Noch-Waakirchner Unternehmen hat neuen Besitzer

Französischer Saint-Gobain-Konzern kauft Biolink

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Der Klebebandhersteller Biolink hat seinen Sitz noch in einem gepachteten Gebäude in Waakirchen. Erst vor Kurzem hat das Unternehmen ein Grundstück in Bad Tölz erworben, um dort neu zu bauen.
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Die noch in Waakirchen ansässige Firma Biolink segelt künftig unter der Flagge einer französischen Unternehmensgruppe. Aber es bleibt beim Wachstumskurs.  Der Preis ist Geheimsache.

WaakirchenDie noch in Waakirchen ansässige Firma Biolink will an einem neuen Standort wachsen – und segelt künftig unter der Flagge einer französischen Unternehmensgruppe. Die Saint Gobain Performance Plastics Isofluor GmbH hat Verträge zum Kauf einer 89,85-prozentigen Beteiligung am Klebebandhersteller Biolink unterzeichnet. Die Transaktion soll Ende Juni abgeschlossen sein. Verkäuferin ist die Planatol Holding GmbH, die wiederum zur Blue Cap AG gehört, einer börsennotierten Unternehmensgruppe mit Sitz in München.

Erst vor wenigen Tagen hatte Biolink den Kauf eines 25.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Bad Tölz vermeldet. Wie berichtet, soll es weiteres Wachstum möglich machen. Aber nicht nur am Standort Bad Tölz hat das Unternehmen Pläne. Zusätzlich kündigte Biolink an, einen Teil der Fertigung und Weiterverarbeitung in das neue Gewerbegebiet Holzkirchen Nord auszulagern. Vom Standort Waakirchen mit seinen rund 65 Mitarbeitern war nicht mehr die Rede: An der Entscheidung, ihn zu verlassen, dürfte sich nichts ändern. Das Gebäude hat Biolink von der Firma Rixner gepachtet.

Zu Fragen der Standortpolitik hält sich das Unternehmen derzeit bedeckt. „Aufgrund der neuen Situation kann hier momentan keine gesicherte Aussage getroffen werden“, meint Planatol-Specher Rudolf Würtenberger. Nur so viel: Es gebe eine klare Wachstumsstrategie. „Das ist ein positives Signal für Biolink“, versichert Würtenberger. Die Arbeitsplätze blieben erhalten. Innerhalb des Saint-Gobain-Konzerns werde Biolink zum Kompetenz-Center für Acrylat-Klebebänder: „Die Technologie wird weltweit ausgerollt.“

Für Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl ist die Nachricht vom Biolink-Verkauf neu. „Wir haben keinen Kontakt mehr zu Biolink“, sagt er. Es herrscht dicke Luft, seit die Gemeinde alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um das Gewerbegebiet am Brunnenweg für Biolink zu erweitern. Der Flächennutzungsplan war gerade auf dem Weg, als Biolink seinen Abschied in Richtung Bad Tölz verkündete. Er habe Biolink-Geschäftsführer Peter Gämmerler seinen Unmut über den Kurs durchaus deutlich gemacht, meint Hartl. Seitdem habe er keinen der Herren mehr gesehen.

Die Gemeinde will die für Biolink vorgesehene Fläche nun als Gewerbegebiet in eigener Regie vermarkten. Interessenten, berichtet Hartl, gebe es genug.

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