024 denkbar

Den Hintergrund hatte Rabl zuvor genannt: Bei der Sanierung des Forsthauses müssen die Eigentümer auch penibel darauf achten, „dass es den Nachbarn gut geht“. Rücksicht nehmen auf Fledermäuse, Gartenschläfer und Auerwild. Nach Rabls Angaben funktioniert das zur Zufriedenheit der Naturschutzbehörde. Diese sei beim Richtfest „minimal vertreten – nicht, weil sie nicht kommen wollen, sondern weil wir mittlerweile so viel Vertrauen genießen, dass sie wisssen, dass wir hier keinen Schmarrn machen“.

Rabl vermittelt den Eindruck, dass er weiß: Es ist auch ein Vertrauensvorschuss, den er und Neuer bekommen haben. Und er bekräftigt: „Heimatschutz, Naturschutz, Denkmalschutz, das ist es, was den Manu und mich jeden Tag antreibt.“

Wenn alles glatt geht, können die ersten Ausflügler – und in überschaubarem Maß auch Übernachtungsgäste (28 Betten) – im Spätherbst 2024 im sanierten und um ein Wirtschaftsgebäude ergänzten Forsthaus Valepp einkehren. Rabl über seine Zielsetzung: „So wie es früher gewesen ist, soll es wieder sein.“

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