VonHenry Dingerschließen
Die Gemeinde Pastetten hat ihren ersten Bürgermeister-Kandidaten: Peter Deischl geht für die Freie Wählergemeinschaft Einigkeit (FWE) im März 2020 ins Rennen um die Nachfolge von Cornelia Vogelfänger, die sich bekanntlich nicht mehr zur Wahl stellt.
Pastetten – Die FWE sprach von „interessanten Neuigkeiten“ für die Kommunalwahl 2020. So war die Gaststube des Alten Wirts in Pastetten am Mittwochabend voll besetzt. Es hatte sich herumgesprochen, dass die unabhängige Gruppierung einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt präsentieren will. Dazu waren neben Gemeinderäten und interessierten Bürgern auch Vogelfänger und ihr Vize Matthias Zimmerer (beide CSU) gekommen.
Seit bekannt ist, dass die 65-Jährige den Chefsessel räumen wird, kocht die Gerüchteküche. Die FWE ist die erste Vereinigung, die offiziell einen Kandidaten nominiert hat – noch dazu keinen Unbekannten. Peter Deischl (57) war bereits 24 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats. „Ich bin der Meinung, dass ich den Rat gut zusammenführen kann“, sagte er. Ein großes Ziel sei für ihn „ein gutes Miteinander, um gemeinsam die Ziele unserer Gemeinde zu erreichen“. Er will von den Gemeinderäten eine aktive Beteiligung einfordern und den Bürgern eine stärkere Stimme verleihen.
Besonders ein „wirksamer, sehr aktiver und effizienter Bauausschuss“ liegt ihm am Herzen. „Das kann bedeuten, dass man sich bei anstehenden oder laufenden Projekten auch wöchentlich trifft, um Entscheidungen zu fällen“, kündigte der vierfache Familienvater an. Zudem kann er sich gut vorstellen, dass bei Bauanträgen der Ausschuss auch vor Ort ist und der Termin genau protokolliert wird. „Ich bin überzeugt, dass mein fundiertes Fachwissen vom Bau bei anstehenden Maßnahmen sehr hilfreich sein wird“, sagte Deischl.
Der Zimmerermeister und Bautechniker führt seit 33 Jahren selbstständig eine Zimmerei in Zeilern. Er ist Mitglied der Kirchenverwaltung und in seiner Freizeit begeisterter Motorradfahrer.
Nach den Worten von FWE-Gemeinderat Andreas Winner ist Deischl ein besonnener Mann, der im Ort tief verwurzelt sei und gezeigt habe, dass er Personal führen kann. Die Wählergemeinschaft Einigkeit rechnet sich gute Chancen bei den Kommunalwahlen aus. „Seit 1948 hat die FWE die meisten Stimmen auf sich vereinen können“, sagte Winner selbstbewusst.
Die Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Kandidaten, die für die Kommunalwahlen eine Liste für den Gemeinderat aufstellen. Dabei sein kann jeder wählbare Gemeindebürger, unabhängig einer Partei, eines Vereins oder eines Ortsteils. Derzeit ist die FWE mit vier Räten im Gemeinderat vertreten.
Als größere Themen, die in der laufenden Wahlperiode vorangebracht werden konnten, nannte FWE-Gemeinderat Gerhard Nußrainer die Erstellung eines Baulandmodells für die Gemeinde, den Straßenausbau, den Ausbau der Trinkwasserversorgung, die Sanierung der alten Turnhalle und die Etablierung eines Seniorenbeirats.
Die FWE sammelt nun bis Dezember Vorschläge für die Kandidatenliste. Danach wird es eine Aufstellungsversammlung geben. Die fertige Wahlliste muss bis zum 23. Januar 2020 bei der Gemeinde abgegeben werden. Die Kommunalwahlen selbst finden am Sonntag, 15. März 2020, statt.
