VonChristian Masengarbschließen
Die Freibäder tun alles, um die von der Staatsregierung festgelegten Corona-Schutzmaßnahmen bis zur erlaubten Eröffnung am Montag umzusetzen. Einige lassen sich mehr Zeit.
Miesbach – Die Freibäder tun alles, um die von der Staatsregierung festgelegten Corona-Schutzmaßnahmen bis zur erlaubten Eröffnung am Montag umzusetzen. Im Spagat zwischen Besucher-Schutz, Badespaß und dem Wunsch, möglichst vielen Menschen eine Abkühlung zu ermöglichen, setzen die Verantwortlichen auf Vorsicht. Einige Bäder öffnen später. Alle begrenzen den Zutritt.
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Fischbachau
Das Warmfreibad Fischbachau wird mit höchstens einem Drittel der üblichen Kapazität starten, schätzt Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG). Das Becken ist gereinigt, die Wartungen sind abgeschlossen. Die Details des Hygienekonzeptes erarbeiten Bürgermeister und Verwaltung gerade.
Klar ist: Die Kapazität wird sich vor allem an der maximalen Zahl der Schwimmer orientieren. Die Liegefläche sei in Fischbachau zwar groß genug, um deutlich mehr Menschen mit ausreichend Abstand ins Bad zu lassen, sagt Lohwasser. Doch dann dürfte wegen der Auflagen nur eine kleiner Teil von ihnen gleichzeitig ins Becken. Der Bademeister müsste nachzählen, wie viele Menschen im Wasser sind. Jeder Fehler wäre rechtlich und gesundheitlich gefährlich. Für Lohwasser zu riskant. „Wir starten mit der sicheren Variante und passen sie an.“
Am Eingang werden entweder die Verkäufer mit Handklicker die Besucher zählen oder es wird ein Pfand-System geben: Die Menschen bekommen gegen Pfand einen der vorher abgezählten Chips. Beim Gehen geben sie den Chip wieder ab. Sind alle Chips weg, ist das Bad voll.
Dazu wird es kommen, glaubt Lohwasser. Gästesaison, schönes Wetter, Ferien: Er ist sicher, dass das Bad einige Besucher abweisen muss. Wer spät am Tag noch schwimmen will, solle daher anrufen, ob noch Platz ist. „Es geht nur mit Verständnis.“
Der Vorteil der Regelung: Es wird keine Zeitbeschränkung geben. Offen sei aber, ob das Schwimmbad direkt am Montag öffnet. Wegen der Umsetzung der Maßnahmen könne sich der Start einige Tage verzögern.
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Miesbach
Sicher im Termin ist das Warmfreibad Miesbach: „Montag, 10 Uhr geht es los“, sagt Badreferent Erhard Pohl. „Das sind wir unseren Dauergästen schuldig.“ Bis auf Details stehe das Konzept dafür: Höchstens 230 Gäste dürfen gleichzeitig ins Bad, maximal 176 gleichzeitig ins Wasser. Eine Security-Firma zählt die Schwimmer, eine Putzfirma desinfiziert ständig die Toiletten. An den meisten Tagen dürfte die Kapazität für alle reichen, schätzt Pohl. An schönen Wochenenden wird es wohl eng.
Weniger Badegäste und Kosten für externe Firmen bedeuten einen „riesigen finanziellen Mehraufwand“, sagt Pohl. „Die Regierung ist gefragt, dass wir finanzielle Unterstützung erhalten.“
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Schliersee
Auch das Strandbad Schliersee wird ab Montag den Schwimmbereich wieder öffnen, sagt Betreiber Tom Loch. Der Bademeister werde aber nur über rund ein Drittel der üblichen Gästezahl wachen. Die Duschen darf nur jeweils eine Person benutzen. Weil die gleiche Regel auch für die Umkleidekabinen gelten müsste, bleiben die zu. Die Wechselkabinen, in die ohnehin nur eine Person passt, dürfen genutzt werden. Offen ist der Plan für Sprungbrett und Wasserpark. Dazu hat Loch noch keine Vorgaben bekommen.
Bayrischzell
Vor welche Probleme die Veröffentlichung der Schwimmbad-Auflagen gerade an Pfingsten Gemeinden stellen kann, zeigt das Beispiel Bayrischzell. Dort war Geschäftsleiter Josef Acher vergangene Woche im Urlaub, Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) ist es derzeit. Entsprechen arbeitet die Verwaltung noch am Hygienekonzept für das Alpenfreibad. „Am Montag oder in den Pfingstferien können wir noch nicht aufmachen“, sagt Acher. „Frühester Termin ist Anfang Juli.“ Über das genaue Datum entscheidet der Gemeinderat am 15. Juni. » TEGERNSEE & UMGEBUNG
